24.06.2020 | Presseinfo Nr. 53

Presseinformation

Schwerbehinderte Menschen in Beschäftigung

Aufgrund der aktuellen Situation in Folge der Corona-Pandemie akzeptieren die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Integrations- und Inklusionsämter, dass Anzeigen für das Anzeigenjahr 2019 auch nach dem 31. März 2020, bis spätestens 30. Juni 2020, abgegeben werden. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe. Das betrifft Betriebe mit zwanzig und mehr Beschäftigten. Sie sind verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen oder ihnen Gleichgestellten zu besetzen. Dennoch erfüllen viele Arbeitgeber mit zwanzig und mehr Arbeitsplätzen ihre Beschäftigungspflicht nicht und zahlen stattdessen eine Ausgleichsabgabe.

1. Die Beschäftigungsquote weiterhin unterschritten

Betriebe mit zwanzig und mehr Beschäftigten sind verpflichtet, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bereitzustellen – und zwar in Höhe von mindestens fünf Prozent aller Arbeitsplätze (Soll-Quote). Aktuell erfüllen im Landkreis Meißen nicht alle Betriebe diese Pflicht. Stattdessen zahlen viele eine Ausgleichsabgabe, die monatlich für jeden nicht besetzten Arbeitsplatz zwischen 125 und 320 Euro betragen kann. Im Jahr 2018 unterlagen 565 Betriebe aus dem Landkreis Meißen der gesetzlichen Beschäftigungspflicht. Wird die Beschäftigungsquote nicht erfüllt, ist eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Die Beschäftigungsquote lag im Landkreis bei 3,7 Prozent und veränderte sich seit dem Jahr 2015 nicht.

2. Anzeigen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen noch bis 30. Juni 2020 möglich - gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe

Zur Überprüfung der Beschäftigungspflicht haben Arbeitgeber ihre Beschäftigungsdaten jährlich bis 31. März der Agentur für Arbeit anzuzeigen. Sofern die Beschäftigungsquote nicht erfüllt ist, müssen Arbeitgeber gleichzeitig eine Ausgleichsabgabe an die Integrations-/Inklusionsämter zahlen. Aufgrund der aktuellen Situation in Folge der Corona-Pandemie haben die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Integrations- und Inklusionsämter, die Anzeigefrist für das Anzeigenjahr 2019 bis spätestens 30. Juni 2020 verlängert. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe. Kommen Unternehmen ihrer Verpflichtung bis spätestens 30. Juni 2020 nach, wird das Versäumen der Anzeigepflicht zum 31. März 2020 für das Anzeigejahr 2019 nicht als Ordnungswidrigkeit verfolgt.

3. Mehr Menschen mit Handicap in Arbeit

Die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen verringerte sich im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 um 70. So waren im Landkreis Meißen im Jahr 2018 insgesamt 2.618 schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen in anzeigenpflichtigen Betrieben beschäftigt.

Hintergrundinformationen:

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen die Einstellung von Schwerbehinderten finanziell. Betriebe, die Menschen mit Handicap einstellen, können zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Damit sollen Defizite und eine erhöhte Einarbeitung ausgeglichen werden. So können beispielsweise Lohnzuschüsse für mehrere Jahre oder Einstellungspauschalen gezahlt werden. Zusätzlich unterstützen die technischen Berater der Arbeitsagenturen bei der Planung, Beschaffung und Finanzierung von Arbeitshilfen im Betrieb, damit Schwerbehinderte ihre Leistungen ohne Einschränkungen erbringen können.