01.10.2021 | Presseinfo Nr. 52

Generation 50Plus: Potenziale erfahrener Arbeitskräfte nutzen

Arbeitssuchende und Arbeitslose ab 50 Jahre haben es oft besonders schwer ein neues Beschäftigungsverhältnis zu finden. In Krisenzeiten wird das noch deutlicher. Dabei können Betriebe vom Potenzial dieser Bewerber/innen profitieren.

Zu Beginn der Corona-Krise wuchs der Bestand an arbeitslosen Menschen über 50 Jahre im Agenturbezirk Rosenheim stark an. Im September 2021 waren von insgesamt 7.840 von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen 3.350 mit dem Merkmal „50 Jahre und älter“ gemeldet. In den vergangenen 12 Monaten ist die Arbeitslosenzahl bei dieser Personengruppe lediglich um 480 zurückgegangen, während sie insgesamt um 2.410 gesunken ist. Deshalb ist der Anteil der Personen über 50 Jahre an den von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen insgesamt im September 2021 mit knapp 43 Prozent höher als vor einem Jahr, als er bei gut 37 Prozent lag. Zum Vergleich: Im September 2019 waren im Agenturbezirk Rosenheim 2.840 Menschen über 50 Jahre arbeitslos gemeldet.

Manchmal vermuten Unternehmen bei älteren Erwerbslosen geringere Belastbarkeit und Flexibilität sowie andere Einschränkungen, die die Wettbewerbsfähigkeit im Gegensatz zu jüngeren Personen einschränken. Mit dem Alter gehen jedoch nicht immer Leistungseinbußen einher. Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim sagt hierzu: „Der Anteil der Älteren steigt in der Gesamtbevölkerung, bei den Beschäftigtenzahlen und bei den arbeitslosen Menschen. Wir brauchen hier eine Selbstverständlichkeit bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, dass die gesuchten Fachkräfte auch in dieser Altersgruppe zu finden sind und ebenfalls eine Selbstverständlichkeit bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, dass auch in diesem Alter ein Neuanfang gelingen kann.“

Ältere Personen ab 50 Jahren, die derzeit arbeitslos sind, bringen größtenteils eine abgeschlossene Ausbildung oder eine akademische Laufbahn mit. Im Agenturbezirk Rosenheim haben zwei Drittel von ihnen eine betriebliche/schulische oder akademische Ausbildung und nur ein Drittel ist ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Hohe Motivation der „Silver Workers“

Viele der sogenannten „Silver Workers“ bringen eine hohe Motivation, große Sorgfalt und ausgeprägte Arbeitsethik mit. Gute kommunikative Fähigkeiten und eine ausgeprägte Loyalität gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber zählen ebenfalls häufig zu den Stärken der älteren Generation. Zudem bringen sie einen reichen Erfahrungsschatz, vorhandene Netzwerke und Verantwortungsbewusstsein mit. Auch komplexe Probleme lassen sich mit der richtigen Strategie lösen, was eine Risikoeinschätzung und hohe Kompetenz voraussetzt. Dies sind Fähigkeiten, die oft durch langjährige Erfahrung erworben wurden und in Unternehmen besonders geschätzt werden. Menschen mittleren Alters bringen vermehrt Potenziale mit, welche Unternehmen erkennen und für sich nutzen sollten. Insbesondere Branchen, bei denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet, können von berufserfahrenen Arbeitnehmern/innen profitieren und so ihr personelles Defizit ausgleichen.

„Wir sollten angesichts des Fachkräftebedarfs nicht mehr auf die Leistungs- und Weiterbildungsbereitschaft der Älteren verzichten. Die Agentur für Arbeit bietet eine Vielzahl an Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten und berät gerne hierzu. Interessierte erreichen unsere Ansprechpartner/innen vom Arbeitgeberservice unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20“, sagt Schankweiler. „Die Vorbehalte gegenüber älteren Bewerbern/innen sind in den meisten Fällen durch eine sachliche Betrachtungsweise auszuräumen. Durch geeignete Arbeitskonzepte und altersgemischte Teams lassen sich die Stärken der Generation 50plus optimal nutzen. Die richtigen Arbeitsbedingungen erhalten die Gesundheit und Leistungsfähigkeit aller Mitarbeitenden. Unter diesen Voraussetzungen können Unternehmen die gesuchten Fachkräfte anziehen und langfristig an sich binden – was dauerhafte Erfolge sichert.“