29.07.2022 | Presseinfo Nr. 42

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil - Viele offene Ausbildungsstellen mit Starttermin im Herbst

Die Arbeitslosigkeit steigt wie um diese Jahreszeit üblich leicht an.

„Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor robust. Im Juli waren mit 6.150 so viele Stellenangebote gemeldet wie noch nie in diesem Monat. Dies und die nach wie vor hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen deuten darauf hin, dass weiterhin ein hoher Fachkräftebedarf besteht“, sagt Michael Vontra, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Und die hohe Personalnachfrage beeinflusst auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im positiven Sinne: Im Juli waren bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern mit 8.030 weniger Personen arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr (-210) und als vor zwei Jahren (-2.540). Erwartungsgemäß ist der Wert in den vergangenen Wochen jedoch leicht (+130) angestiegen. Dies liegt daran, dass viele junge Menschen in den vergangenen Wochen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und trotz des enormen Fachkräftebedarfs nicht alle im Anschluss von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Dementsprechend ist bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Juli um 110 auf 820 angestiegen“, erklärt er und fährt an die Unternehmen gewandt fort: „Für diese frisch ausgebildeten jungen Fachkräfte suchen wir Arbeitgeber*innen, die bereit sind ihnen eine Chance zu geben. Ich bin mir sicher, dass sich neue und alteingesessene Beschäftigte (Stichwort: Jugend trifft auf Erfahrung) sehr schnell ergänzen und zu einem neuen Team zusammenwachsen werden. Sprechen Sie Ihre*n Ansprechpartner*in vom Arbeitgeberservice an oder melden Sie sich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20. Wir beraten Sie gerne!“ Vontra weiter: „Einige Jugendliche, die sich bei uns melden, planen auch ab Herbst die FOS oder die BOS zu besuchen oder ein Studium aufzunehmen und suchen nur befristet einen Job. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit dürfte deshalb nur vorübergehend sein.“

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent.

Der stellvertretende Agenturleiter fügt mit Blick auf den Arbeitsmarkt hinzu: „Der Rückgang der Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Vorjahresvergleich fällt moderat aus, weil aus der Ukraine geflüchtete Menschen, die über einen entsprechenden Arbeitsmarktzugang verfügen, seit dem 1. Juni Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Sozialgesetzbuch (SGB) II) erhalten und dann durch die Jobcenter betreut werden. Aktuell sind 1.430 Ukrainerinnen und Ukrainer (+19 ggü. Vormonat) bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Die aus der Ukraine geflüchteten Menschen haben aber drei Monate Zeit, um ihre Anträge in den Jobcentern zu stellen. Durch diese sogenannte Übergangsregelung können sie bis zum Wechsel dorthin weiterhin ihre Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. So ist sichergestellt, dass alle Menschen ihr Geld verlässlich bekommen und sich keine Lücke auftut. Die Zahlen können sich deshalb auch in Zukunft verändern. Insgesamt wurden im Juli – wie schon im Juni – mit 4.140 deutlich mehr (+910) Menschen durch die Jobcenter betreut als vor einem Jahr“ erklärt er.

Die Gesamtzahl der Menschen, die im Agenturbezirk Rosenheim arbeitslos gemeldet sind, ist dennoch insgesamt zurückgegangen. Dies liegt daran, dass bei der Agentur für Arbeit, die die Kundinnen und Kunden nach dem SGB III direkt mit Eintritt der Arbeitslosigkeit betreut, weniger Menschen (-1.120) gemeldet waren als vor einem Jahr. Und dies gilt erfreulicherweise auch für alle Personengruppen – u.a. unter 25- und über 50-Jährige, Menschen mit Schwerbehinderung oder von Langzeitarbeitslosigkeit (Dauer der Arbeitslosigkeit über 12 Monate) Betroffene. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Arbeitsuchende von der hohen Personalnachfrage der Unternehmen profitieren und schnell wieder eine neue Anstellung finden.

