12.11.2020 | Presseinfo Nr. 68

Presseinformation

Über eine Einstiegsqualifizierung - kurz EQ - haben Unternehmen die Chance, sich schon jetzt ihren Azubi für das kommende Ausbildungsjahr zu sichern und ihre zukünftige Nachwuchskraft in der betrieblichen Praxis kennenzulernen. Jugendliche, die bisher noch keine Ausbildung für sich klarmachen konnten, bereiten sich mit der EQ auf die Lehre in ihrem Wunschberuf vor.

Der Weg zum Ausbildungsstart war in diesem Jahr für Jugendliche und Ausbildungsbetriebe mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Auswahlverfahren konnten nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Messen und Veranstaltungen, auf denen Betriebe für ihre Ausbildung werben, fanden kaum statt. Und auch die Jugendlichen mussten sich auf so viel Neues einstellen.

Obwohl auch in diesem Jahr wieder viele Unternehmen aus dem Landkreis händeringend Azubis für ihre freien Stellen suchten, fanden einige Bewerberinnen und Bewerber keinen Ausbildungsplatz. Jedoch blieben auch zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. Hier kann eine EQ Abhilfe schaffen und beiden Seiten Vorteile bieten.

Was genau ist eine Einstiegsqualifizierung (EQ)?

Die EQ ist ein vergütetes Langzeitpraktikum mit einer Dauer von 6 bis maximal 12 Monaten. Es handelt sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei dem zwischen Betrieb und den jungen Menschen ein Vertrag abgeschlossen und eine Vergütung gezahlt wird. Die Unternehmen erhalten von der Agentur für Arbeit Riesa einen Zuschuss zur EQ-Vergütung sowie eine Pauschale für Sozialversicherungsabgaben.

Die EQ soll Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bereits für einen konkreten Beruf entschieden haben, auf eine Ausbildung vorbereiten. Deshalb orientiert sie sich an den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe. Im Betrieb werden die Jugendlichen an die entsprechenden Ausbildungsinhalte herangeführt und können ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Jugendlichen erhalten ein betriebliches Zeugnis und ein Zertifikat der Kammer über die erfolgreiche EQ-Teilnahme. Teilweise ist auch die Anrechnung der EQ-Zeit möglich, falls eine Ausbildung in dem gleichen Beruf begonnen wird.

„Viele Jugendliche haben Potentiale, die manchmal erst auf den zweiten Blick auffallen. Oft entwickeln sie sich in der beruflichen Praxis sehr gut. Mit einer EQ können sich Betriebe ohne großes unternehmerisches Risiko die potentielle Nachwuchskraft und spätere Fachkraft sichern. Sie lernen die Jugendlichen im betrieblichen Alltag kennen und können sie gezielt an die Inhalte der Ausbildung heranführen“, so Thomas Stamm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa.