19.08.2020 | Presseinfo Nr. 62

Thüringen: Immer mehr Beschäftigte in der „kritischen Infrastruktur“

60 Prozent der Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur sind Frauen – Behrens: „Beschäftigte sind Stützen in der Krise" - Anteil der Beschäftigten „Ü55 leicht über dem Landesschnitt" – Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur verdienen brutto 150 Euro mehr als der Durchschnitt

Immer mehr Menschen in Thüringen arbeiten in einem Wirtschaftssektor, der zu kritischen Infrastruktur (KRITIS) gezählt wird. Das zeigt eine Datenanalyse der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Zur kritischen Infrastruktur gehören Organisationen, Unternehmen und Betriebe, bei deren Ausfall nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. So waren im Juni 2019 299.964 sozial-versicherungspflichtig Beschäftigte in einem solchen Wirtschaftssektor beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 37 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land. Im Juni 2015 waren noch 297.143 Menschen in Thüringen in der kritischen Infrastruktur beschäftigt. Die größte Zahl von Beschäftigten entfällt dabei auf den Sektor „Gesundheit", mit 101.011 Beschäftigten, gefolgt vom Sektor „Ernährung" mit 60.973 Beschäftigten und dem Sektor „Staat und Verwaltung" mit 50.374 Beschäftigten. „Gerade die vergangenen Monate der Corona-Krise haben gezeigt, welche Bedeutung die Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur für unser Land haben. Von der Krankenschwester über die Supermarktverkäuferin bis hin zum LKW-Fahrer. Auf sie war und ist Verlass. Sie waren und sind weiterhin die Stützen in der Krise", erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens.

79 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitssektor sind Frauen – Frauenanteil im Sektor Transport und Verkehr liegt bei rund 15 Prozent

180.011 in der kritischen Infrastruktur Beschäftigten sind Frauen. Das entspricht einem Anteil von 60 Prozent. Zum Vergleich: Der Frauenanteil bei allen Beschäftigten im Land liegt bei 48 Prozent. Bundesweit liegt der Frauenanteil der Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur bei knapp 56 Prozent. „Frauen sind häufig überdurchschnittlich im Gesundheitssektor, in der öffentlichen Verwaltung oder auch im Finanzwesen beschäftigt, die einen großen Anteil an der kritischen Infrastruktur haben, erklärte Markus Behrens den hohen Frauenanteil. So lag der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Gesundheitssektor bei knapp 79 Prozent, im Sektor „Staat und Verwaltung" und im Sektor Finanzen- und Versicherungswesen bei jeweils 69 Prozent. Den niedrigsten Frauenanteil hatte der Sektor Transport und Verkehr mit einem Frauenanteil von 15,3 Prozent.

Jeder Vierte Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur ist über 55 Jahre alt

Der Anteil der Beschäftigten der Altersgruppe „Ü55" lag in den Sektoren der kritischen Infrastruktur bei 26 Prozent. Der Anteil der „Über-55-Jährigen" an allen Beschäftigten in Thüringen liegt bei rund 25 Prozent.

Bruttomonatsentgelt liegt über dem Durchschnitt in Thüringen

Die Verdienste der Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur liegen in Thüringen über dem Durchschnitt. So lag der Median des Bruttomonatsentgelts bei Beschäftigten in den zur kritischen Infrastruktur gehörenden Sektoren im Dezember 2019 im Schnitt bei 2.817 Euro. Zum Vergleich: Nimmt man alle Beschäftigten in Thüringen als Grundlage, so lag der Median bei 2.659 Euro. Bundesweit verdienten die Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur 3.378 Euro brutto.