01.06.2021 | Presseinfo Nr. 36

Mai-Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt: „Die Zeichen stehen auf Erholung“

+++ 3.100 Arbeitslose weniger als im April +++ Arbeitslosenquote sinkt auf 7,5 Prozent +++ Arbeitgeber melden 4.500 neue Stellen +++ Behrens: „Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt erholt sich zunehmend von der pandemiebedingten Krise“ +++ leichter Rückgang bei den Kurzarbeitsanzeigen +++

Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt geht weiter zurück. Im Mai 2021 waren knapp 83.000 Arbeitslose gemeldet, 3.100 weniger als im Vormonat, und 8.700 weniger als im Mai 2020. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent im Vormonatsvergleich bei der Arbeitslosenzahl. Die Arbeitslosenquote sank im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent.1 Damit setzt sich die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt weiter fort. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zwischen April und Mai ist in diesem Jahr sogar etwas stärker als in den „Vor-Pandemie-Jahren“ 2019 und 2018. So sank die Arbeitslosigkeit im Mai 2019 im Vormonatsvergleich um 1.200 (- 1,4 Prozent) und im Mai 2018 um 2.700 (-3 Prozent). Die Arbeitslosigkeit nähert sich auch wieder dem Vorkrisenniveau an: Im Mai 2019 waren 79.700 Arbeitslose gemeldet, also rund 3.300 weniger als im aktuellen Berichtsmonat. Mit Blick auf die Arbeitslosenquote steht Sachsen-Anhalt im Ländervergleich aktuell gleichauf mit Nordrhein-Westfalen vor Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bremen.

Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt wieder
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Mai wieder leicht gesunken. So waren im Berichtsmonat 34.700 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit und galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren knapp 500 weniger als im April 2021 aber 6.400 mehr als im Mai 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt in Sachsen-Anhalt mittlerweile 41,9 Prozent. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 30,9 Prozent.

Behrens: „Arbeitsmarkt erholt sich zunehmend von der pandemiebedingten Krise“
„Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt erholt sich zunehmend von der pandemiebedingten Krise. Sinkende Inzidenzen, steigende Impfquoten, die damit verbundenen Öffnungen und die saisontypische Belebung wirken sich im Mai positiv auf dem Arbeitsmarkt aus. Viele Arbeitgeber blicken jetzt optimistisch auf die nächsten Monate und melden neue Stellen. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen geht zurück. Die Beschäftigtenzahlen sind nach unseren Hochrechnungen im Verlauf des Frühjahrs wieder leicht gestiegen. Gleichzeitig stabilisiert das Instrument der Kurzarbeit weiterhin die Wirtschaftsbereiche, die nach wie vor von Einschränkungen und der konjunkturellen Krise betroffen sind. Perspektivisch werden auch wieder mehr arbeitsmarktpolitische Maßnahmen angeboten werden können, weil bei einer positiven Entwicklung der Pandemielage Kontaktbeschränkungen wegfallen. Auch das wird zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit führen. Problematisch bleibt weiterhin das Thema Langzeitarbeitslosigkeit. Auch wenn wir am aktuellen Rand leichte Entspannungstendenzen registrieren, bleibt der Anteil der Langzeitarbeitslosen weiterhin sehr hoch. Häufig sind aber die Langzeitarbeitslosen diejenigen, die als letztes von einem Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren. Wir werden also lange brauchen, um wieder den positiven Trend bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu erreichen, den wir vor der Pandemie hatten“, erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Weniger Einstellungen aber auch weniger Entlassungen als im Vormonat
4.000 Menschen meldeten sich im Mai aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 900 weniger als im Vormonat und fast 2.000 weniger als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus der Zeitarbeit (knapp 600), dem Handel (knapp 600) und den wirtschaftlichen Dienstleistungen (rund 500). 5.100 arbeitslose Männer und Frauen fanden eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 1.100 weniger als im Vormonat und rund 1.400 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat fast 4.500 neue Stellen, das waren etwa 40 mehr als im Vormonat und 1.400 mehr als im Mai 2020, als es pandemiebedingt zu einem Einbruch der Stellenmeldungen kam. Knapp 26 Prozent der neu gemeldeten Stellen kamen aus dem Bereich der Zeitarbeit, 12 Prozent aus dem verarbeitenden Gewerbe, knapp 12 Prozent aus dem Handel und rund 9 Prozent aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Frühjahr wieder leicht gestiegen
Mit Stand März 2021 waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 798.400 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 3.500 mehr als im Februar 2021 und rund 900 mehr als im März 2020.

Etwas weniger Anzeigen auf Kurzarbeit
Bei den Arbeitsagenturen wurden im Mai rund 200 Anzeigen für etwa 3.000 Beschäftigte registriert. Im April waren es 300 Anzeigen für 3.300 Beschäftigte gewesen. Besonders betroffen war im Berichtsmonat der Einzelhandel mit 17 Anzeigen für rund 1.300 Mitarbeiter. Erste Hochrechnungen über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit zeigen die Effekte des zweiten Lockdowns zu Beginn des Jahres: So waren im Februar 2021 65.400 Beschäftigte in etwa 10.700 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit im Februar 8,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

Unterbeschäftigung sinkt
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit nicht als arbeitslos zu zählen sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Mai 2021 bei 115.300. Das waren 2.400 weniger als im April 2021 und 8.900 weniger als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Berichtsmonat bei 10,2 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonat.

Grundsicherung („Hartz IV“)
Im Mai haben etwa 100 Selbstständige Anträge auf Grundsicherung neu bewilligt bekommen, das entspricht in etwa dem Niveau des Vormonats. Rund 400 Menschen haben im Mai Grundsicherungsleistungen neu bewilligt bekommen, weil sie mit ihrem Einkommen aus abhängiger Beschäftigung den Lebensunterhalt nicht decken konnten. Auch das entspricht in etwa dem Niveau des Vormonats. Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Mai insgesamt 132.000 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren etwa 1.100 weniger als im April und 11.400 weniger als vor einem Jahr.

1Regelmäßig im Mai werden - im Wesentlichen aufgrund demografischer Veränderungen - die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquoten angepasst. Die Mai Arbeitslosenquote insgesamt wird durch die aktuelle Bezugsgrößenaktualisierung kaum beeinflusst, sie wäre ohne diese um weitere 0,1 Prozentpunkte gesunken. Siehe auch: Seite 6