Direkt an die Menschen gewandt, die eine Arbeit suchen oder sich beruflich umorientieren wollen, fügt Vontra hinzu: „Ich möchte Sie einladen, die Angebote der Agentur für Arbeit zu nutzen. Ihr*e Ansprechpartner*in spricht gerne mit Ihnen über Ihre berufliche Situation und entwickeln Perspektiven, damit die langfristige Integration in den Arbeitsmarkt im passenden Beruf gelingt. Die Kolleg*innen in der Arbeitsvermittlung sind ebenso die richtigen Ansprechpartner*innen wie die im Team „Berufsberatung im Erwerbsleben“ (BBiE) (https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-by/berufsberatung-im-erwerbsleben). Wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, können wir Weiterbildungen in vielen Bereichen unterstützen. Dieses Angebot gilt übrigens genauso für Betriebe, die wir gerne zur Qualifizierung ihres Personals beraten, denn häufig schlummert der gesuchte Fachkräftebedarf im eigenen Unternehmen. Weitere Informationen und die Kontaktdaten unserer Weiterbildungsberaterinnen finden Sie unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/arbeitskrafte-finden-und-weiterbilden/weiterbildung-fur-beschaftigte. Kommen Sie auf uns zu, damit wir Sie unterstützen können sich beruflich richtig für die Zukunft aufzustellen!“

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Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt

Abschließend wirft Vontra einen Blick auf den Ausbildungsmarkt, und sagt: „Die Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden sind auch jetzt noch sehr gut. Vor allem, wenn die Bewerberin / der Bewerber ein wenig flexibel ist und vielleicht auch in einem Berufsfeld, das dem Traumausbildungsberuf ähnlich ist oder in einem benachbarten Landkreis nach Möglichkeiten schaut.“ Zum Stichtag am 12. Juli standen im Agenturbezirk Rosenheim 710 junge Frauen und Männer, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, 1.740 unbesetzten Lehrstellen gegenüber. Rein rechnerisch sind somit fast 2,5 Ausbildungsstellen je Bewerber*in gemeldet und es gibt in so gut wie allen Bereichen noch Angebote. Direkt an die jungen Frauen und Männer gewandt, die noch eine Ausbildungsstelle mit Starttermin im September suchen, sagt er: „Melden Sie sich am besten gleich unter der Rufnummer 08031 202-222 oder per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de bei unseren Berufsberatern*innen. Diese unterstützen Sie bei der Stellensuche und bei den Bewerbungen. Und/oder fragen Sie bei dem Betrieb, wo Sie gerne Ihre Ausbildung machen würden, nach, ob ein Praktikum möglich ist. Dies ist häufig der Türöffner für die spätere Ausbildung.“ An Bewerber*innen und Unternehmen gerichtet fügt er abschließend hinzu: „Bitte kommen Sie auf uns zu und geben Sie einander auch eine Chance, wenn Sie beispielsweise aufgrund der Schulnoten Zweifel haben, ob es mit der Ausbildung klappt. Wir beraten und unterstützen Sie gerne durch Angebote wie beispielsweise das Förderinstrument „Assistierte Ausbildung“, durch das Nachhilfe zum Berufsschulunterricht und persönliche Unterstützungen möglich sind. Informationen darüber und zu weiteren Möglichkeiten stehen unter  /www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildung/ausbildung-vorbereiten-unterstuetzen, und auch die Website #Ausbildungklarmachen liefert wichtige Informationen.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (Vormonat: 4,1; Juli 2021: 4,3 Prozent). Derzeit sind 1.523 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kund*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Zahl um 24 auf 596. Für 927 arbeitslos SGB II-Kund*innen, 9 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.102 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.653 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,5; Juli 2021: 2,4 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 3.786. Hier sind 1.842 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 125 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.944 arbeitslose SGB II-Kund*innen gemeldet, 29 mehr als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.732 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.964 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juli eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent auf (Vormonat: 2,4; Juli 2021: 2,5 Prozent). Das entspricht 1.603 beschäftigungslosen Bürger*innen. Davon sind 778 Männer und Frauen, 37 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 825 Betroffene, 110 weniger als im Juni, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.357 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.876 sogenannten Bedarfs-gemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.121 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,0 Prozent (Vormonat: 1,8; Juli 2021: 2,5 Prozent) entspricht. Davon sind 681 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 21 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 440* Menschen arbeitslos gemeldet, 90 mehr als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.280 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.007 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

*Für das Jobcenter der optierenden Kommune Miesbach lagen uns im Juni für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen noch keine Werte vor. 

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2022 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.