30.10.2019 | Presseinfo Nr. 86

Arbeitslosigkeit sinkt auf neuen Tiefststand

Herbstbelebung setzt sich weiter durch
 

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter um 332, Quote: 7,7 Prozent
  • Aktuell über 4.400 offene Stellen im Kreis
  • Über 2.900 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr

Herbstbelebung setzt sich weiter durch

Im Oktober zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 25.304 arbeitslose Menschen und damit 332 weniger als im September, zugleich 2.927 weniger als im Oktober vor einem Jahr (-10,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank damit aktuell um
0,1 Punkte auf 7,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 8,7 Prozent.

„Der Schwung der Herbstbelebung nach den Sommerferien hat bis in den Oktober hineingereicht und erneut für weniger Arbeitslose und gleichzeitig eine neue Tiefstmarke seit 22 Jahren gesorgt“, so Frank Thiemann, Geschäftsführer der Recklinghäuser Arbeitsagentur. „Zwar profitieren alle Alters- und Personengruppen aktuell von verbesserten Jobchancen, jedoch zeigt sich dies insbesondere bei jungen Menschen besonders deutlich, denn sie konnten nach abgeschlossener Schullaufbahn oder Berufsausbildung als dringend benötigte Fachkräfte in Arbeitsverhältnisse bei Unternehmen eintreten. Weiterhin auffällig ist laut Thiemann der deutliche Abbau an Langzeitarbeitslosen, den er so begründet: „Ein Anstieg sowohl an Arbeitsplätzen als auch Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen, die über ein Jahr arbeitslos sind, hat zu dieser erfreulichen Entwicklung geführt.“

Für die kommenden Wintermonate geht der Geschäftsführer von einem saisonalen Anstieg an Arbeitslosen aus. Dies sei zum einen der Witterung geschuldet, zum anderen den abgeschwächten Konjunkturerwartungen seitens der Unternehmen. Bisher sei eine dauerhafte Eintrübung des Arbeitsmarktes im Vest jedoch nicht in Sicht.

„Spotlight“ des Monats

Ein Wort zum Thema Kurzarbeit

Seit einigen Wochen mehren sich die Meldungen zum Thema Kurzarbeit. Regionen wie Südwestfalen verzeichnen bereits einen deutlichen Anstieg an Betrieben, die Kurzarbeit beziehen. Dies liegt insbesondere an der Wirtschaftsstruktur: Als Standort für die Automobilzulieferindustrie ist die Region stark vom rückläufigen Kaufverhalten von PKWs betroffen.

Wirft man einen Blick in den Kreis Recklinghausen, so lassen sich diese Tendenzen (noch) nicht erkennen. Zwar erhält auch die Arbeitsagentur Recklinghausen vermehrt Nachfragen, diese sind meist jedoch rein präventiver und informativer Natur. Viele Unternehmen möchten sich bestmöglich über rechtliche Rahmenbedingungen informieren, um für den Notfall gewappnet zu sein. Anträge auf Kurzarbeit sind jedoch bisher nur von neun Betrieben gestellt worden, davon wiederum betroffen sind 78 Mitarbeiter. Zum Vergleich: In Krisenzeiten vor 10 Jahren (November 2009) bezogen knapp 300 Betriebe im Kreis Recklinghausen Kurzarbeit.

Es bestehen derzeit keinerlei Anzeichen, dass wir dieses Jahr auch nur in die Nähe dieser Werte rutschen könnten. Und selbst dann ist Kurzarbeit als positives Signal zu werten. Denn anstatt Mitarbeiter aufgrund sinkender Auftragszahlen zu entlassen, gehen Unternehmen, die Kurzarbeit beantragen, in absehbarer Zeit von einer Gesundung der Wirtschaft und Verbesserung der Auftragslage aus und halten dafür ihr Stammpersonal im Betrieb.

Bei Fragen steht die Agentur für Arbeit allen Betrieben aus dem Kreis Recklinghausen unter 02361/40-2735 und per Mail über bochum.kia@arbeitsagentur.de zur Verfügung.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 5.743 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 64 oder 1,1 Prozent
weniger Menschen als im September, jedoch 48 (+0,8 Prozent) mehr als im Oktober des vergangenen Jahres.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 19.561 arbeitslose Menschen. Hier wurden im Vergleich zu September 268 (-1,4 Prozent) Arbeitslose weniger gezählt. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres waren es 2.975 Menschen (-13,2 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat In Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 2.130 -104 -4,7%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 465 -44 -8,6%
50 Jahre und älter 8.232 -54 -0,7%
Langzeitarbeitslose 12.215 -163 -1,3%
Schwerbehinderte 1.494 -21 -1,4%
Ausländer 7.573 -48 -0,6%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote Oktober 2019 September 2019 Oktober 2018
Recklinghausen 7,6 7,7 8,2
Castrop-Rauxel 6,8 6,9 8,3
Datteln 6,5 6,6 7,2
Dorsten 6,2 6,3 6,9
Herten 8,7 8,8 9,8
Marl 8,9 9,1 10,1
Gladbeck 9,5 9,5 10
Agenturbezirk RE 7,7 7,8 8,7

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

SGB III:  Mehr Zugänge und mehr Abgänge  

2.317 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 309 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 291 mehr.

1.083 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 593 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 2.378 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 84 mehr als im September und 210 mehr als im Oktober vor einem Jahr. 746 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 720 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Mehr Zugänge und weniger Abgänge

3.371 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 74 mehr als im September und 520 mehr als vor einem Jahr. 507 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 1.132 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem
gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.656 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 142 weniger als im vorigen Monat, jedoch 40 mehr als im Oktober 2018.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 780 Stellenangebote, 28 (-3,5 Prozent) weniger als im September. Verglichen mit Oktober 2018 wurden 168 Stellen weniger gemeldet
(-17,7 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.422 Stellen zur Besetzung aus, 150 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 592 Beschäftigungsmöglichkeiten höher.

Grundsätzlich werden Fachkräfte in allen Branchen gesucht, die Nachfrage ist hoch und langfristig steigend. Besondere Engpässe bestehen im Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker, Lebensmittelhandwerk), im Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), im Transportwesen (Berufskraftfahrer) sowie in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 25.304.
Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 34.776 Personen und liegt damit um 299 unter dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Wie hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Vest von Oktober 2018 bis September 2019 entwickelt? Wie viele Bewerber für Berufsausbildungsstellen standen welcher Anzahl an Ausbildungsstellen gegenüber? Wie viele Jugendliche mündeten zum Beginn des Ausbildungsjahres in eine betriebliche Ausbildung ein, für wie viele wurden alternative Lösungen gefunden? All diese und andere Fragen zum Ausbildungsmarkt beantworten wir gerne und ziehen zusammen mit anderen Akteuren
Bilanz auf dem Ausbildungsmarkt. Sie erhalten dazu eine gesonderte Einladung.