10.09.2021 | Presseinfo Nr. 56

Sachsen-Anhalt: Zahl der Auszubildenden mit ausländischem Pass gestiegen

Knapp sechs Prozent der Auszubildenden in Sachsen-Anhalt haben einen ausländischen Pass +++ die größte Gruppe bilden Syrerinnen und Syrer +++ die meisten ausländischen Auszubildenden lernen im Gastgewerbe +++ Behrens: „Vielfalt in Unternehmen verbessert Innovationsfähigkeit“ +++ BA unterstützt Unternehmen und Auszubildende mit umfangreichem Maßnahmeangebot bei der Integration

Zahl der ausländischen Azubis steigt stärker als die der deutschen Lehrlinge
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden mit ausländischem Pass in Sachsen-Anhalt ist gestiegen. So hatten im Dezember 2020 1.853 Auszubildende in Sachsen-Anhalt eine ausländische Staatsangehörigkeit, 205 mehr als im Dezember 2019. Das entspricht einem Anstieg von über 12 Prozent. Die Zahl der deutschen Auszubildenden stieg im gleichen Zeitraum nur leicht um 0,6 Prozent. Insgesamt wies die BA-Beschäftigungsstatistik im Dezember 2020 31.511 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Auszubildende in Sachsen-Anhalt aus.


Knapp sechs Prozent der Auszubildenden in Sachsen-Anhalt haben eine ausländische Staatsangehörigkeit
Der Ausländeranteil liegt damit bei 5,9 Prozent, im Dezember 2019 lag er bei 5,3 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlandweit liegt der Anteil der Ausländer an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden bei 12 Prozent.


Fast jeder vierte ausländische Azubi hat einen syrischen Pass
Knapp 23 Prozent der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben einen syrischen Pass, 14 Prozent einen vietnamesischen, 10 Prozent einen afghanischen. Acht Prozent der ausländischen Auszubildenden kommen aus EU-Staaten. “Viele dieser jungen Menschen sind mit ihren Eltern aufgrund von Flucht oder wegen der Arbeit nach Sachsen-Anhalt gekommen, andere extra für die Ausbildung. Sie alle tragen außerdem dazu bei, den steigenden Fachkräftebedarf im Land zu decken“, erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaft aufgrund der demografischen Entwicklung immer stärker auf ausländische Arbeits-und Fachkräfte angewiesen sei.


Jeder sechste ausländische Auszubildenden absolviert seine Lehre im Gastgewerbe
Knapp 15 Prozent der ausländischen Auszubildenden absolvieren ihre Lehre im Gastgewerbe und im Bereich „Heime und Sozialwesen“, knapp 14 Prozent im verarbeitenden Gewerbe, rund 13 Prozent im Handel und rund 10 Prozent im Gesundheitswesen.

Behrens: Vielfalt in Unternehmen stärkt die Innovationsfähigkeit
„Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt setzen immer mehr auf Vielfalt und geben dabei auch immer häufiger jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Chance in ihren Unternehmen. Das zahlt sich aus, weil sie sich damit ihre Fachkräfte von morgen sichern. Außerdem verbessert kulturelle Vielfalt die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Bei Bedarf unterstützt die Arbeitsagentur die Arbeitgeber bei der Integration von Auszubildenden, egal welcher Nationalität“, erklärte Markus Behrens.


Breites Angebot an Unterstützungsleistungen für Unternehmen und Auszubildende mit Förderbedarf
So gibt es etwa mit der „Assistierten Ausbildung“ ein Angebot, das sich sowohl an die Arbeitgeber als auch an die Auszubildenden richtet. Dabei werden den Auszubildenden mit Förderbedarf Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt, die etwa Unterstützungsbedarf koordinieren oder Probleme beim Ausbildungsablauf im Unternehmen lösen können. Weiterhin sind Angebote mit Nachhilfe über Sprachunterricht bis hin zur sozialen Betreuung möglich. Damit soll für Auszubildende, denen aus unterschiedlichen Gründen der Ausbildungsabbruch droht, eine ganzheitliche Unterstützung ermöglicht werden. Ein weiteres wirkungsvolles Unterstützungsprogramm ist die „Einstiegsqualifizierung“. Dabei können sich Unternehmen und Ausbildungsinteressierte erstmal im Rahmen eines Praktikums kennenlernen, bevor sie einen Ausbildungsvertrag schließen. Bestandteil des Programms können dann auch schulische und sprachliche Qualifizierungsmaßnahmen sein, um Defizite bei den Bewerbern abzubauen. Insgesamt förderte die BA im Juli 2021 in Sachsen-Anhalt über 1.500 junge Menschen mit einer „Assistierten Ausbildung“ oder einer „Einstiegsqualifizierung“.

Mehr Informationen zu Unterstützungsleistungen der BA für Unternehmen
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/ausbildungsbetriebe

Mehr Informationen für angehende Auszubildende
https://www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen/