31.03.2020 | Presseinfo Nr. 13

Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt

Noch lässt sich nicht statistisch gesichert sagen, wie hoch die Anzahl der Anzeigen tatsächlich ist. Das hat verschiedene Gründe. So sind beispielsweise noch nicht alle eingegangen Anzeigen bereits in den IT-Systemen erfasst. Diese Datenerfassung ist jedoch Grundlage für die amtliche Statistik. Um in dieser besonderen Situation dennoch aktuelle Daten vorzulegen, gab es einen Sonderabgriff der geprüften und erfassten Anzeigen zum Monatsende. Aus diesem Wert und dem, was an Erfassungsrückständen bekannt ist, lässt sich eine Hochrechnung erstellen. Ausgehend von dieser Hochrechnung hat die Agentur für Arbeit Reutlingen bislang über 4 500 Vorgänge im Zusammenhang mit der Anzeige von Kurzarbeit erhalten.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Reutlingen, Wilhelm Schreyeck dazu: „Diese Zahl ist enorm. Bei der Bewertung muss aber berücksichtigt werden, dass wir darunter Dopplungen nicht ausschließen können. Dies hat damit zu tun, dass Arbeitgeber aus verständlichen Gründen alle Kanäle nutzen, um Kurzarbeit anzuzeigen. Sie melden sich per E-Mail, über unsere Website oder auch telefonisch. So haben wir im äußersten Fall drei Meldungen für das gleiche Unternehmen. Erst beim Abgleich können wir dies bereinigen. Hinzu kommt, dass ein Betrieb auch mehrere Anzeigen abgeben kann. Das ist der Fall, wenn sich Kurzarbeit beispielsweise auf verschiedene Betriebsteile    oder Abteilungen oder auch auf unterschiedliche geplante Zeiträume bezieht.“ Auch was die Zahl der betroffenen Beschäftigten angeht, lässt sich keine abschließende Aussage treffen. Wilhelm Schreyeck dazu: „Derzeit können wir noch nicht abschätzen, wie viele Beschäftigte in der Region von Kurzarbeit betroffen sind bzw. sein werden. Unter anderem auch viele kleinere Betriebe zeigen Kurzarbeit an. Die Betriebsgröße sieht man einer unbearbeiteten Anzeige aber nicht an.“ 

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie dies nach einer ersten Beratung bei der Agentur für Arbeit zunächst anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von 3 Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben, in welcher Branche und wie groß der Arbeitsausfall war.

 

 

Wilhelm Schreyeck erkennt in der hohen Zahl von Kurzarbeitsanzeigen aber auch ein wichtiges Signal: „Kurzarbeit ist in dieser Krise ein wichtiges Instrument, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und den Betrieben eine finanzielle Entlastung zu verschaffen. Dass dieses Instrument in so großer Zahl angenommen wird, zeigt auch, dass Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten wollen. Unser Beitrag muss nun sein, Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten. Um dies schaffen zu können, haben wir in kurzer Zeit weitreichende Umorganisationen vorgenommen. Unsere Beschäftigten leisten einen entscheidenden Beitrag zum sozialen Frieden und zur Sicherung der Wirtschaft. Wo sich in normalen Zeiten 15 unserer 160 Mitarbeiter unter anderem mit der Beratung zu Kurzarbeitergeld befassen, arbeitet nun ein Mehrfaches davon aus anderen Bereichen nach entsprechender Schulung mit.“