30.04.2019 | Presseinfo Nr. 33

„Schnell offene Ausbildungsstellen sichern“

Rückgang an Arbeitslosen gewinnt weiter an Schwung

  • Im April sinkt die Arbeitslosigkeit um 733 Personen, Quote: 8,2 Prozent
  • Über 4.900 offene Stellen im Kreis
  • Ausbildungsmarkt: 2.196 unversorgte Jugendliche und 1.626 unbesetzte Stellen
Rückgang an Arbeitslosen gewinnt weiter an Schwung

Im April zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 26.816 arbeitslose Menschen und damit 733 weniger als im März und 4.386 weniger als im April vor einem Jahr (-14,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank im Vormonatsvergleich um 0,2 Punkte auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 9,7 Prozent.

„Auch im April hat Recklinghausen landesweit die Nase vorn, wenn es um den Rückgang an Arbeitslosen geht, denn heute sind fast 4.400 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr, damit belegen wir den ersten Platz“, beschreibt Agenturleiterin Anke Traber die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis. Obwohl nahezu monatlich neue Bestmarken erreicht würden, sei auch der aktuelle Tiefststand von 8,2 Prozent ein Grund zur Freude: „Bisher zeigt sich das Vest vollkommen unbeeindruckt von schwächelnden Konjunkturprognosen und eine Trendwende lässt sich nicht erkennen“, so Traber weiter.

Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt fasst Anke Traber zusammen: „Obwohl in diesem Jahr sogar sechs Ausbildungsstellen mehr in Betrieben zur Verfügung stehen, reichen die verfügbaren Plätze nicht aus, um jedem ausbildungswilligen Jugendlichen auch ein Angebot machen zu können. Wer sich noch eine der über 1.600 offenen Stellen sichern möchte, sollte schnell sein. Gerade im Verkauf, Einzelhandel, Büro, für medizinische Fachangestellte sowie in verschiedenen Handwerksberufen (Elektroniker, Friseur, KfZ-Mechatroniker) stehen die Chancen derzeit besonders gut.“

„Spotlight“ des Monats
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Wachstumskurs

Rückläufigen Arbeitslosenzahlen muss nicht zwangsläufig eine verbesserte Situation der betroffenen Menschen zugrunde liegen. Schon der Eintritt in eine Maßnahme oder eine Krankheit bewirken, dass der Status der Arbeitslosigkeit aufgehoben wird. Wenn aber die Arbeitslosigkeit sinkt und gleichzeitig die Beschäftigung steigt, kann dies als stichhaltiger Beleg für einen echten Aufschwung am Arbeitsmarkt gewertet werden. Genau dies gilt erfreulicherweise für den Kreis Recklinghausen.

Hier hat sich im Vergleich zum Vorjahr ein Aufwuchs an Beschäftigten in einer Größenordnung von über 4.400 ergeben, was einem prozentualen Anstieg um 2,6 entspricht. Derzeit sind im Vest 171.139 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit liegt Recklinghausen im Mittel anderer Ruhrgebietsstädte: In Hamm, Dortmund und Bochum fällt der Anstieg noch deutlicher aus, während in Unna, Herne und Hagen die Beschäftigung weniger stark angestiegen ist.

Knapp ein Viertel (1.046) der neuen Stellen ist im Sozialwesen entstanden, der beschäftigungsstärksten und wachstumsreichsten Branche im Kreis. An zweiter Stelle hat sich das Baugewerbe behaupten können: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier 939 Beschäftigte mehr. Ähnlich hoch mit 715 fällt der Beschäftigungszuwachs im Bereich von Verkehr und Lagerei aus.

Einige Branchen haben jedoch auch Beschäftigung abgebaut, so zum Beispiel die Metall- und Elektroindustrie (-4,3 Prozent), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (-4,8 Prozent) und schließlich die Arbeitnehmerüberlassung mit 4,3 Prozent. Die landläufige Meinung, bei den heutigen Stellen handele es sich meist um Zeitarbeit, entbehrt somit einer statistischen Grundlage.  

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 5.792 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 215 oder 3,6 Prozent weniger Menschen als im März und 448 (-7,2 Prozent) weniger als im April des vergangenen Jahres.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 21.024 arbeitslose Menschen. Hier wurden im Vergleich zu März 518 (-2,4 Prozent) Arbeitslose weniger gezählt. Im Vergleich zum April des Vorjahres waren es 3.938 Menschen (-15,8 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis

Bestand

Veränderungen zum Vormonat

In Prozent

Jüngere unter 25 Jahre

2.116

-100

-4,5%

darunter Jugendliche unter 20 Jahre

395

-20

-4,8%

50 Jahre und älter

8.640

-167

-1,9%

Langzeitarbeitslose

13.577

-375

-2,7%

Schwerbehinderte

1.556

-25

-1,6%

Ausländer

7.826

-248

-3,1%
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote

April 2019

März 2019

April 2018

Recklinghausen

8,1

8,1

9,3

Castrop-Rauxel

7,4

8,1

9,2

Datteln

6,8

7,1

7,9

Dorsten

6,5

6,6

7,9

Herten

9,6

9,9

10,7

Marl

9,4

9,7

11,0

Gladbeck

10,0

10,1

12,0

Agenturbezirk RE

8,2

8,4

9,7

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit
SGB III:  Mehr Zugänge, weniger Abgänge  

2.030 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 61 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 130 mehr.

985 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 486 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 2.217 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, fünf weniger als im März, jedoch 147 mehr als im April vor einem Jahr. 853 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 467 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Weniger Zugänge und mehr Abgänge

3.042 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 49 weniger als im März, jedoch 169 mehr als vor einem Jahr. 611 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 946 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.591 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 392 mehr als im vorigen Monat und 752 mehr als im April 2018.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 902 Stellenangebote, 95 (-9,5 Prozent) weniger als im März. Verglichen mit April 2018 wurden 74 Stellen weniger gemeldet (-7,6 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.926 Stellen zur Besetzung aus, 55 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 599 Beschäftigungsmöglichkeiten niedriger. Besonders nachgefragt sind Fachkräfte aus dem Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker), dem Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), Berufskraftfahrer sowie Kräfte in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 26.816. Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 36.198 Personen und liegt damit um 669 unter dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2018 bis April 2019 haben sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 4.189 Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet, 61 weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen beträgt 2.670 und sank damit um 0,6 Prozent (-15). 

Es befinden sich im April noch 2.196 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche, das sind neun weniger (-0,4 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl noch nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt bei 1.626, 61 Stellen weniger (-3,6 Prozent) als im April 2018. Statistisch stehen jedem Bewerber, genau wie im letzten Jahr, 0,6 Stellen zur Verfügung, bezogen auf die noch verfügbaren Stellen für noch unversorgte Bewerber sind es 0,7 Stellen.

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung melden unter: 0800 / 4 5555 00.
Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20.
(Die Servicerufnummern sind für den Anrufer kostenfrei.)