04.05.2020 | Presseinfo Nr. 42

Presseinformation

Wichtige Informationen zum Kurzarbeitergeld
 

Das Kurzarbeitergeld soll die Arbeitsplätze der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer sichern und Kündigungen vermeiden. Das Instrument ist also kein schnelles Liquiditätsprogramm für Unternehmen.

 

Beantragung von Kurzarbeit – das Verfahren

Kurzarbeit muss laut Gesetz erst einmal angezeigt werden. Nach der Bewilligung der Anzeige können die Unternehmer das bereits vorfinanzierte und an die Mitarbeiter ausgezahlte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit beantragen. Mit dem monatlich nachträglich gestellten Antrag sind der konkrete Umfang des Arbeitsausfalls und die davon betroffenen Beschäftigten ersichtlich. Für die Ausfallstunden geht der Arbeitgeber also in Vorleistung. Über eine Tabelle, in der die rechnerischen Leistungssätze enthalten sind, ermittelt der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld selbst. Diese Tabelle stellt die Bundesagentur für Arbeit allen Arbeitgebern zur Verfügung.

 

Inanspruchnahme der Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt erkennen.

„Seit Mitte März haben im Landkreis Meißen 2.772 Unternehmen für 31.220 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Diese Anzeigen und die davon betroffenen Personen bilden eine Obergrenze ab. Erst mit dem monatlich nachträglich gestellten Antrag sind der konkrete Umfang des Arbeitsausfalls und die davon betroffenen Beschäftigten ersichtlich. Ich hoffe, dass der tatsächliche Umfang der Kurzarbeit geringer ausfallen wird. Wir tun alles dafür, um die Bearbeitungszeiträume kurz zu halten. Dafür haben wir Personal vorübergehend in die Leistungsbearbeitung umgesetzt“, so Thomas Stamm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa.

 

Einstellung von neuen Mitarbeitern und Kurzarbeitergeld – geht das?

Betriebe, die sich momentan in Kurzarbeit befinden, streben selbstverständlich an, möglichst schnell ihre regulären Abläufe wieder aufnehmen zu können.

Dazu gehört unter Umständen die Einstellung von Fachkräften oder von Auszubildenden. Neueinstellungen sind möglich, wenn zwingende Gründe vorliegen, diese können vertraglicher, betrieblicher oder gesetzlicher Art sein, z.B.

- eine nicht entbehrliche Fachkraft muss eingestellt werden, um die Weiterführung des Betriebes zu gewährleisten oder

- Auszubildende, die zeitnah nach Beendigung ihres Berufsausbildungsverhältnisses eingestellt werden sollen.

Wichtig dabei ist, dass die kurzarbeitenden Betriebe diese geplanten Einstellungen unbedingt bei der Agentur für Arbeit anzeigen und dies anerkennen lassen.

 

Mehr Informationen unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-sachsen/kurzarbeit.