01.03.2019 | Presseinfo Nr. 16

Frühblüher für den Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung setzt schon im Winter ein

  • Frühe Belebung sorgt für 533 Arbeitslose weniger, Quote sinkt auf 8,6 Prozent
  • Anstieg bei Jüngeren resultiert aus Schul-und Ausbildungsende
  • Stellenmeldungen und Stellenbestand steigen wieder
Frühjahrsbelebung setzt schon im Winter ein

Im Februar zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 27.915 arbeitslose Menschen und damit 533 weniger als im Januar und 3.811 weniger als im Februar vor einem Jahr (-12,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank im Vormonatsvergleich um 0,1 Punkte auf 8,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 9,8 Prozent.

„Das war der kürzeste Winter, den man sich vorstellen kann, jedenfalls bezogen auf den Arbeitsmarkt. Denn schon im Februar verzeichnen wir über 500 Arbeitslose weniger und läuten damit die Frühjahrsbelebung mit großem Schwung ein“, fasst Anke Traber, Leiterin der Arbeitsagentur Recklinghausen, die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen zusammen. Dass trotz Kälte und Eis die Nachfrage nach Arbeitskräften gestiegen und Arbeitslosigkeit in nennenswertem Umfang zurückgegangen sei, belege die ungebrochen stabile wirtschaftliche Lage der Unternehmen: „Betriebe im Vest schauen mit vollen Auftragsbüchern optimistisch in die Zukunft und sichern sich jetzt noch die besten Kräfte. Dies wird jedoch in absehbarer Zeit nicht mehr reibungslos funktionieren, wie es einige Branchen, allen voran das Handwerk, jetzt schon erleben. Denn die verfügbaren Mitarbeiter werden demografisch bedingt immer weniger und das Anforderungsniveau der Stellen stimmt in vielen Fällen nicht mehr mit dem der verfügbaren Kandidaten überein“, so Anke Traber. Auf Anfrage erarbeitet die Arbeitsagentur gemeinsam mit Betriebsinhabern und Personalverantwortlichen einen langfristigen Plan zur Fachkräftesicherung und stellt Fördermöglichkeiten vor, die auch bereits beschäftige Mitarbeiter mit einbezieht.

Auch im März rechnet Anke Traber mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit.

„Spotlight“ des Monats

Gestern arbeitslos, heute Helfer, morgen Fachkraft: Viele Möglichkeiten dank neuem Qualifizierungschancengesetz

Seit dem 1. Januar 2019 regelt das neue Qualifizierungschancengesetz (QCG) neben der Förderung von Arbeitslosen auch die Förderung der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten in Unternehmen durch die Bundesagentur für Arbeit.

Das neue Gesetz ermöglicht Beschäftigten den Erwerb beruflicher Abschlüsse und Teilqualifizierungen. Darüber hinaus können weitere Qualifizierungen gefördert werden. Neben der Erstattung der Weiterbildungskosten an den Beschäftigten kann der Betrieb für die Freistellung der Arbeitnehmer während der Teilnahme an der Weiterbildung Zuschüsse zum Arbeitsentgelt für die entstehenden Ausfallzeiten erhalten.

Und tatsächlich tut sich bereits etwas in den Unternehmen. Allein im letzten Monat gab es neben zahlreichen Beratungen zu diesem Gesetz konkrete Anträge auf Einzelumschulungen und Qualifizierungen, insbesondere für die Altenpflege. Aber auch der Erwerb von Führerscheinen für Berufskraftfahrer konnte in mehreren Fällen gefördert werden.

Dieses Gesetz bietet viele(n) neue Chancen, ergreifen müssen wir sie aber selbst.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 6.293 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 121 oder 1,9 Prozent weniger Menschen als im Januar und 517 (-7,6 Prozent) weniger als im Februar des vergangenen Jahres.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 21.622 arbeitslose Menschen. Hier wurden im Vergleich zu Januar 412 (-1,9 Prozent) Arbeitslose weniger gezählt. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres waren es 3.294 Menschen (-13,2 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat In Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 2.280 +41 +1,8%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 426 +14 +3,4%
50 Jahre und älter 8.919 -267 -2,9%
Langzeitarbeitslose 14.179 -424 -2,9%
Schwerbehinderte 1.614 -44 -2,7%
Ausländer 8.050 -150 -1,8%
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen
Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote Februar 2019 Januar 2019 Februar 2018
Recklinghausen 8,2 8,4 9,5
Castrop-Rauxel 8,2 8,3 9,5
Datteln 7,2 7,4 8,0
Dorsten 6,7 6,9 7,8
Herten 10,1 10,2 10,9
Marl 9,6 9,8 11,4
Gladbeck 10,4 10,6 12,1
Agenturbezirk RE 8,6 8,7 9,8

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

SGB III:  Weniger Zugänge, mehr Abgänge  

2.231 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 259 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 248 weniger.

1.028 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 650 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 2.317 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 486 mehr als im Januar, jedoch 255 weniger als im Februar vor einem Jahr. 812 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 499 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Mehr Zugänge und mehr Abgänge

3.128 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 79 mehr als im Januar und 34 mehr als vor einem Jahr. 542 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 893 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.585 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 751 mehr als im vorigen Monat und 566 mehr als im Februar 2018.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 1.199 Stellenangebote, 480 (+66,8 Prozent) mehr als im Januar. Verglichen mit Februar 2018 wurden 97 Stellen weniger gemeldet (-7,5 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.788 Stellen zur Besetzung aus, 182 mehr als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 555 Beschäftigungsmöglichkeiten niedriger. Besonders nachgefragt sind Fachkräfte aus dem Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Hochbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker), dem Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), Berufskraftfahrer, Verkäufer sowie Kräfte in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 27.915. Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 36.819 Personen und liegt damit um 205 über dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Die ersten aktuellen Daten zum Ausbildungsmarkt für das Berufsberatungsjahr 2018/2019 werden nach Ablauf des ersten Beratungshalbjahres im März 2019 bekanntgegeben.

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung melden unter: 0800 / 4 5555 00.
Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20.
(Die Servicerufnummern sind für den Anrufer kostenfrei.)