18.05.2020 | Presseinfo Nr. 43

Presseinformation

Während die Betriebe in Sachsen intensiv damit beschäftigt sind, die Folgen der Coronakrise zu bewältigen, lernen sächsische Schülerinnen und Schüler gerade für ihren Abschluss und planen motiviert ihre Zukunft. Das ist für alle eine Ausnahmesituation. Umso wichtiger ist es, bereits heute an morgen zu denken. Schon vor Corona haben viele Unternehmen über fehlende Fachkräfte gesprochen. Die Lösung liegt im Nachwuchs, sind sich die Regionaldirektion Sachsen, die Handwerkskammer Dresden, die IHK Dresden und die Agentur für Arbeit Riesa einig. Daher sollten die Betriebe an ihren Auszubildenden festhalten und auch jetzt ihre Ausbildungsstellen für den Herbst melden.

 

„Die sächsische Wirtschaft hat sich bewusst in großem Umfang für Kurzarbeit entschieden und damit ein Statement abgegeben, dass sie an ihren Fachkräften und eingespielten Teams auch in schwierigen Zeiten festhalten will. Darüber bin ich sehr froh. Viele Unternehmen verlieren die Zukunft nicht aus den Augen. Denn bereits vor Corona haben viele über Fachkräftemangel gesprochen. Eine Lösung und die Quelle für Fachkräfte ist die betriebliche Ausbildung. Deshalb sollten die Betriebe auch in der Corona-Krise an ihren Auszubildenden festhalten und spätestens jetzt freie Ausbildungsstellen melden. Wir unterstützen mit unseren Jugendberufsagenturen und vermitteln freie Lehrstellen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

„Gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit möchten wir den Übergang von der Schule in den Beruf aktiv mitgestalten. Wir sprechen derzeit verstärkt Jugendliche an, die im Herbst eine Ausbildung beginnen wollen und derzeit noch auf der Suche sind und keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Unsere Berufsberaterinnen sind für euch da – am besten gleich eine telefonische Beratung unter 03525 711 250 vereinbaren. Wir unterstützen schnell, individuell und kompetent“, unterstreicht Thomas Stamm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa.

„Die Auszubildenden von heute werden die Fachkräfte von morgen sein. Umso wichtiger ist es, gerade auch in schwierigen Situationen wie der Corona-Krise, an die Zukunft zu denken. Denn all diejenigen, die im Herbst nicht in einer Ausbildung sind, werden mittelfristig als Gesellen fehlen und auch langfristig als Meister, die einen Betrieb führen können.“, betont Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

„Die Industrie- und Handelskammer Dresden arbeitet intensiv daran, dass die Berufsausbildung für junge Leute in den Ausbildungsunternehmen so gut wie möglich weitergeht – auch in dieser Krisenzeit. Wir wollen erreichen, dass möglichst viele junge Leute ihre Ausbildung fortführen bzw. mit einer Prüfung beenden können. Die IHK Dresden setzt derzeit alles daran, dass diese Prüfungen erfolgreich durchgeführt werden können.

Nun geht es noch darum, junge Menschen und Ausbildungsbetriebe auch für das kommende Ausbildungsjahr wieder zusammenbringen. Unser Appell an die Ausbildungsbetriebe des Kammerbezirks lautet deshalb, so bald wie nur möglich mit dem Auswahlprozess der kommenden Auszubildenden zu beginnen, jungen Menschen so die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu gewähren und damit auch weiterhin an der Fachkräftesicherung im eigenen Unternehmen zu arbeiten“, sagte Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden.

Alle beteiligten Partner stehen gemeinsam für das Bündnis „Allianz für Aus- und Weiterbildung“, denn neben den bisherigen Herausforderungen, wie dem demografischen und strukturellen Wandel, bedarf es besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einer gemeinsamen Strategie. Sächsische Unternehmen werden jetzt aktiv angesprochen, um die Ausbildungsbereitschaft zu erhalten und die Ausbildungsvermittlung zu realisieren. Der Fokus liegt dabei auf den aktuellen Schulabgängern und den Bewerbern, die bis September des letzten Jahres noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatten.

Sowohl die sächsischen Betriebe als auch Schulabgänger werden dafür in einer konzertierten Aktion angeschrieben und so für das gemeinsame Anliegen aufgeschlossen. Die Berufsberater der Agentur für Arbeit Riesa sind weiterhin für die Jugendlichen da – derzeit telefonisch oder über digitale Wege. Unternehmen können sich in Sachen Vermittlung von Bewerbern jederzeit an ihren Arbeitgeber-Service wenden. Alle Kontaktwege und weitere Informationen sind unter www.arbeitsagentur.de/sachsen zu finden.

 

>>Statistische Informationen zum Ausbildungsmarkt im Landkreis Meißen im April

Bewerber

Im Berichtsjahr 2019/2020 (vom 01. Oktober 2019 – 30. September 2020) der Berufsberatung haben sich bis Ende April 1.139 Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 34 Jugendliche weniger als im Vergleichszeitraum 2018/2019, ein Minus von 2,9 Prozent.

Von allen gemeldeten Bewerbern sind 482 mit einer Lehrstelle oder einer anderen beruflichen beziehungsweise schulischen Alternative versorgt. 657 junge Menschen sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder haben sich noch nicht entschieden.

 

Berufsausbildungsstellen

1.216 freie Berufsausbildungsstellen wurden bisher dem Arbeitgeber-Service der Riesaer Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 102 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang von 7,7 Prozent.

Von allen gemeldeten Ausbildungsstellen waren Ende April noch 851 Lehrstellen unbesetzt.

 

>> Weiterführende Informationen und Links

www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-sachsen/bo

www.aus-und-weiterbildungsallianz.de