03.01.2020 | Presseinfo Nr. 4

Presseinformation

Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt: 5,3 Prozent
Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt: 6.690 arbeitslose Frauen und Männer
Veränderung zum Vorjahr: - 820 Arbeitslose/ - 10,9 Prozent
Stellenzugänge beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Riesa: 6.495



 

„Der regionale Arbeitsmarkt ist in einer robusten Verfassung. Die Arbeitslosigkeit sank im zurückliegenden Jahr und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter angestiegen. Im Jahresverlauf wurden uns von den Arbeitgebern knapp 6.500 zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet. Mit gezielten Investitionen förderten wir die Integration unserer Kunden in den Arbeitsmarkt. Beim Rückgang der Arbeitslosigkeit spielten aber auch demografische Effekte eine Rolle.“, so die Einschätzung von Petra Schlüter, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Im Landkreis Meißen – dem Bezirk der Agentur für Arbeit Riesa – waren im Jahr 2019 im Jahresdurchschnitt 6.690 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Jahr 2018 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 820 Personen beziehungsweise um 10,9 Prozent. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank um 0,7 auf 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die höchste Arbeitslosigkeit wurde im Monat Januar mit 7.674 Arbeitslosen verzeichnet, während sie im Oktober mit 6.133 Personen am geringsten war.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung – im Rechtskreis SGB III – waren im Jahresdurchschnitt 2.080 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist das ein Rückgang um 73 Arbeitslose (- 3,4 Prozent). Im Bereich der Grundsicherung – im Rechtskreis SGB II -, der in alleiniger Zuständigkeit des Landkreises Meißen organisiert ist, waren jahresdurchschnittlich 4.610 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 747 Arbeitslose (- 13,9 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen mit dem Ziel der Integration in den Arbeitsmarkt einschließt, umfasste im Jahresdurchschnitt 8.756 Menschen, ein Rückgang um 772 Personen beziehungsweise um 8,1 Prozent zum Jahr 2018. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent (2018: 7,5 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Riesa akquirierten im Jahresverlauf 6.495 neu zu besetzende Arbeitsstellen von den Unternehmen in der Region. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist ein Rückgang um rund 830 Stellenmeldungen zu verzeichnen. 6.465 dieser Stellen sind sozialversicherungspflichtig (2018: 7.296 sv-pflichtige Stellen). Im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (1.762 Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (1.192 Stellen) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (662 Stellen) setzte sich die hohe Nachfrage nach Personal auch im Jahr 2019 fort. Ebenso bestand im Handel (626 Stellen) und im Bauwesen (447 Stellen) ein großer Bedarf an Arbeitskräften. Im Jahresdurchschnitt waren 2.657 Arbeitsstellen beim Arbeitgeber-Service der Riesaer Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 335 Stellen weniger als im Vorjahr (- 11,2 Prozent). Im Jahresverlauf wurden beispielsweise im Bereich der Arbeitsnehmerüberlassung rund 400 Stellen weniger gemeldet, im verarbeitenden Gewerbe lag das Minus bei rund 220 Stellen und im Gesundheits- und Sozialwesen waren es knapp 280 Stellen weniger.

Beschäftigung

Zum 30. Juni 2019 waren 90.385 Personen im Riesaer Agenturbezirk sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 670 Personen setzte sich der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr fort und beträgt + 0,7 Prozent zum 30. Juni 2018. Einen starken Zuwachs gab es unter anderem im Bereich der Heime und des Sozialwesens (+ 261 Personen), im Handel (+ 220 Personen) sowie im Gesundheitswesen (+ 146 Personen). Beschäftigungsrückgänge waren dagegen im Bereich Erziehung und Unterricht mit 242 Personen, im verarbeitenden Gewerbe mit 159 sowie im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung mit 127 Personen zu verzeichnen.

Arbeitsmarktpolitik

Im Jahr 2019 investierte die Agentur für Arbeit Riesa zur Deckung des regionalen Fachkräftebedarfes erneut in die Bildung von Menschen. So begannen 537 Personen eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung. Durch die Gewährung von Eingliederungszuschüssen wurden 578 Beschäftigungsaufnahmen unterstützt.

Ebenso förderte die Agentur für Arbeit Riesa die Berufsausbildung benachteiligter Jugendlicher sowie Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung.

Ausblick 2020

„Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit geht in seiner Herbstprognose für den Riesaer Agenturbezirk von einer Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,7 Prozent und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 3,0 Prozent im Jahr 2020 aus. Wir werden unseren Fokus auch in diesem Jahr auf die berufliche Bildung setzen, damit unsere Kunden über die Kenntnisse und Fähigkeiten/Qualifikationen verfügen, die seitens der Arbeitgeber nachgefragt werden und damit auf die freien Arbeitsstellen in der Region einmünden können. Dafür stehen ausreichend finanzielle Mittel bereit. Gemeinsam mit allen Arbeitsmarktakteuren im Landkreis Meißen möchten wir so die Auswirkungen struktureller und konjunktureller Veränderungen, der Digitalisierung und auch der Demografie meistern“, so Petra Schlüter. 

„Daneben behalten wir auch die Personen im Blick, die individuelle Vermittlungshemmnisse haben. Ich denke hier zum Beispiel an Personen ohne Berufsabschluss, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Handicap oder auch mit Migrationshintergrund“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa abschließend.