05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitslosigkeit trotz Lock-Down gesunken

Bislang hat der erneute Lock-Down nur wenige Auswirkungen auf den lokalen Arbeitsmarkt, denn die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine im Dezember weiter gesunken. Mit 11.106 waren 104 Menschen weniger arbeitslos als noch im November.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,3 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert. "Der Arbeitsmarkt zeigt sich damit aktuell recht stabil. Lediglich gegenüber dem Vorjahr haben wir durch die Auswirkungen des Frühjahr-Lock-Downs weiterhin eine höhere Arbeitslosigkeit“, erklärt Reiner Zwilling, Leiter der Agentur für Arbeit Rheine. So ist die aktuelle Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte höher als im Dezember des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosigkeit liegt um 1.187 Personen höher als im Vorjahresmonat.

Die Entwicklung im Rechtskreis SGB III

Arbeitsmarkt bleibt stabil

Im Dezember waren weniger Menschen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) arbeitslos gemeldet als noch im November. Mit 4.597 Personen waren es 118 weniger als zuletzt. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau des Vormonats. Allerdings waren es vor einem Jahr mit 3.570 noch 1.027 Arbeitslose weniger.

Aktuell sind Männer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen. So sind 58,5 Prozent der Arbeitslosen männlich, während 41,5 Prozent weiblich sind. "Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der arbeitslosen Frauen aber gestiegen", berichtet Reiner Zwilling. So waren vor einem Jahr noch 38,5 Prozent aller Arbeitslosen weiblich. "Offensichtlich haben Frauen die Auswirkungen der Corona-Pandemie etwas stärker zu spüren bekommen als Männer", erklärt Zwilling.

Den größten Anteil an der Arbeitslosen haben weiter ältere Menschen über 50 Jahre. Im Dezember zählten 42,4 Prozent aller Arbeitslosen zu dieser Gruppe. "Es ist nach wie vor schwieriger als Älterer einen neuen Job zu finden. Dabei muss ein 50-jähriger noch 15 bis 17 Jahre arbeiten", so Zwilling. "Ich hoffe, dass zukünftig mehr Arbeitgeber erkennen, welchen Mehrwert ältere und berufserfahrene Mitarbeiter bieten können", fügt Zwilling an. Mit Blick auf den Fachkräftemangel, sollte man diese Gruppe in den Fokus nehmen, so der Appell des Agenturchefs: "Denn die demografische Entwicklung bleibt trotz der Corona-Pandemie weiterhin aktuell und eine Herausforderung".

Die Personalnachfrage der Unternehmen im nördlichen Münsterland war im Dezember weiterhin hoch. Allein im Dezember konnten die Experte der Arbeitsagentur 676 neue Stellen entgegennehmen. Das sind zwar 81 weniger als noch im November, aber 32 mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand an insgesamt gemeldeten freien Stellen kletterte gegenüber dem Vormonat um 99 auf nun 3.634. Damit liegt er um 424 höher als noch vor einem Jahr.

Entwicklung der Kurzarbeit

Bei der Entwicklung der Kurzarbeit liegen nun die endgültigen statistischen Daten für den Monat Juni 2020 vor. Mit 1.837 Unternehmen in Kurzarbeit waren es gegenüber dem Vormonat 610 Betriebe weniger. Die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten sank um 4.463 auf 20.235.

Die neuesten Hochrechnungen für Juli und August zeigen ebenfalls einen weiteren Rückgang der Inanspruchnahme von Kurzarbeit. So waren im Juli noch 1.389 Unternehmen mit 12.968 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Im August reduzierte sich diese Zahl weiter auf 1.180 Betriebe mit 10.125 Beschäftigten. "Aktuell steigt die Inanspruchnahme durch den erneuten Lock-Down wieder. Bis wir dazu konkrete Zahlen haben dauert es aber noch ein wenig", erklärt Agenturleiter Reiner Zwilling.

Entwicklungen im Bereich
der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiter rückläufig

Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II ist zum Jahresende leicht gestiegen. Insgesamt waren im Dezember 6.509 Personen arbeitslos, 14 oder 0,2 Prozent mehr als noch im Vormonat. Gegenüber dem Dezember des Vorjahres waren im aktuellen Monat 160 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. "Dies entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent", erläutert Jobcentervorstand Tanja Naumann und sei in diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr zu erwarten gewesen. Die Arbeitslosenquote für den Rechtskreis SGB II lag dennoch wie im Vormonat und im Vorjahr bei 2,5 Prozent.

Insgesamt war der Arbeitsmarkt auch im abgelaufenen Jahr 2020 stark in Bewegung: So meldeten sich von Januar bis Dezember insgesamt 10.007 Personen erstmals oder nach einer Unterbrechung erneut beim jobcenter Kreis Steinfurt arbeitslos. Diesen Zugängen standen 10.091 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber.

Der positive Trend bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte im Kreis Steinfurt, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, setzt sich auch im Dezember weiter fort. Nachdem im Vormonat vom besten Ergebnis seit Einführung des SGB II in 2005 berichtet werden konnte, reduzierte sich die Zahl zum Jahresende weiter. Mit 9.946 Bedarfsgemeinschaften sank sie um weitere 89 oder 0,9 Prozent. "Wie positiv die Entwicklung ist, zeigt ein Blick auf den Jahresverlauf: Zu Beginn des Jahres lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften noch bei 10.313", erläutert Naumann.  Das waren 3,7 Prozent mehr als im Berichtsmonat. "Insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Lockdowns und der wirtschaftlich schwierigen Situation ist die Reduzierung der hilfebedürftigen Haushalte beeindruckend", resümiert Naumann. Zumal natürlich parallel die Anzahl der auf staatliche Unterstützung angewiesenen Männer, Frauen und Kinder ebenfalls abnehme, so Naumann weiter. Aktuell sind 19.599 Personen auf die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen, 883 weniger als noch im Dezember 2019 (-4,5 Prozent).

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosenquote ist im Münsterland leicht gesunken. Sie verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 4,2. Vor einem Jahr lag sie allerdings mit 3,8 Prozent noch deutlich niedriger. Aktuell sind münsterlandweit 39.386 Personen arbeitslos gemeldet, 434 weniger als im Vormonat, aber 4.429 mehr als im Dezember 2019.

Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen in allen drei Arbeitsagenturen im Münsterland leicht gesunken ist, wirkte sich dies nicht auf die Arbeitslosenquoten aus. Diese liegen unverändert gegenüber dem Vormonat bei 3,5 Prozent für die Arbeitsagentur Coesfeld, bei 4,3 Prozent für die Arbeitsagentur Rheine und bei 4,9 für die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Trotz des Lock-Downs stieg im Münsterland die Nachfrage nach Personal. So meldeten die Unternehmen der Region im Dezember 2.897 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen. Das sind 77 mehr als im November und sogar 151 mehr als Dezember des vergangenen Jahres. Insgesamt können Arbeitsuchende damit münsterlandweit auf 13.309 offene Stellen zurückgreifen. Darunter finden sich 12.222 unbefristete Arbeitsangebote und 1.519 Stellen in Teilzeit.