02.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Arbeitsmarkt zeigt erste positive Tendenzen

Leichter Anstieg an Arbeitslosen, aber mehr Dynamik bei Neueinstellungen
 

  • 148 Arbeitslose mehr, Quote steigt auf 9,2 Prozent
  • Arbeitslosigkeit sinkt bereits im Bereich der Arbeitslosenversicherung
  • Mehr Dynamik auf dem Stellenmarkt

Leichter Anstieg an Arbeitslosen, aber mehr Dynamik bei Neueinstellungen

Im Februar zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 29.938 arbeitslose Menschen und damit 148 mehr als im Januar (+0,5 Prozent) und 3.775 mehr als im Februar vor einem Jahr (+14,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 9,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 8,0 Prozent.

„Entgegen dem Trend der letzten Jahre ist es im Februar zu einer leichten Erhöhung der Arbeitslosigkeit im Vest gekommen, diese fiel jedoch schon deutlich niedriger aus als im Januar und damit für Pandemieverhältnisse in einem sehr überschaubaren Umfang“, bewertet Agenturchef Frank Benölken die aktuelle Entwicklung. Benölken weiter: „Obwohl die Arbeitslosigkeit zunächst also weiter steigt, sehen wir schon erste positive Tendenzen. So konnten im Februar wieder deutlich mehr Menschen eine neue Arbeit aufnehmen als im Monat zuvor, auch sind weniger aus einer bestehenden Beschäftigung heraus arbeitslos geworden. Wenn sich diese Trends fortsetzen, wird in der Folge die Arbeitslosigkeit auch wieder sinken.“

Ebenfalls positiv bewertet der Arbeitsmarktexperte den Blick auf die Stellenseite: „Dass uns wieder mehr Stellen gemeldet werden, der Bestand aber eher schrumpft, beweist, dass sie mit passenden Kräften besetzt werden können. Das ist wichtig, denn nur so können Unternehmen auch wieder volle Betriebstätigkeit erlangen, wenn die Phase des Lockdowns vorüber ist und die Wirtschaft an Fahrt aufnimmt.“

Frank Benölken hält auch weiterhin an seiner Einschätzung für die kommenden Monate fest: „Wenn das Wetter dauerhaft stabil bleibt und sich der Lockdown nicht nennenswert verlängert, kann im März und April mit sinkenden Arbeitslosenzahlen gerechnet werden.“

Unterbeschäftigung wächst an

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 36.810 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 217 Personen (+0,6 Prozent) mehr als im Monat zuvor. Im Februar 2020 waren es 2.012 Personen (-5,8 Prozent) weniger. Die Unterbeschäftigungsquote liegt wie im Vormonat bei 11,0 Prozent, vor einem Jahr betrug sie 8,7 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit weiter steigend

Bislang sind seit März 2020 insgesamt 6.778 Anzeigen auf Kurzarbeit für 63.324 Beschäftigte eingegangen, im Vergleich zum Vormonat waren dies 248 Anzeigen mehr, ebenso erhöhte sich die Anzahl an potenziell betroffenen Beschäftigten um 3.641.

Mittlerweile liegen die endgültigen Zahlen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit von März bis August 2020 vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld im April an 20.279 Beschäftigte von 3.338 Betrieben und im Mai an 19.200 Beschäftigte von 2.712 Betrieben ausgezahlt. Ab Juni schwächte sich die Kurzarbeit ab und erzielte den vorläufig niedrigsten Wert im August. Damals wurde in 1.365 Betrieben von 7.619 Mitarbeitern kurzgearbeitet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 680 Betriebe für fast 9.100 Menschen im Kreis Recklinghausen Kurzarbeit an.

Anstieg in der Grundsicherung, Abbau in der Arbeitslosenversicherung

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 8.365 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 172 oder 2,0 Prozent
Menschen weniger als im Januar, jedoch 1.838 (+28,2 Prozent) mehr als im Februar 2020.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 21.573 arbeitslose Menschen und damit 320 mehr als im Januar (+1,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 1.937 Menschen (+9,9 Prozent) mehr.

Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit sinken

4.337 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 427 (-9,0 Prozent) weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 1.121 (-20,5 Prozent) weniger. Der Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit sank um 488 (-25,5 Prozent) auf 1.425. Die Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen zeigten sich mit 1.232 um 210 steigend gegenüber Januar.

Wieder mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit, vor allem in Erwerbstätigkeit  

Im Verlauf dieses Monats konnten 4.177 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 223 mehr als im Januar (+5,6 Prozent), jedoch 1.376 weniger als im Februar vor einem Jahr (-24,8 Prozent). 1.088 Männer und Frauen haben im Februar eine neue Beschäftigung gefunden, 182 mehr (+20,1 Prozent) als im Vormonat. Deutlich stärker als im Vormonat fielen mit 855 die Abgänge in eine Ausbildung oder Maßnahme (+235) aus.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat
Jüngere unter 25 Jahre 2.400 +93 +4,0%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 417 -18 -4,1%
50 Jahre und älter 10.065 +18 +0,2%
Langzeitarbeitslose 14.933 +160 +1,1%
Schwerbehinderte 1.875 +15 +0,8%
Ausländer 9.131 +106 +1,2%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Arbeitslosenquote
Geschäftsstellenbezirk Februar 2021 Januar 2021 Februar 2020
Recklinghausen 8,8 8,8 7,8
Castrop-Rauxel 8,4 8,4 7,4
Datteln 7,9 7,7 6,6
Dorsten 7,2 7,1 6,1
Herten 10,3 10,2 9,1
Marl 10,4 10,4 9,1
Gladbeck 12,1 12,0 10,3
Agenturbezirk RE 9,2 9,1 8,0

Stellenzugang steigt, Bestand leicht reduziert

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 768 Stellenangebote, 57 mehr (+8,0 Prozent) als im Januar. Verglichen mit Februar 2020 wurden jedoch 183 Stellen weniger gemeldet
(-19,2 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 3.419 Stellen zur Besetzung aus, 27 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand um 356 Beschäftigungsmöglichkeiten höher.

Knapp 60 Prozent aller aktuellen Stellenmeldungen bezogen sich auf sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, das Gesundheits- und Sozialwesen und den Handel (z.B. für Internethandel, Nahrungsmittel, Möbelbranche, Gärtnerei).