30.01.2020 | Presseinfo Nr. 8

Arbeitslosigkeit im Januar gestiegen

Trotz Anstieg weiterhin deutlich weniger Arbeitslose als im Vorjahr
 

  • Zahl der Arbeitslosen steigt um 1.070, Quote: 8,0 Prozent
  • Knapp 2.200 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr
  • Offene Stellen weiter rückläufig: Aktuell gut 3.600 Jobchancen

Trotz Anstieg weiterhin deutlich weniger Arbeitslose als im Vorjahr

Im Januar zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 26.266 arbeitslose Menschen und damit 1.070 mehr als im Dezember, jedoch 2.182 weniger als im Januar vor einem Jahr (-7,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg damit aktuell um 0,3 Punkte auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 8,7 Prozent.

„Im Januar ist schließlich der Anstieg an Arbeitslosen eingetreten, den wir schon vor einigen Monaten erwartet haben“, beschreibt Frank Benölken, Leiter der Recklinghäuser Arbeitsagentur, die Entwicklung der letzten Wochen. Danach gäbe es derzeit zwar deutlich mehr Menschen ohne Arbeit als noch zum Ende des vergangenen Jahres. Doch nach wie vor belege Recklinghausen landesweit den ersten Platz, wenn es um einen Vergleich mit dem Vorjahr ginge: „Heute beträgt die Arbeitslosenquote 8,0 Prozent, Anfang letzten Jahres lag sie noch deutlich höher bei 8,7 Prozent.“ Die Aussichten seien laut Frank Benölken entsprechend positiv. Der Agenturchef gibt jedoch zu bedenken: „Die ersten Monate sind nicht aussagekräftig genug für eine verlässliche Prognose über das gesamte Jahr, denn aktuell spielt das Wetter noch eine große Rolle für Stellenmeldungen und Neueinstellungen. Erst wenn das Winterwetter vorüber ist, sehen wir, welche Auswirkungen die nachlassende Konjunktur tatsächlich auf die Betriebstätigkeit im Vest hat. Aktuell gehen wir davon aus, dass sich die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf nicht deutlich erhöhen wird.“

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 6.560 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 672 oder 11,4 Prozent
mehr Menschen als im Dezember und 146 (+2,3 Prozent) mehr als im Januar 2019.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 19.706 arbeitslose Menschen und damit 398 mehr als im Dezember (+2,1 Prozent). Im Vergleich zum Januar des Vorjahres waren es 2.328 Menschen (-10,6 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat in Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 2.073 +60 +3,0%

darunter Jugendliche unter 20 Jahre

391

+1

+0,3%

50 Jahre und älter 8.603 +407 +5,0%
Langzeitarbeitslose 12.280 +320 +2,7%
Schwerbehinderte 1.570 +27 +1,7%
Ausländer 7.816 +356 +4,8%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Geschäftsstellenbezirk / Arbeitslosenquote Januar 2020 Dezember 2019 Januar 2019
Recklinghausen 7,8 7,5 8,4
Castrop-Rauxel 7,3 6,9 8,3
Datteln 6,6 6,4 7,4
Dorsten 6,3 5,9 6,9
Herten 9,2 8,8 10,2
Marl 9,2 8,9 9,8
Gladbeck 10,1 9,6 10,6
Agenturbezirk RE 8,0 7,7 8,7

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

SGB III:  Mehr Zu- und weniger Abgänge  

2.378 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 455 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 112 weniger.

1.470 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 339 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 1.680 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 73 weniger als im Dezember und 151 weniger als im Januar vor einem Jahr. 591 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 290 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Weniger Zu- sowie Abgänge

2.927 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 61 weniger als im Dezember und 122 weniger als vor einem Jahr. 496 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 902 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem
gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 2.557 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 463 weniger als im vorigen Monat und 277 weniger als im Januar 2019.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 609 Stellenangebote, 162 (-21,0 Prozent) weniger als im Dezember. Verglichen mit Januar 2019 wurden 110 Stellen weniger gemeldet
(-15,3 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 3.626 Stellen zur Besetzung aus, 145 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 980 Beschäftigungsmöglichkeiten höher.

Grundsätzlich werden Fachkräfte in allen Branchen gesucht, die Nachfrage ist hoch und langfristig steigend. Besondere Engpässe bestehen im Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker, Lebensmittelhandwerk), im Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), im Transportwesen (Berufskraftfahrer) sowie in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).                                                                                                                                               

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 26.266.
Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 34.570 Personen und liegt damit um 582 Personen über dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Die ersten aktuellen Daten zum Ausbildungsmarkt für das Berufsberatungsjahr 2019/2020 werden nach Ablauf des ersten Beratungshalbjahres im März 2020 bekanntgegeben.

