18.11.2021 | Presseinfo Nr. 59

Was die Arbeit einer Ernährungsberaterin und einer Mitarbeiterin im Service-Center gemeinsam haben

Mehr als 100 Männer und Frauen arbeiten im Service-Center der Arbeitsagentur in Rosenheim. Sie helfen Kunden*innen in vielen Bereichen. Für die Mitarbeiter*innen ist die Arbeit häufig ein Karrieresprungbrett.
 

„Unser Service-Center (SC) spielt in Zeiten, in denen die persönlichen Kontakte reduziert werden sollen, eine sehr wichtige Rolle. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für viele Kundinnen und Kunden die erste Ansprechpartnerin oder der erste Ansprechpartner. Sie kennen sich in vielen Bereichen aus und können oft gleich weiterhelfen“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die knapp 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem SC kommen aus unterschiedlichen Berufen. Viele von ihnen nutzen die Tätigkeit zum Einstieg in ein sicheres Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst, um anschließend bei uns Karriere zu machen.“

Margot Leitner ist berufliche Quereinsteigerin im Service-Center, und sie hat gerade ihren ersten Schritt auf der Karriereleiter gemacht: „Ich bin vor zwei Jahren in den Raum Rosenheim gezogen und ein wenig über Umwege zu meiner Arbeit im SC gekommen“, sagt die gebürtige Österreicherin, die bei ihrer Stellensuche vom EURES-Netzwerk profitiert hat. Im Rahmen dieses Netzwerks gibt es bei der Agentur für Arbeit Rosenheim ein Beratungsteam, das auf den Bereich „Arbeiten und Leben in der Grenzregion“ spezialisiert ist und Betriebe und Bewerber/innen zu grenzregionaler und internationaler Vermittlung berät. (Kontakt: Rosenheim.EURES-T@arbeitsagentur.de). Margot Leitner erzählt weiter: „Ich habe zwei Diplomausbildungen in Ernährungsberatung abgeschlossen und meine große Liebe gilt der Gesundheits- und Ernährungsberatung. Aber hier sah der Stellenmarkt zwecks Anerkennung der Ausbildung in Österreich schwierig aus. Mein sehr sympathischer Vermittler meinte, ich solle mich doch „übergangsweise“ im SC bewerben und nebenbei meine Selbständigkeit auf die Beine stellen. Daraufhin habe ich mich beworben und durfte bald bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) beginnen“, erzählt die 31Jährige, die zudem ein Masterstudium in Meteorologie und Geophysik und eine Fernausbildung als Grafikdesignerin abgeschlossen hat. Inzwischen arbeitet sie seit zwei Jahren im SC und sagt: „Das Prinzip der Arbeit als Ernährungsberaterin ist dem der BA-Serviceberaterin sehr ähnlich. Ich durfte bei dieser Tätigkeit Menschen helfen. Jeden Tag. Ich durfte sie beruhigen, ihnen Wege aufzeigen und Lösungen anbieten. Das hat mir sehr gefallen. Dies war auch der Grund, warum ich die Arbeit als sehr schön und erfüllend empfand, da die positiven Rückmeldungen und die Dankbarkeit der Kundinnen und Kunden einfach durch nichts zu ersetzen sind. Und das erlebe ich bei meiner jetzigen Arbeit genauso“, erklärt sie. „Aber natürlich gibt es auch herausfordernde Momente wie die Schicksale Einzelner. Besonders wenn man mit diesen mitfühlt, muss man das ein oder andere Anliegen oft ein bisschen sacken lassen. Und natürlich gibt es auch schwierige Gespräche mit aufbrausenden Kundinnen und Kunden. Da ist es dann wichtig, die sachliche Gesprächsführung beizubehalten, was sehr fordernd aber auch sehr spannend sein kann. Das Gefühl auch diesen Menschen helfen zu können, verleiht meiner Arbeit einen weiteren besonderen Stellenwert.“

Anika Maier leitet das Rosenheimer Service-Center seit elf Jahren und seit ihrer Rückkehr aus der zweiten Elternzeit in Teilzeit gemeinsam mit Michael Kinzlinger. Sie spricht darüber, welche Kompetenzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen sollten: „Soziales und kommunikatives Geschick sind bei der Arbeit besonders wichtig. Wichtig ist, dass die Kolleginnen und Kollegen gerne telefonieren und eine Affinität zu Bürotätigkeiten und Arbeiten im Team mitbringen“, sagt sie. „Der Lohn ist tariflich geregelt und die Vereinbarungen sehen schon nach einem Jahr eine Gehaltserhöhung vor. Weitere Vorzüge der Arbeit sind die Chance auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt sowie 30 Urlaubstage im Jahr. Davon profitiere auch ich als Mutter und kann meine Arbeit in Teilzeit gut erledigen“, erklärt sie. Zu den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sagt Anika Maier: „Sie haben ein breit gefächertes Fachwissen und nach einer entsprechenden Dauer der Anstellung vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten in der größten Sozialbehörde Deutschlands, beispielsweise in der Leitung oder der Vermittlung.“  

Margot Leitner hat diesen ersten Schritt des beruflichen Aufstiegs gerade getan und macht im Service-Center eine Personalentwicklungsmaßnahme zur „FIT“. In dieser Funktion wird sie ihre Kolleginnen und Kollegen in Zukunft anleiten. Sie spricht über ihre Erwartungen für die neue Tätigkeit: „In erster Linie erwarte ich mir eine persönliche Entwicklung. Natürlich gehört das Erweitern der fachlichen Kompetenzen dazu, aber einen sehr großen Teil werden andere Lernaufgaben einnehmen. Und auch der richtige Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Vorbildfunktion, Einfühlungsvermögen und Selbstorganisation werden eine wichtige Rolle spielen. Ich hoffe in erster Linie, dass ich persönlich an den neuen Aufgaben wachsen kann und vielen Kolleginnen und Kollegen eine Stütze und Ansprechpartnerin sein darf.“ Auf die Frage, welche Tätigkeit sie sich mittel- und langfristig bei der BA vorstellen kann, antwortet sie: „Dadurch, dass ich sehr gerne mit Menschen arbeite und es liebe, ihnen helfen zu dürfen, sind die Arbeitsvermittlung oder die Berufsberatung ein anzustrebendes Aufgabenfeld. Immerhin sind hier auch viele Parallelen zur Ernährungsberatung, welche ich nebenberuflich niemals aufgeben könnte. Das Gefühl, wenn sich Menschen für eine gute Beratung bedanken und mit neuer Motivation starten können, macht mich unglaublich glücklich.“

Der Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, Michael Schankweiler, freut sich über Erfolgsgeschichten wie die von Margot Leitner. „Wir brauchen immer wieder gute neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Service-Center. Die Stellenangebote stehen unter https://www.arbeitsagentur.de/bakarriere. Wir freuen uns über Bewerbungen!“