29.11.2018 | Presseinfo Nr. 86

Abbau an Arbeitslosen setzt sich ungebremst fort

Stellenmeldungen nehmen ab, Geschwindigkeit lässt im Winter nach

  • Arbeitslosenquote fällt weiter auf neuen Tiefststand von 8,5 Prozent;
  • Fast 3.700 Menschen weniger arbeitslos als im letzten Jahr;
  • Besonders Ausländer, Jüngere und Langzeitarbeitslose profitieren
Stellenmeldungen nehmen ab, Geschwindigkeit lässt im Winter nach

Im November zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 27.870 arbeitslose Menschen und damit 361 weniger als im Oktober und 3.689 weniger als im November vor einem Jahr (-11,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote verringerte sich erneut um 0,2 Punkte auf 8,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 9,8 Prozent.

„Was in diesem Jahr auf dem Arbeitsmarkt passiert, ist auch für erfahrene Arbeitsmarktexperten eine echte Überraschung, glücklicherweise eine sehr positive“, kommentiert Arbeitsagenturleiterin Anke Traber die aktuellen Arbeitslosenzahlen im Vest. Traber weiter: „Obwohl der November normalerweise nicht zu den beschäftigungsreichsten Monaten zählt, konnte auch in diesem Monat ein weiterer deutlicher Rückgang an Arbeitslosen erreicht werden, was zu einer neuen Rekordquote von 8,5 Prozent geführt hat.“ Die Agenturchefin betont, dass insbesondere Jüngere, Langzeitarbeitslose und Ausländer von der guten Lage profitieren konnten, jedoch die Meldung neuer Stellen jetzt langsam zurückgehe, was im Winter aber typisch sei: „Nichts desto trotz werden wir dieses Jahr mit dem besten Ergebnis beschließen, das jemals für den Kreis erzielt werden konnte.“ Dass dies nicht selbstverständlich sei, belege auch der Blick über die regionalen Grenzen hinweg: „In NRW verzeichnen wir den deutlichsten Abbau an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr.“

Sollte sich auch im Dezember der Winter von seiner schnee- und eisfreien Seite zeigen, rechnet Anke Traber im kommenden Monat mit ähnlichen Werten, danach werde die Quote jedoch voraussichtlich vorübergehend ansteigen. 

„Spotlight“ des Monats 
Schwierige Situation für schwerbehinderte Arbeitslose

Im November 2018 sind im Agenturbezirk Recklinghausen 1.648 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl sinkt, im Gegensatz zur Arbeitslosigkeit insgesamt, geringer. Entsprechend steigt der Anteil schwerbehinderter Arbeitsloser an allen Arbeitslosen seit 2012 konstant an und beträgt aktuell 5,7 Prozent.

Dies ist besonders bemerkenswert, da schwerbehinderte Arbeitslose durchschnittlich besser qualifiziert sind als Arbeitslose ohne Schwerbehinderung. Dennoch ergeben sich daraus keine Vorteile im Hinblick auf die Dauer der Arbeitslosigkeit. Im Gegenteil: Durchschnittlich ist diese höher als die Dauer der Arbeitslosigkeit von Nicht-Schwerbehinderten. Ein Grund dafür mag das in aller Regel höhere Alter sein, nicht selten überschreiten Schwerbehinderte während ihrer Arbeitslosigkeit das 55. Lebensjahr, was die Chance auf neue Beschäftigung zusätzlich verringert.

Interessanterweise nimmt die Zahl schwerbehinderter Beschäftigter seit 2015 insbesondere aufgrund der Schließung der Zechen ab, im Jahr 2016 lag sie bei knapp 6.000. Heute arbeiten die meisten Menschen mit Schwerbehinderung im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Und obwohl der Ruf nach gut qualifizierten Mitarbeitern branchenübergreifend in den letzten Jahren immer lauter wird, kommen längst nicht alle Arbeitgeber ihrer Pflicht nach, schwebehinderte Menschen zu beschäftigen. So stieg zwar die Zahl der Betriebe mit über 20 Beschäftigten an, die Besetzungsquote der Arbeitsplätze für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen liegt im Kreis Recklinghausen jedoch mit 4,9 Prozent unter der Soll-Quote von derzeit 5,1 Prozent. Gleichwohl konnten im Jahresverlauf bisher rund 300 schwerbehinderte Menschen mit Hilfe und teilweise finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur den Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 5.716 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 21 oder 0,4 Prozent mehr Menschen als im Oktober, jedoch 663 (-10,4 Prozent) weniger als im November des vergangenen Jahres.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 22.154 arbeitslose Menschen. Hier wurden im Vergleich zu Oktober 382 (-1,7 Prozent) Arbeitslose weniger gezählt. Im Vergleich zum November des Vorjahres waren es 3.026 Menschen (-12,0 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen 

Personenkreis

Bestand

Veränderungen zum Vormonat

In Prozent

Jüngere unter 25 Jahre

2.230

-101

-4,3%

darunter Jugendliche unter 20 Jahre

479

-43

-8,2%

50 Jahre und älter

9.065

+31

+0,3%

Langzeitarbeitslose

15.002

-363

-2,4%

Schwerbehinderte

1.648

-12

-0,7%

Ausländer

8.000

-166

-2,0%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen 

Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote

November 2018

Oktober 2018

November 2017

Recklinghausen

8,2

8,2

9,4

Castrop-Rauxel

8,3

8,3

9,8

Datteln

7,2

7,2

7,7

Dorsten

6,7

6,9

7,6

Herten

9,7

9,8

11,0

Marl

9,9

10,1

11,3

Gladbeck

10,3

10,5

11,9

Agenturbezirk RE

8,5

8,7

9,8

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit
SGB III:  Mehr Zugänge und mehr Abgänge  

2.227 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 201 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 32 mehr.

1.006 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 564 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 2.196 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 28 mehr als im Oktober, jedoch 49 weniger als im November vor einem Jahr. 684 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 528 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Mehr Zugänge, weniger Abgänge

2.902 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 51 mehr als im Oktober, jedoch 90 weniger als vor einem Jahr. 489 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 723 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.301 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 315 weniger als im vorigen Monat, jedoch 81 mehr als im November 2017.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 848 Stellenangebote, 100 (-10,5 Prozent) weniger als im Oktober. Verglichen mit November 2017 wurden 155 Stellen weniger gemeldet (-15,5 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.875 Stellen zur Besetzung aus, 139 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 502 Beschäftigungsmöglichkeiten niedriger. Besonders nachgefragt sind Fachkräfte aus dem Handwerk (Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, Maurer, KFZ-Mechatroniker, Baugewerbe), dem Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), Berufskraftfahrer  sowie Kräfte in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 27.870. Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 35.881 Personen und liegt damit um 326 unter dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Die ersten aktuellen Daten zum Ausbildungsmarkt für das Berufsberatungsjahr 2018/2019 werden nach Ablauf des ersten Beratungshalbjahres im März 2019 bekanntgegeben.

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung melden unter: 0800 / 4 5555 00.
Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20.
(Die Servicerufnummern sind für den Anrufer kostenfrei.)