Rückblick auf den Arbeitsmarkt 2019: Vorzeigejahr mit vielen Gewinnern

„Nun schon im vierten Jahr in Folge konnte das bis dahin erfolgreichste Jahr auf dem vestischen Arbeitsmarkt ausgerufen werden, mit gleichzeitig sinkender Arbeitslosigkeit und steigender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung“, freut sich Agenturchef Frank Benölken anlässlich der Jahresbilanz 2019. Dass die Quote sogar erstmals deutlich unter die Acht-Prozent-Marke rutschen konnte, war laut Frank Benölken Ausdruck einer sehr homogenen Entwicklung: „2019 war ein Jahr der vielen Chancen für viele Menschen. Im Kreis haben alle Menschen, ungeachtet ihres Alters, ihrer nationalen Herkunft, ihres Qualifikationsniveaus oder etwaiger Einschränkungen sehr stark vom hohen Stellenbestand profitieren können.“

Ausschlaggebend dafür seien zwei Entwicklungen: Zum einen entstünden immer mehr Arbeitsplätze in Branchen, die weitestgehend konjunkturunabhängig seien, wie zum Beispiel in der Pflege oder in anderen Berufen in der Gesundheitsbranche sowie bei Informations- und Kommunikationsunternehmen. Zum anderen führe der demografische wie technologische Wandel zu einem steigenden Bedarf an Fachkräften. Benölken: „Insbesondere im Handwerk spüren wir einen steigenden Engpass in vielen Berufsbildern. Der Fachkräftemangel besteht zwar noch nicht flächendeckend, aber er erfordert schon heute ein oftmals weitrechendes Umdenken von Arbeitgebern. In der Folge suchen viele von ihnen nach Wegen, ihre Mitarbeiter trotz nachlassender Aufträge zu halten. Andere sichern sich schon jetzt wertvolle Fachkräfte für die Zukunft.“

Arbeitsmarkt in Vorzeigeverfassung

Seit 1997 konnte Arbeitslosigkeit im Verlauf von 12 Monaten nie so deutlich abgebaut werden wie im letzten Jahr. Im Jahresdurchschnitt waren 26.429 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 3.545 (-11,8 Prozent) weniger als 2018. Wo 2017 die Quote erstmals seit 20 Jahren unter die 10 Prozent-Marke rutschte, konnte erstmals im September die Sieben vor dem Komma erreicht werden (7,8 Prozent), zuletzt betrug die Quote 7,7 Prozent im Dezember. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote landete bei 8,1 Prozent, im Jahr 2018 lag sie noch bei 9,2 Prozent. Ungeachtet des Alters, der Herkunft und der Dauer der bisherigen Arbeitslosigkeit konnten die Menschen im Vest im vergangenen Jahr vom Rekordbestand an offenen Stellen (4.754 Stellen im Jahresdurchschnitt und damit 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor) profitieren. Besonders aussagekräftig ist der fortschreitende Abbau an Langzeitarbeitslosen, hier konnten knapp 20 Prozent weniger Menschen arbeitslos gezählt werden als im Jahr 2018. Dies lässt wie in den Vorjahren erkennen: Der Bedarf an Mitarbeitern in den Betrieben -allen voran im Handwerk und im Gesundheitswesen- im Kreis Recklinghausen wächst weiter, weswegen alle Personengruppen stärker als zuvor von Personalchefs den Blick genommen werden. So hat sich im Verlauf des Jahres nicht nur die Arbeitslosigkeit deutlich verringert, sondern gleichzeitig die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgebaut.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst weiter

Die wirtschaftlich stabile Lage hat sich auch im vergangenen Jahr sehr positiv auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Agenturbezirk ausgewirkt. Lag die Zahl 2009 noch bei 142.856, so beträgt der aktuelle Wert 171.583. Verglichen mit 2018 ist ein Anstieg um 4.156 ersichtlich (+2,5 Prozent). Mehr als 62 Prozent aller Beschäftigten arbeiten als Fachkraft, gut zwei Drittel sind zwischen 25 und unter 55 Jahren alt. Das Gesundheitswesen ist die Branche mit den meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (18.359 / 10,8 Prozent), danach folgen der Einzelhandel (15.965 / 9,4 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (11.271 / 6,6 Prozent). Das Baunebengewerbe verzeichnete den größten Zuwachs an Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr (+668 / 7,5 Prozent), gefolgt vom Sozialwesen (+550 / 5,6 Prozent) und dem Gesundheitswesen (+473 / 2,6 Prozent).

