29.10.2020 | Presseinfo Nr. 57

Arbeitslosigkeit baut rasant ab

Deutlicher Abbau an Arbeitslosen setzt sich weiter fort
 

  • Knapp 800 Arbeitslose weniger, Quote reduziert sich auf 9,0 Prozent
  • Rückgang am stärksten bei Jungen und Ausländern
  • Knapp 1.400 Beschäftigungsaufnahmen
  • Über 850 neue Stellenmeldungen im Oktober, Bestand bei fast 3.400

Deutlicher Abbau an Arbeitslosen setzt sich weiter fort

Im Oktober zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 29.368 arbeitslose Menschen und damit 797 weniger als im September (-2,6 Prozent), jedoch 4.064 mehr als im Oktober vor einem Jahr (+16,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte auf 9,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 7,7 Prozent.

„Auch im Oktober hat sich der Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen saisontypisch positiv gezeigt und einen weiteren deutlichen Abbau an Arbeitslosen verzeichnen können. Damit sind heute gut 1.800 Menschen weniger arbeitslos als noch vor zwei Monaten und knapp 800 weniger als vor vier Wochen“, resümiert Agenturchef Frank Benölken und ergänzt: „Der Corona-Effekt baut sich zwar nicht so schnell wieder ab wie er sich aufgebaut hat, dafür wesentlich eher und stärker als erwartet.“ So sei die aktuelle Quote bereits unter die Marke aus Mai gesunken.

„Wie in allen Lebensbereichen stellen wir auch im Zusammenhang mit dem Thema Arbeit mittlerweile einen deutlich unaufgeregteren und souveräneren Umgang mit der Pandemie fest als noch im Frühjahr. Während damals vorwiegend Schockstarre einsetzte, wächst seither bei vielen Menschen der Wunsch nach einer Qualifizierung oder neuen Beschäftigung zusehends.“ Ein Blick auf die Stellenseite liefere die Begründung: „Mit fast 3.400 offenen Stellen hat sich das Angebot wieder stabilisiert. Und da sich die meisten der ausgeschriebenen Tätigkeiten an Fachkräfte richten, sind abschlussorientierte Qualifizierungen der richtige Schritt auf dem Weg in eine neue Beschäftigung“, so der Arbeitsmarktexperte. 

Unterbeschäftigung sinkt

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 36.184 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 835 Personen (-2,3 Prozent) weniger als im Monat zuvor. Im Oktober 2019 waren es 1.840 Personen (-5,4 Prozent) weniger. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 10,8 Prozent. Im September waren es noch 11,1 und vor einem Jahr 10,3 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit trifft mehr als ein Viertel aller Beschäftigten im Vest

Bislang sind seit Anfang März insgesamt 4.994 Anzeigen auf Kurzarbeit für 47.323 Beschäftigte eingegangen. Damit ist oder war mehr als ein Viertel (27,2 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vest von Kurzarbeit betroffen.

Mittlerweile liegen endgültige Zahlen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit im April, dem ersten vollständig von den Folgen des Shutdowns betroffenen Monats, vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 20.279 Beschäftigte von 3.338 Betrieben ausgezahlt. Für die Monate Mai und Juni liegen zunächst nur Hochrechnungen vor: Danach wurde im Mai für 18.924 und im Juni für 12.926 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld ausgezahlt.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise mit dem Höhepunkt der Nutzung von Kurzarbeitergeld im Mai 2009, zeigten knapp 680 Betriebe für fast 9.100 Menschen im Kreis Recklinghausen Kurzarbeit an.

Rückgang an Arbeitslosen in Grund- und Arbeitslosenversicherung

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 7.948 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 277 oder 3,4 Prozent
Menschen weniger als im September, jedoch 2.205 (+38,4 Prozent) mehr als im Oktober 2019.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 21.420 arbeitslose Menschen und damit 520 weniger als im September (-2,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 1.859 Menschen (+9,5 Prozent) mehr.

Zugänge in Arbeitslosigkeit steigen wieder

4.572 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 312 (+7,3 Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es jedoch 1.116 (-19,6 Prozent) weniger. Der Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit stieg dabei um 10,7 Prozent (+137) auf 1.422. Die Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen zeigten sich mit 1.198 um 6,2 Prozent (-79) hingegen rückläufig gegenüber dem vergangenen Monat.

Abgänge aus Arbeitslosigkeit steigen weiterhin, jedoch nicht zugunsten einer neuen Beschäftigung  

Im Verlauf dieses Monats konnten 5.381 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 69 mehr als im September (+1,3 Prozent), jedoch 653 weniger als im Oktober vor einem Jahr (-10,8 Prozent). 1.388 Männer und Frauen haben im Oktober eine neue Beschäftigung gefunden,106 weniger (-7,1 Prozent) als im Vormonat. Nahezu stagnierend zeigten sich mit 1.443 die Abgänge in eine Ausbildung oder Maßnahme (+0,3 Prozent).

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat
Jüngere unter 25 Jahre 2.447 -326 -11,8%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 478 -91 -16,0%
50 Jahre und älter 9.715 +6 +0,1%
Langzeitarbeitslose 14.108 +66 +0,5%
Schwerbehinderte 1.796 +16 +0,9%
Ausländer 8.853 -222 -2,4%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Arbeitslosenquote
Geschäftsstellenbezirk Oktober 2020 September 2020 Oktober 2019
Recklinghausen 8,6 9,0 7,6
Castrop-Rauxel 8,5 8,8 6,8
Datteln 7,6 7,7 6,5
Dorsten 7,1 7,3 6,2
Herten 10,0 10,1 8,7
Marl 10,0 10,2 8,9
Gladbeck 12,1 12,1 9,5
Agenturbezirk RE 9,0 9,3 7,7

Stellenmeldungen und –bestand steigen

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 859 Stellenangebote, drei mehr (+0,4 Prozent) als im September. Verglichen mit Oktober 2019 wurden 79 Stellen mehr gemeldet
(+10,1 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 3.399 Stellen zur Besetzung aus, vier mehr als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 1.023 Beschäftigungsmöglichkeiten höher.

Zwei von drei Stellenmeldungen bezogen sich auf sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, das Gesundheits- und Sozialwesen, den Handel sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.

Ausbildungsmarkt

Wie hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Vest von Oktober 2019 bis September 2020 entwickelt? Wie viele Bewerber für Berufsausbildungsstellen standen welcher Anzahl an Ausbildungsstellen gegenüber? Wie viele Jugendliche mündeten zum Beginn des Ausbildungsjahres in eine betriebliche Ausbildung ein, für wie viele wurden alternative Lösungen gefunden? All diese und andere Fragen zum Ausbildungsmarkt beantworten wir gerne und ziehen zusammen mit anderen Akteuren Bilanz auf dem Ausbildungsmarkt. Sie erhalten dazu eine gesonderte Einladung.

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, erreichen die Berufsberatung unter: 02361 / 402021 oder 0800 / 4 5555 00.
Arbeitgeber können freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20.