03.06.2020 | Presseinfo Nr. 43

Sachsen-Anhalt: Arbeitslosigkeit steigt im Mai weiter an

3.700 Arbeitslose mehr als im April +++ fast 12.000 Arbeitslose mehr als im Mai
2019 +++ Markus Behrens: „Es ist zu früh, Entwarnung zu geben – negative
Effekte verlieren aber an Intensität.“

Auch im Mai hatte die Corona-Pandemie den Arbeitsmarkt weiterhin im Griff. So war die Arbeitslosigkeit anders als in den Mai-Monaten der vergangenen Jahre saisonuntypisch weiter angestiegen. 91.600 Frauen und Männer waren in Sachsen-Anhalt arbeitslos gemeldet. Das waren 3.700 mehr als im April und 11.900 mehr als im Mai 2019. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,2 Prozent. Das waren 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat und 1,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Von April auf Mai 2019 sank die Zahl der Arbeitslosen um 1.200.

Weniger Arbeitslosmeldungen aber auch weniger Einstellungen als im April – Arbeitgeber melden mehr neue Stellen
6.000 Menschen meldeten sich im Mai aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 1.500 weniger als im Vormonat aber 1.200 mehr als im Mai 2019. Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus der Zeitarbeit (1.000), gefolgt vom Bereich wirtschaftliche Dienstleistung (900), dem Handel 700) und dem verarbeitenden Gewerbe (700). Aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Gastgewerbe meldeten sich 500 Menschen arbeitslos. 3.600 arbeitslose Männer und Frauen fanden im Mai eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 320 weniger als im Vormonat und 2.000 weniger als im Mai 2019. Die Arbeitgeber meldeten im Mai 3.100 neue Stellen, das waren 1.000 mehr als im Vormonat, aber knapp 1.300 weniger als im Mai 2019.

Noch keine Entwarnung – In den Sommermonaten keine wesentliche Verbesserung der Arbeitsmarktsituation in Sicht
„Es ist zu früh, Entwarnung für den Arbeitsmarkt zu geben. Bei den Arbeitslosenzahlen liegen wir deutlich über dem Niveau des Vorjahres und des Vormonats. Wir haben auch wesentlich mehr Entlassungen und weniger Einstellungen als im Vergleichsmonat vor einem Jahr. Es deutet sich aber an, dass die negativen Effekte der Pandemie an Intensität verlieren. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist durch die Corona-Krise noch begrenzt, so dass weniger Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten, dennoch ist die Zahl der Entlassungen im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen und auch die Arbeitgeber melden wieder mehr Stellen. Mit dem Instrument der Kurzarbeit ist es gelungen, den Markt vergleichsweise stabil zu halten und eine größere Zahl von Entlassungen zu vermeiden. Jetzt kommt es darauf an, die Wirtschaft wieder hoch zu fahren und gleichzeitig neue Infektionswellen zu verhindern. Wir müssen aber davon ausgehen, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den Sommermonaten nicht verbessert. Zu den Folgen der Corona-Pandemie kommen dann auch die saisontypischen Abschwungeffekte hinzu, die bis August ihre Wirkungentfalten“, erklärte Markus Behrens.

Im Mai 1.200 neue Anzeigen auf Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen eingegangen Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit hat sich im Mai nach dem historischen Hoch im März und April auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Im März und April waren bei den Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt 20.800 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Dahinter standen 199.000 Beschäftigte. Im Mai gab es dagegen 1.200 Anzeigen für 16.600 Beschäftigte. „Durch massiven Personaleinsatz aus anderen Bereichen, Wochenendarbeit und Überstunden unserer Mitarbeiter ist es gelungen, Verzögerungen bei der Bearbeitung weitestgehend zu vermeiden und die Leistung an die Unternehmen pünktlich auszuzahlen. Schwierigkeiten treten vor allem durch unvollständige Anträge und Abrechnungen auf“, erklärte Markus Behrens.

Unterbeschäftigung steigt
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit nicht als arbeitslos zu zählen sind. Auch hier gab es durch die Folgen der Corona-Krise eine negative Entwicklung. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Mai 2020 bei rund 124.100. Das waren 2.300 mehr als im Vormonat und 4.200 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 10,9 Prozent.

Grundsicherung („Hartz IV“) – Zahl der Leistungsberechtigten steigt
Im Mai haben fast 670 Selbstständige Anträge auf Grundsicherung neu bewilligt bekommen. Insgesamt betreuten die Jobcenter in Sachsen-Anhalt im Mai 2020 rund 143.800 erwerbsfähige Leistungsberechtige, das waren knapp 1.400 mehr als im April.

Ausbildungsmarkt – „Auf die Zukunft setzen heißt, jetzt auszubilden“
Seit Oktober 2019 haben sich rund 8.000 junge Menschen bei den Arbeitsagenturen gemeldet, um in eine Ausbildung vermittelt zu werden. Das waren 840 weniger als im Mai 2019. Demgegenüber haben Betriebe rund 10.200 Ausbildungsstellen bei den Arbeitsagenturen zur Besetzung gemeldet, das waren 1.000 weniger als vor einem Jahr. „Trotz der Krise sind die Chancen für junge Menschen auf eine Ausbildung weiterhin gut. Aktuell haben viele Unternehmen mit großen existenziellen Herausforderungen zu kämpfen, so dass sie die Abschlüsse von Ausbildungsverträge verschoben, aber nicht aufgehoben haben. Viele werden ihre Verträge daher erst später im Jahr abschließen. Für Auszubildende, deren Betrieb von Aufgabe oder Insolvenz betroffen ist, finden wir eine Lösung. Entweder vermitteln wir sie zu einem anderen Arbeitgeber oder sie können ihre Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung abschließen“, sagte Markus Behrens.

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