Alle Personengruppen und beide Rechtskreise bauen Arbeitslosigkeit ab

Der stärkste Rückgang an Arbeitslosigkeit konnten unter den Langzeitarbeitslosen erzielt werden. Ihre Zahl verringerte sich im Jahresdurchschnitt um 3.161 (-19,5 Prozent) auf 13.070. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren sank im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 426 auf 2.164 (-16,5 Prozent). Bei den älteren Arbeitslosen (50 Jahre und älter) lag die Zahl im Jahresdurchschnitt bei 8.534. Im Vergleich zum Vorjahr waren 968 oder 10,2 Prozent weniger Menschen dieser Altersgruppe arbeitslos. Weniger Arbeitslose gab es auch unter den Schwerbehinderten. Ihr Bestand konnte um 174 (-10,0 Prozent) auf 1.561 gesenkt werden. Die meisten Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit erfolgten aus der Arbeitnehmerüberlassung, der Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen und dem Handel.

Personenkreis Bestand im JD Veränderung zum Vorjahr Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 2.164 -426 -16,5%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 427 -80 -15,8%
50 Jahre und älter 8.534 -968 -10,2%
Langzeitarbeitslose 13.070 -3.161 -19,5%
Schwerbehinderte 1.561 -174 -10,0%
Ausländer 7.737 -692 -8,2%

Die Agentur für Arbeit betreute 2019 im Jahresdurchschnitt 5.932 Arbeitslose, das waren 215 (-3,5 Prozent) weniger als im Jahr 2018. Im Jobcenter Kreis Recklinghausen ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um 3.330 (-14,0 Prozent) auf 20.497 gesunken.

Unterbeschäftigung nimmt weiter deutlich ab

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches Drittes Buch (SGB III) registriert sind. Bei diesen Personen handelt es sich um Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik oder um Personen mit arbeitsmarktbedingtem Sonderstatus, zum Beispiel vorruhestandsähnliche Regelungen und geförderte Selbstständigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug sie 35.845, die Quote erreichte 10,8 Prozent. Vor einem Jahr lag die durchschnittliche Unterbeschäftigung noch bei 37.590, was einer Quote von 11,4 Prozent entsprach.

Dynamik am Arbeitsmarkt wird langsam schwächer

Arbeitslosigkeit ist nicht statisch, sondern unterliegt einer hohen Dynamik. Insgesamt meldeten sich in den zurückliegenden zwölf Monaten mit 18.245 zwar nur 13 Menschen mehr aus Erwerbstätigkeit arbeitslos (+0,1 Prozent) als im Vorjahr, jedoch sank gleichzeitig die Zahl an Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden konnten, im Vergleich zu 2018 um 249 (-1,6 Prozent) auf 15.249.

Keine großen Sprünge auf dem Ausbildungsmarkt

Insgesamt meldeten sich 5.016 junge Menschen zwischen Oktober 2018 und September 2019 bei der Berufsberatung als Bewerber für einen Ausbildungsplatz, 307 weniger als im Jahr zuvor. Von ihnen gelten 4.902 als versorgt. Von allen Jugendlichen, die sich insgesamt im Kreis für eine Ausbildung interessiert haben, konnten 2.178 tatsächlich einen Ausbildungsvertrag unterschreiben und damit 217 weniger als im letzten Jahr. Insgesamt 2.023 Bewerber haben sich aus dem Vermittlungsprozess abgemeldet, weil sie eine anderweitige Lösung gefunden haben. Als `versorgt` gelten außerdem 701 junge Menschen, die für den Ausbildungsbeginn 2019 zwar keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und weiter danach suchen, aber gleichzeitig eine persönliche Alternative haben. Für 114 junge Frauen und Männer (im letzten Jahr waren es 105) konnten bis zum 30. September keine beruflichen Perspektiven geschaffen werden.

Auf der Stellenseite ergab sich das folgende Bild: Im Laufe des Berichtsjahres wurden der Agentur für Arbeit insgesamt 3.332 Ausbildungsstellen gemeldet und damit 55 mehr (1,7 Prozent) als im Vorjahr. Dies führte zu einer nur sehr leicht verbesserten Relation von Stellen zu Bewerbern: Jedem Jugendlichen standen statistisch 0,66 Stellen zur Verfügung, vor einem Jahr waren es noch 0,62.

