30.07.2020 | Presseinfo Nr. 24

Der Arbeitsmarkt im Juli 2020

• 12 235 Arbeitslose im Juli 2020
• Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent
• Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 3,8 Prozent
 

Auch im Juli ist noch keine spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt festzustellen. 12 235 Frauen und Männer waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote für den Bezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen und der Jobcenter der Landkreise Reutlingen und Tübingen stieg auf 4,2 Prozent. Seit Juni sind 156 Menschen zusätzlich arbeitslos. Der Vergleich der Arbeitslosenzahl mit dem Vorjahreswert zeigt das Ausmaß des Anstiegs: Er beträgt 43,4 Prozent.  Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich ebenfalls. Die Quote der Jüngeren zwischen 15 und unter 25 Jahren lag bei 3,8 Prozent.

Wilhelm Schreyeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Reutlingen kommentiert: „Bei den Jugendlichen müssen wir mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen. Einige haben sich sicherlich wegen verschobener Prüfungstermine noch nicht arbeitslos gemeldet, werden dies aber noch tun. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Vielen jungen Menschen erschwert jedoch die Pandemie den Start ins Berufsleben. Die Jugendarbeitslosigkeit in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen ist deshalb deutlich angestiegen. Die betroffenen jungen Menschen haben ganz unterschiedliche Startpositionen. Einige sind nach abgeschlossener Ausbildung auf der Suche nach einem Erstansatz zum Beispiel in der Industriemechanik, im Handel, Lager oder auch im kaufmännischen Bereich. Andere haben keinen Berufsabschluss, arbeiten noch daran, ihre Deutschkenntnisse auszubauen und suchen eine Arbeit im Helferbereich. Sie alle sind die Generation Zukunft, die eine Chance braucht, sich zu beweisen, Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln – für einen guten Start in ihr Erwachsenenleben.“ Er ergänzt: „Unser Arbeitgeber-Service arbeitet zusammen mit den Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittlern intensiv daran, für diese jungen Menschen einen Einstieg zu realisieren.“ Auch die Berufs- und Studienberatung ist jeweils von Montag bis Donnerstag von 13 – 16 Uhr telefonisch erreichbar unter der Nummer 07121 309 800.

Kurzarbeit

Im Juli sank die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit erneut. 77 Mal zeigten Betriebe eine geplante Kurzarbeit an. Davon betroffen könnten im Maximum 1 189 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sein. Wilhelm Schreyeck wertet diesen Rückgang als positives Signal, gibt aber zu bedenken: „Es kommt nun darauf an, wie sich die Pandemie nach der Ferienzeit entwickelt. Solange viele Betriebe in Kurzarbeit sind, werden die Perspektiven für Menschen, die bereits arbeitslos geworden sind, ungünstig bleiben. Für sie brauchen wir einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.“

Stellenmeldungen

Der Bestand an Arbeitsstellen ist weiter rückläufig. 2 143 Stellen standen dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Reutlingen zur Vermittlung zur Verfügung, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 46,7 Prozent bedeutet. Bei den neu hinzugekommenen Stellen ist ein leichter Anstieg feststellbar. 111 Jobangebote meldeten die örtlichen Betriebe und Verwaltungen. Das Niveau des Vorjahres ist jedoch noch lange nicht erreicht. Das lag um 36 Prozent höher.

Entwicklung in den Landkreisen

Im Landkreis Reutlingen waren im Juli 7 638 Menschen (+45,7 Prozent gegenüber Vorjahr) arbeitslos gemeldet, davon 3 899 (+60,8 Prozent gegenüber Vorjahr) bei der Agentur für Arbeit und 3 739 (+32,7 Prozent gegenüber Vorjahr) beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.

Im Landkreis Tübingen waren 4 597 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+39,6 Prozent gegenüber Vorjahr). Davon wurden 2 525 von der Arbeitsagentur betreut (+59,3 Prozent gegenüber Vorjahr) und 2 072 (+21,2 Prozent gegenüber Vorjahr) vom Jobcenter Landkreis Tübingen.

Arbeitsmarkt der Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquote für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen stieg im Juli auf 4,2 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent).

Die Quoten im Einzelnen (Vorjahreswert in Klammern):

Landkreis Reutlingen 4,6 Prozent (3,2 Prozent), Landkreis Tübingen 3,6 Prozent (2,6 Prozent), Hauptagentur Reutlingen 4,9 Prozent (3,4 Prozent), Geschäftsstellen Münsingen 3,5 Prozent (2,4 Prozent) und Bad Urach 3,8 Prozent (2,7 Prozent).