11.03.2020 | Presseinfo Nr. 13

Unterstützung bei Corona-Folgen: Infos nach Kurzarbeitergeld verstärkt nachgefragt

Zahlung von Kurzarbeitergeld wegen Ausfällen durch Corona möglich – Bundesregierung beschließt Erleichterungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld

Corona-Sorge führt zu verstärkten Nachfragen nach Kurzarbeitergeld

Auch in Thüringen wirkt sich das Corona-Virus mittlerweile auf den Alltag mancher Unternehmen aus. So gibt es in den Arbeitsagenturen vor Ort verstärkt Anfragen von Firmen zum Kurzarbeitergeld. „Da sind zum Beispiel Unternehmen dabei, die von den Zulieferengpässen betroffen sind oder auch solche aus der Tourismus- und Messebaubranche, denen Aufträge wegbrechen, weil Großveranstaltungen abgesagt werden", erklärte der Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens.

Kurzarbeitergeld beispielsweise möglich, wenn Arbeitszeiten durch Lieferengpässe verringert werden

Fakt ist: Wenn es bei Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus zu Arbeits- und Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass durch ein wirtschaftliche Ursachen und ein unabwendbares Ereignis die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn aufgrund des Corona-Virus Lieferungen ausbleiben, die Produktion stagniert und dadurch die Arbeitszeit verringert werden muss. Aber auch staatliche Schutzmaßnahmen, wie etwa eine Betriebsschließung, die zu Arbeits- und Entgeltausfall führen, können eine Voraussetzung für einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld sein. Die Arbeitsagenturen müssen jeden Einzelfall prüfen – und in jedem Einzelfall kann die wirtschaftliche Ursache anders bewertet werden.

Bundesregierung bringt neue Regelungen auf den Weg

Die Bundesregierung hat neue Regelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen. Das Gesetz soll im Schnellverfahren dem Bundestag und Bundesrat vorgelegt werden und dann voraussichtlich im April in Kraft treten. So musste bisher ein Drittel der in dem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als zehn Prozent ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen sein. Künftig gilt diese Regelung bereits, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall betroffen sind. Anfallende Sozialversicherungsbeitrage für ausgefallene Arbeitsstunden soll die Bundesagentur für Arbeit voll erstatten können. Bisher mussten die Arbeitgeber diese Kosten in voller Höhe selbst übernehmen. Neu ist ebenfalls, dass auch Leiharbeitnehmer künftig Kurzarbeitergeld erhalten sollen. Mehr Informationen finden sich dazu auf der Seite der Bundesregierung:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-kurzarbeitergeld-1729626

Unternehmen muss Kurzarbeit melden, Arbeitsagentur prüft im Vorfeld, ob Voraussetzungen erfüllt sind

„Wichtig ist, dass Betriebe, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind", so BA-Geschäftsführer Behrens. Betriebe können die Kurzarbeit auch online anzeigen. Hat die zuständige Arbeitsagentur dann festgestellt, dass das Unternehmen die Voraussetzungen für die Zahlung erfüllt, kann der Leistungsantrag auf Kurzarbeitergeld auch online gestellt werden.

Infos für Arbeitgeber im Netz oder an der BA-Hotline

Arbeitgeber können sich zum Thema Kurzarbeitergeld im Internet unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-arbeitgeber-unternehmen oder bei der BA-Hotline für Arbeitgeber 0800 45555 20 informieren.

Zahl der Kurzarbeiter zwischen 2018 und 2019 wegen konjunktureller Schwächephase gestiegen

In Thüringen waren nach letzten Daten im August 2019 3.715 Kurzarbeiter in 127 Betrieben gemeldet (tatsächlich realisierte Kurzarbeit). Im August 2018 waren es 2.412 Kurzarbeiter in 73 Betrieben. Der Anstieg ist vor allem durch die schwächelnde Konjunktur im vergangenen Jahr begründet. Zum Vergleich: Im August 2009, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, waren in Thüringen 37.072 Kurzarbeiter in 2.405 Betrieben gemeldet gewesen.