01.07.2019 | Presseinfo Nr. 55

Arbeitslosigkeit sinkt im Vest auf 8,0 Prozent

Über 370 Arbeitslose weniger als im Mai

  • Im Juni sinkt die Arbeitslosigkeit um 373 Personen, Quote: 8,0 Prozent
  • Über 5.300 offene Stellen im Kreis
  • Ausbildungsmarkt: 1.764 unversorgte Jugendliche und 1.492 unbesetzte Stellen

Über 370 Arbeitslose weniger als im Mai

Im Juni zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 26.137 arbeitslose Menschen und damit 373 weniger als im Mai und 4.020 weniger als im Juni vor einem Jahr (-13,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank im Vormonatsvergleich um 0,1 Punkte auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 9,2 Prozent.

„Im Juni hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen erneut verbessert, obwohl dies angesichts der nach unten gestuften Konjunkturprognosen so nicht zu erwarten war“, beschreibt Agenturleiterin Anke Traber das aktuelle Geschehen auf dem Arbeitsmarkt. Zum einen sei die Anzahl arbeitsloser Menschen weiterhin deutlich zurückgegangen, und zwar ungeachtet von Alter, Qualifikationsniveau oder nationaler Herkunft, zum anderen hätte es einen immensen Anstieg an neuen Arbeitsstellen gegeben: „Die Geschäfte laufen nach wie vor auf Hochtouren und Unternehmen suchen händeringend nach gutem Personal. Dass dieses Personal in vielen Fällen nicht verfügbar ist, lässt sich am Stellenbestand ablesen, der monatlich wächst“, so Anke Traber weiter. Gerade Fachkräfte im Handwerk seien Mangelware.

Im Juli und August rechnet Anke Traber mit einem saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

„Spotlight“ des Monats

Struktur der offenen Stellen

In diesem Monat konnte ein neuer Rekord an offenen Stellen aufgestellt werden: Über 5.300 Jobmöglichkeiten bestehen derzeit im Vest.

Davon sind:

  • 98,6 Prozent sozialversicherungspflichtig
  • 89,1 Prozent unbefristet (8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr)
  • 90 Prozent ab sofort zu besetzen
  • 87,8 Prozent in Vollzeit ausgeschrieben

Im Juni allein wurden knapp 1.400 neue Stellen gemeldet, davon

  • mehr als jede dritte (525) im Bereich von Handel und kaufmännischen Dienstleistungen
  • 14 Prozent (197) in der Produktion und Fertigung
  • 13 Prozent (186) im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Lehre und Erziehung und
  • 12 Prozent (171) bei Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 5.678 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 69 oder 1,2 Prozent weniger Menschen als im Mai und 194 (-3,3 Prozent) weniger als im Juni des vergangenen Jahres.

In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 20.459 arbeitslose Menschen. Hier wurden im Vergleich zu Mai 304 (-1,5 Prozent) Arbeitslose weniger gezählt. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres waren es 3.826 Menschen (-15,8 Prozent) weniger.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis Bestand Veränderungen zum Vormonat In Prozent
Jüngere unter 25 Jahre 1.986 -48 -2,4%
darunter Jugendliche unter 20 Jahre 361 -10 -2,7%
50 Jahre und älter 8.514 -99 -1,1%
Langzeitarbeitslose 13.025 -340 -2,5%
Schwerbehinderte 1.564 -20 -1,3%
Ausländer 7.579 -159 -2,1%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

Geschäftsstellenbezirk/ Arbeitslosenquote Juni 2019 Mai 2019 Juni 2018
Recklinghausen 7,8 8,0 8,8
Castrop-Rauxel 7,4 7,4 8,9
Datteln 6,6 6,6 7,6
Dorsten 6,3 6,5 7,5
Herten 9,0 9,2 10,4
Marl 9,1 9,2 10,5
Gladbeck 9,9 10,0 11,5
Agenturbezirk RE 8,0 8,1 9,2

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

SGB III:  Weniger Zugänge und mehr Abgänge  

1.850 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 18 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 145 mehr.

