21.04.2021 | Presseinfo Nr. 24

Sachsen-Anhalt: Weniger weibliche Beschäftigte in MINT-Berufen

Datenanalyse zum „Mädchen-Zukunftstag (Girls-Day)“: Zahl der weiblichen Beschäftigten in mathematisch-, technisch-, naturwissenschaftlichen-Berufen (MINT) gesunken +++ Jede sechste Beschäftigte in MINT-Berufen ist eine Frau und nur jeder zehnte Azubi in MINT-Berufen ist weiblich +++ Markus Behrens: „Für die Überwindung von Geschlechterklischees braucht es einen langen Atem.“

Zahl der weiblichen Beschäftigten in MINT-Berufen leicht gesunken – knapp 16 Prozent der Beschäftigten in MINT-Berufen sind weiblich
Die Zahl der Frauen, die in Sachsen-Anhalt in einem MINT-Beruf1 sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ist gesunken. Das zeigt eine Datenanalyse der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen anlässlich des „Mädchen-Zukunftstag (Girls-Day)“ am 22. April. Allerdings ist auch die Zahl der Beschäftigten in MINT-Berufen insgesamt zurückgegangen. 20202 waren von den 175.755 Beschäftigten in sogenannten MINT-Berufen 27.977 Frauen. 20193 waren noch 28.297 von insgesamt 178.166 Beschäftigten in MINT-Berufen Frauen. Allerdings bleibt der Anteil der Frauen an den Beschäftigten mit 15,9 Prozent gleich. Bundesweit lag der Anteil der Frauen bei den MINT-Beschäftigten im Juni 2020 bei knapp 16 Prozent.

Rückgang der Beschäftigten in MINT-Jobs auch wegen Corona-Pandemie – Frauen und Männer betroffen
„Der Rückgang der weiblichen Beschäftigten in MINT-Berufen ist unter anderem auf den konjunkturellen Einbruch in Folge des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr zurückzuführen. Dieser fand neben dem Dienstleistungsbereich auch in der international vernetzten Industrie statt und verringerte die Nachfrage nach Arbeitskräften mit MINT-Ausbildung. Das betraf aber auch Männer. Fakt ist, dass sich beim Frauenanteil in MINT-Berufen insgesamt in den vergangenen Jahren nur wenig getan hat. Gründe dafür sind weiterhin unter anderem hartnäckige Rollenbilder, die jungen Frauen suggerieren, dass ihre Stärken vor allem im sozialen oder im Dienstleistungsbereich liegen. Deshalb entscheiden sich auch viele für solche Berufe. Daher gilt es weiterhin, Geschlechterklischees im Rahmen der Schulausbildung und der Berufsorientierung zu hinterfragen und zu überwinden. Aktionstage, wie der Zukunftstag, tragen dazu bei, junge Mädchen selbstbewusst und stark zu machen und ihren Blick für ihr Talent und ihre Chancen im MINT-Bereich zu schärfen“, erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Nur jeder zehnte AZUBI in MINT-Berufen in Sachsen-Anhalt ist weiblich
So waren von den 10.834 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden in MINT-Berufen in Sachsen-Anhalt im September 2020 1.263 Frauen. Ein Jahr zuvor gab es in Sachsen-Anhalt 1.248 weibliche Auszubildende in einem MINT-Beruf. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent im Jahresvergleich. Zum Vergleich: Bundesweit ging die Zahl der weiblichen MINT-Azubis im gleichen Zeitraum um 2,1 Prozent zurück.

Trotz Corona - Gute Chancen in MINT-Berufen
Auch wenn die Arbeitgeber aufgrund der Pandemiesituation im vergangenen Jahr deutlich weniger MINT-Stellen gemeldet hätten, seien die Zukunftsperspektiven in MINT-Berufen insbesondere für junge Frauen gut, erklärte Markus Behrens. „MINT-Fachkräfte sind gerade durch Digitalisierung und Strukturwandel weiterhin gefragt und haben daher häufig sehr stabile Arbeitsverhältnisse“, so Behrens weiter.

Was gehört zu den MINT-Berufen: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Grundlagen/Klassifikationen/Klassifikation-der-Berufe/KldB2010-Fassung2020/Arbeitsmittel/Generische-Publikationen/MINT-Berufe-Aggregat.pdf?__blob=publicationFile&v=2
2 Stichtag 30.Juni
3 Stichtag 30. Juni