31.03.2020 | Presseinfo Nr. 11

Der Arbeitsmarkt im März 2020

• 9 013 Arbeitslose im März 2020
• Quote geht zurück auf 3,1 Prozent
 

Noch lässt sich an der monatlichen Auswertung der Arbeitsmarktzahlen nicht ablesen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den regionalen Arbeitsmarkt hat. Der Zähltag, an dem die Daten für die reguläre, amtliche Arbeitsmarktstatistik für den Berichtsmonat März erhoben wurden, war der 12.03.2020. Erst vier Tage später bahnten sich die massiven Auswirkungen an, die sich aus der Ausbreitung des Virus ergaben.

So geben die Daten für den März Aufschluss über die Situation am Arbeitsmarkt bevor die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus griffen.

9 013 Menschen waren in der Arbeitsagentur und den Jobcentern der Landkreise Reutlingen und Tübingen arbeitslos gemeldet. Eine leichte Frühjahrsbelebung hatte damit seit Februar für einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 128 Arbeitslose gesorgt. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,1 Prozent.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Reutlingen, Wilhelm Schreyeck interpretiert die aktuellen Zahlen mit Vorsicht: „Die vergangenen Tage waren turbulent für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und auch für die Arbeitsagentur. Noch lässt sich nicht statistisch gesichert sagen, wie viele Betriebe gezwungen waren, Kurzarbeit anzuzeigen. Eine erste Auswertung im Bereich der Kurzarbeit werden wir gesondert veröffentlichen. Auch die aktuellen Entwicklungen bei den Arbeitslosenzahlen müssen noch weiter beobachtet werden: Eine seriöse Aussage zu den Veränderungen kann dann mit den April-Zahlen getroffen werden. Deutlich wird aber jetzt schon, dass nicht mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist.“ Die auch schon vor der Pandemie eingetretene Tendenz zur Zurückhaltung bei Neueinstellungen in manchen Branchen, wird voraussichtlich noch weiter verschärft. Nur 716 Jobangebote bekam der Arbeitgeber-Service im März neu gemeldet. Verglichen mit dem März vor einem Jahr bedeutet dies ein Rückgang um 31,5 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn lohnte bisher immer der Blick auf die Entwicklungen des Ausbildungsmarktes. Doch auch hier gilt: Noch lässt sich nicht abschätzen, welche Folgen die derzeitige Krise auf die Nachwuchskräftegewinnung der Unternehmen der Region hat. Und so zeichnen auch die mit den März-Zahlen ausgegeben Daten zum Ausbildungsmarkt nur ein Bild der Lage vor den Einschränkungen durch das Corona-Virus.

Demnach haben sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Reutlingen seit Oktober 2019 2 307 Interessenten für eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das sind 3,7 Prozent weniger als im letzten Jahr zum gleichen Zeitpunkt.

Die Ausbildungsbetriebe in der Region haben seit Oktober 3 303 Ausbildungsstellen gemeldet, ein Plus von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Rein rechnerisch kommen so 1,43 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber.

Entwicklung in den Landkreisen

Im Landkreis Reutlingen waren im März 5 643 Menschen (+8,8 Prozent gegenüber Vorjahr) arbeitslos gemeldet, davon 2 598 (+13,6 Prozent gegenüber Vorjahr) bei der Agentur für Arbeit und 3 045 (+5,0 Prozent gegenüber Vorjahr) beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.

Im Landkreis Tübingen waren 3 370 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+7,7 Prozent gegenüber Vorjahr). Davon wurden 1 727 von der Arbeitsagentur betreut (+11,4 Prozent gegenüber Vorjahr) und 1 643 (+4,1 Prozent gegenüber Vorjahr) vom Jobcenter Landkreis Tübingen.

Arbeitsmarkt der Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquote für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen sank im März auf 3,1 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent).

Die Quoten im Einzelnen (Vorjahreswert in Klammern):

Landkreis Reutlingen 3,5 Prozent (3,2 Prozent), Landkreis Tübingen 2,7 Prozent (2,5 Prozent), Hauptagentur Reutlingen 3,6 Prozent (3,4 Prozent), Geschäftsstellen Münsingen 2,5 Prozent (2,4 Prozent) und Bad Urach 3,0 Prozent (2,8 Prozent).