28.02.2020 | Presseinfo Nr. 21

Belebung des Arbeitsmarktes hat eingesetzt

Bisher profitieren noch nicht alle Personengruppen

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt im Februar um 103, Quote weiterhin bei 8,0 Prozent

  • Gut 1.700 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr

  • Stellenbestand steigt auf 3.775 Jobchancen

Bisher profitieren noch nicht alle Personengruppen

Im Februar zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 26.163 arbeitslose Menschen und damit 103 weniger als im Januar und 1.752 weniger als im Februar vor einem Jahr (-6,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb mit 8,0 Prozent auf dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr betrug sie noch 8,6 Prozent.

„Erfreulicherweise ist der saisonale Anstieg an Arbeitslosen nach nur einem Monat bereits abgeschlossen, denn im Februar konnte Arbeitslosigkeit im Vest schon wieder abgebaut werden“, beschreibt Frank Benölken, Leiter der Recklinghäuser Arbeitsagentur, die einsetzende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Diese zeige sich bisher zwar nur zaghaft, dafür aber früher als erwartet: „Der Winter hat, insbesondere aufgrund des milden Klimas, nahezu keinerlei Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen und damit ist jetzt auch nicht mehr zu rechnen. Nach und nach werden alle Personengruppen wieder Arbeitslosigkeit abbauen, aktuell geschieht dies insbesondere bei Älteren und Langzeitarbeitslosen. Der Anstieg an jungen Arbeitslosen ist unkritisch zu bewerten, denn hierbei handelt es sich um eine kurze Übergangsarbeitslosigkeit nach Beendigung von Schule oder Ausbildung, die ab dem Frühsommer zumeist in eine neue Beschäftigung münden wird“, so Benölken.

Nach wie vor verzeichne Recklinghausen im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Rückgang an Arbeitslosen im gesamten Bundesland, was für den Agenturchef ein Zeichen stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse ist: „Der Großteil an Betrieben im Kreis ist eher konjunkturunabhängig, zum Beispiel im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Hier werden kontinuierlich Kräfte nachgefragt, was uns ein Stück weit von der pessimistischeren Erwartungshaltung anderer Regionen entkoppelt.“

„Spotlight“ des Monats

Heilerziehungspflege – ein abwechslungsreiches Berufsbild mit Perspektive

Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten ihre Schützlinge stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags. Typische Einsatzorte, an denen Heilerziehungspflegekräfte arbeiten, sind Tagesstätten, Wohn- und Pflegeeinrichtungen sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Einrichtungen der Sozialpsychiatrie, ambulante Dienste, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Kindertageseinrichtungen und Schulen.

Die Ausbildung findet an Fachschulen statt und dauert in Vollzeit 2-3 Jahre, in Teilzeit 4-5 Jahre.

Im Kreis Recklinghausen möchten aktuell 12 junge Menschen den Beruf erlernen. Danach sieht die Aussicht auf einen festen Job sehr gut aus. Derzeit gibt es mehr als doppelt so viele offene Stellen wie Interessenten (19 Stellen für 8 Arbeitsuchende).

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 6.527 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 33 oder 0,5 Prozent
weniger Menschen als im Januar, jedoch 234 (+3,7 Prozent) mehr als im Februar 2019.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 19.636 arbeitslose Menschen und damit 70 weniger als im Januar (-0,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 1.986 Menschen (-9,2 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat In Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 2.199 +126 +6,1%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 415 +24 +6,1%
50 Jahre und älter 8.561 -42 -0,5%
Langzeitarbeitslose 12.181 -99 -0,8%
Schwerbehinderte 1.568 -2 -0,1%
Ausländer 7.834 +18 +0,2%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote Februar 2020 Januar 2020 Februar 2019
Recklinghausen 7,8 7,8 8,2
Castrop-Rauxel 7,4 7,3 8,2
Datteln 6,6 6,6 7,2
Dorsten 6,1 6,3 6,7
Herten 9,1 9,2 10,1
Marl 9,1 9,2 9,6
Gladbeck 10,3 10,1 10,4
Agenturbezirk RE 8,0 8,0 8,6

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

SGB III:  Weniger Zu- und mehr Abgänge  

2.202 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 176 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 29 weniger.

945 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 669 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 2.199 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 519 mehr als im Januar, jedoch 118 weniger als im Februar vor einem Jahr. 779 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 503 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Mehr Zu- sowie Abgänge

3.256 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 329 mehr als im Januar und 128 mehr als vor einem Jahr. 510 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 1.023 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem
gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.354 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 797 mehr als im vorigen Monat, gleichzeitig 231 weniger als im Februar 2019.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 951 Stellenangebote, 342 (+56,2 Prozent) mehr als im Januar. Verglichen mit Februar 2019 wurden 248 Stellen weniger gemeldet
(-20,7 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 3.775 Stellen zur Besetzung aus, 149 mehr als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 1.013 Beschäftigungsmöglichkeiten höher.

Grundsätzlich werden Fachkräfte in allen Branchen gesucht, die Nachfrage ist hoch und langfristig steigend. Besondere Engpässe bestehen im Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker, Lebensmittelhandwerk), im Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), im Transportwesen (Berufskraftfahrer) sowie in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 26.163.
Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 34.610 Personen und liegt damit um 28 Personen unter dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Die ersten aktuellen Daten zum Ausbildungsmarkt werden nach Ablauf des ersten Beratungshalbjahres im März 2020 bekanntgegeben.