902 Männer und Frauen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 422 Menschen nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses
Monats 1.895 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, drei mehr als im Mai und 99 mehr als im Juni vor einem Jahr. 686 Männer und Frauen haben eine neue Beschäftigung gefunden, weitere 374 mit einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung begonnen.

SGB II: Mehr Zu- und Abgänge

3.025 Männer und Frauen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet und damit 310 mehr als im Mai und 656 mehr als vor einem Jahr. 421 Personen meldeten sich unmittelbar nach Verlust ihrer Beschäftigung arbeitslos, 1.000 nach schulischer oder betrieblicher Ausbildung sowie beruflicher Qualifizierung. Dem gegenüber konnten im Verlauf dieses Monats 3.366 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 356 mehr als im vorigen Monat und 688 mehr als im Juni 2018.

Die Stellensituation

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 1.394 Stellenangebote, 555 (+66,2 Prozent) mehr als im Mai. Verglichen mit Juni 2018 wurden 326 Stellen mehr gemeldet (+30,5 Prozent). Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 5.319 Stellen zur Besetzung aus, 305 mehr als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand noch um 964 Beschäftigungsmöglichkeiten niedriger.

Grundsätzlich werden Fachkräfte in allen Branchen gesucht, die Nachfrage ist hoch und tendenziell steigend. Besondere Engpässe bestehen jetzt schon im Handwerk (Garten-und Landschaftsbau, Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, KFZ-Mechatroniker, Lebensmittelhandwerk), im Gesundheits- und Pflegebereich (Altenpfleger, medizinisch-pflegerisches Personal, Physiotherapeuten, zahnmedizinische Fachangestellte), im Transportwesen (Berufskraftfahrer) sowie in der Gastronomie (Köche, Servicekräfte).

Unterbeschäftigung

Die Zahl an arbeitslosen Männern und Frauen beträgt im Berichtsmonat 26.137. Davon ausgehend addiert sich die Unterbeschäftigung auf 35.775 Personen und liegt damit um 137 unter dem Wert des letzten Monats.

Der Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2018 bis Juni 2019 haben sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 4.559 Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet, 112 weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen beträgt 3.030 und stieg damit um 3,8 Prozent (+110) im Vergleich zum letzten Jahr. 

Es befinden sich im Juni noch 1.764 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche, das sind 102 mehr (+6,1 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl noch nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt bei 1.492, drei Stellen mehr (+0,2 Prozent) als im Juni 2018. Statistisch stehen jedem Bewerber 0,7 Stellen zur Verfügung (im letzten Jahr waren es 0,6), bezogen auf die noch verfügbaren Stellen für noch unversorgte Bewerber sind es 0,9 Stellen (wie im Vorjahr).

Anke Traber: „Wenngleich die Anzahl an Ausbildungsplätzen nicht ausreichen wird, um jeden Jugendlichen zu versorgen, so sind dennoch viele Stellen derzeit unbesetzt. Hier gilt es, schnell zu handeln und keine Zeit verstreichen zu lassen, denn das Ausbildungsjahr beginnt in acht Wochen.“ Die mit Abstand größten Chancen bestünden laut Anke Traber derzeit auf eine Stelle als Verkäufer. Daneben gäbe es aber noch eine Vielzahl an weiteren Stellen, zum Beispiel für Kaufleute im Einzelhandel oder Büromanagement, medizinische Fachangestellte, Friseure, Handelsfachwirte, zahnmedizinische Fachangestellte, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Die Agenturchefin rät, in die Berufe hinein zu schnuppern: „Oft werden Ausbildungsberufe von vornherein ausgeschlossen, obwohl gar keine vertiefte Kenntnis über den Berufsalltag besteht. Hier sind Praktika das beste Mittel, um Berufe sowie Betriebe näher kennenzulernen. So kann sich mancher Traumjob entwickeln, der vorher gar nicht im Blickfeld lag.“ 

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung melden unter: 0800 / 4 5555 00.
Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20.
(Die Servicerufnummern sind für den Anrufer kostenfrei.)