30.04.2020 | Presseinfo Nr. 16

Der Arbeitsmarkt im April 2020

• 10 731 Arbeitslose im April 2020
• Quote steigt auf 3,7 Prozent
• Jugendarbeitslosigkeit erhöht sich auf 3,2 Prozent
 

Die Pandemie schlägt sich nun auch deutlich auf die Arbeitsmarktstatistik nieder. 10 731 Menschen waren in der Arbeitsagentur und den Jobcentern der Landkreise Reutlingen und Tübingen im April arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum März sind damit 1 718 Männer und Frauen zusätzlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,7 Prozent, die der jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf 3,2 Prozent. Die Entwicklung im Land ist etwas schlechter, dort stieg die Arbeitslosenquote auf 4,0 Prozent und die der Jugendlichen auf 3,4 Prozent.

„Die sonst im Frühling zu verzeichnende Frühjahrsbelebung fällt in diesem Monat gänzlich aus. Man muss vielmehr von einer deutlichen Verschlechterung der Situation am Arbeitsmarkt sprechen,“ bewertet der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Reutlingen, Wilhelm Schreyeck die April-Zahlen und fügt an: „Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit hat in sehr hohem Maß die Aufgabe erfüllt, Arbeitsplätze zu erhalten. Aber nicht in jedem Fall konnten Entlassungen vermieden werden. Die meisten Arbeitslosmeldungen betreffen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Lagerwesen, Kfz-Reparaturen und Arbeitnehmerüberlassung.“

Kurzarbeit

Für den März und April liegen nun statistisch gesicherte Zahlen zur Kurzarbeit vor. Demnach wurden seit März von Betrieben 4 600 Anzeigen über Kurzarbeit der Agentur für Arbeit Reutlingen übermittelt.

In diesen Anzeigen sind insgesamt 77 016 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfasst. Wilhelm Schreyeck weist bei der Bewertung dieser Zahlen auf die Besonderheit bei der Abrechnung des Kurzarbeitergeldes hin: „Die Fallzahlen der betroffenen Beschäftigten bilden einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen ab. Sie sagen jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aus. Dazu kann erst konkret etwas gesagt werden, sobald die Arbeitgeber die Abrechnungslisten vorgelegt haben und diese bearbeitet sind. Es kommt vor, dass für einen großen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angezeigt wird, es letztlich dann aber doch nicht alle davon trifft.“

Stellenmeldungen

326 Jobangebote meldeten die Betriebe und Behörden der Landkreise Reutlingen und Tübingen dem Arbeitgeber-Service im April. Das sind 390 Stellen weniger, als noch im März. Und auch der Vergleich zum Vorjahresergebnis zeigt sehr deutlich die Effekte, der durch Corona notwendig gewordenen Beschränkungen auf den Stellenmarkt: Im Vergleich zum April 2019 wurden 66,3 Prozent offene Stellen weniger übermittelt. „Auch der Stellenbestand ist drastisch zurückgegangen. Ein erheblicher Teil davon wurde storniert, weil viele Personalverantwortliche abwartend agieren,“ erläutert Wilhelm Schreyeck. 2 393 Arbeitsstellen standen den Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler im April zur Verfügung und damit 39,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Entwicklung in den Landkreisen

Im Landkreis Reutlingen waren im April 6 697 Menschen (+29,3 Prozent gegenüber Vorjahr) arbeitslos gemeldet, davon 3 195 (+42,0 Prozent gegenüber Vorjahr) bei der Agentur für Arbeit und 3 502 (+19,6 Prozent gegenüber Vorjahr) beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.

Im Landkreis Tübingen waren 4 034 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+30,3 Prozent gegenüber Vorjahr). Davon wurden 2 130 von der Arbeitsagentur betreut (+41,7 Prozent gegenüber Vorjahr) und 1 904 (+19,6 Prozent gegenüber Vorjahr) vom Jobcenter Landkreis Tübingen.

Arbeitsmarkt der Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquote für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen stieg im April auf 3,7 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent).

Die Quoten im Einzelnen (Vorjahreswert in Klammern):

Landkreis Reutlingen 4,1 Prozent (3,2 Prozent), Landkreis Tübingen 3,2 Prozent (2,5 Prozent), Hauptagentur Reutlingen 4,3 Prozent (3,4 Prozent), Geschäftsstellen Münsingen 3,2 Prozent (2,2 Prozent) und Bad Urach 3,6 Prozent (2,8 Prozent).