Ausblick 2020:                                                  

Im Zentrum stehen Beratung und Qualifizierung

„Mittlerweile sind wir sehr erfolgsverwöhnt, gleichzeitig aber sensibel für Anzeichen einer möglichen Eintrübung“, läutet Frank Benölken die Aussichten für das neue Jahr ein und ergänzt: „Eine solche Eintrübung wird uns voraussichtlich in diesem Jahr treffen, wenngleich in moderater Weise. Dies lässt sich nicht nur aus Konjunkturumfragen ablesen, sondern auch anhand steigender Zugänge in Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig sinkenden Abgängen. Die Dynamik lässt jetzt nach. Nichts desto trotz bietet der Arbeitsmarkt auch in diesem Jahr zahlreiche Chancen, die genutzt werden wollen. Dazu zählt allen voran die Möglichkeit der Beschäftigtenförderung.“

Diese Chancen zu stellen und zu nutzen, sei eine der wichtigsten Aufgaben für den Arbeitsmarkt der Zukunft: „Auch, wenn der Arbeitsmarkt weiter robust bleibt, ist die Arbeitslosigkeit für jede einzelne Person ein bedeutsamer Einschnitt. Unsere wichtigste Herausforderung ist es also, diese gar nicht erst eintreten zu lassen. Daher wird künftig der individuellen Beratung von Beschäftigten ein wesentlich größeres Gewicht beigemessen.“ Dazu gehöre ein gutes Angebot an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten: „Es sind nicht nur Menschen ohne ausreichende Qualifikation, die auf strukturellen und technologischen Wandel eine Antwort finden müssen. Wir halten auch Angebote vor für alle Beschäftigten, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen oder sich weiterentwickeln wollen. Diese beraten und unterstützen wir umfassend und erarbeiten gemeinsam ein gutes Konzept für die Zukunft.“ Denn, so zeigt sich der Arbeitsmarktexperte überzeugt: „Eine der größten arbeitsmarktpolitischen Weichenstellungen der kommenden Jahre wird sein, für Nachschub an qualifizierten Arbeitskräften zu sorgen und zu verhindern, dass sie uns ausgehen oder abwandern. Gleichzeitig wollen wir verhindern, dass Arbeitslosigkeit an anderer Stelle nachwächst. Diese Aufgaben lösen wir am effektivsten, wenn alle Akteure am Arbeitsmarkt eng zusammenarbeiten und miteinander gut abgestimmte Angebote unterbreiten.“

Nach wie vor ist es für den Agenturchef wichtig, arbeitslose Menschen bestmöglich zu fördern: „Wir wollen auch im kommenden Jahr weiter daran arbeiten, langzeitarbeitslosen sowie älteren und schwerbehinderten Menschen den Weg in eine Arbeit zu ebnen. Gerade bei Jüngeren kommt es uns darauf an, etwaige Zeiten von Übergangsarbeitslosigkeit zu verkürzen und eine rasche Arbeitsaufnahme nach Schule, Ausbildung oder Studium zu ermöglichen.

Anlass zur Sorge sieht Frank Benölken für 2020 nicht: „Es wird voraussichtlich ab Mitte des Jahres zu einem Anstieg an Arbeitslosen kommen, dennoch bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Verfassung und die Arbeitslosenzahlen auf einem guten Niveau.“

Zur Person Frank Benölken:

Frank Benölken (48) hat am 1. Januar als Vorsitzender der Geschäftsführung die Leitung der Agentur für Arbeit Recklinghausen übernommen.

Damit kehrt der in Ahaus wohnende Familienvater von drei heranwachsenden Töchtern in eine ihm sehr vertraute Agentur zurück, in der er bereits als Bereichsleiter sowie Geschäftsführer operativ über viele Jahre tätig war. Daneben durchlief Frank Benölken in verschiedenen Führungsfunktionen unter anderem die Agentur für Arbeit Coesfeld sowie die Regionaldirektion NRW, nachdem er 1988 seine Ausbildung im Arbeitsamt Coesfeld antrat.

Der leidenschaftliche Angler freut sich darauf, in Recklinghausen auf viele bekannte Gesichter zu treffen und im Schulterschluss mit teilweise noch sehr vertrauten Netzwerkpartnern maßgeblich zu einem positiven Arbeitsmarktklima beizutragen.länder