28.10.2021 | Presseinfo Nr. 56

Positive Abschlussbilanz der Agentur für Arbeit: Trotz Herausforderungen sind viele Jugendliche in Ausbildung gestartet

Der Beginn der Ausbildung ist oft noch bis zum Jahresende möglich.

„Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr fast allen Jugendlichen, die sich bei uns gemeldet haben, dabei helfen konnten, ihren beruflichen Weg zu finden“, sagt Michael Schankweiler, der Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zum Ende des Berufsberatungsjahres vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021. „Leider haben die nach wie vor schwierigen Bedingungen bei jungen Frauen und Männern und deren Eltern teilweise für Verunsicherungen gesorgt. Bei einigen hat dies wohl dazu geführt, dass sie sich nicht bei uns gemeldet haben. Insgesamt waren im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr 2.228 Bewerberinnen und Bewerber registriert. Das waren 601 (21,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Weitere Gründe für den Rückgang sind – wie schon in den Vorjahren –, dass immer mehr junge Menschen eine höhere Schule (Fach-/Berufsoberschule) besuchen oder studieren.“

Schankweiler erklärt mit Blick auf den Ausbildungsmarkt: „1.282 junge Menschen (392 weniger als vor einem Jahr) haben eine Ausbildung begonnen. Es ist gut, diesen Schritt zu wählen, denn eine abgeschlossene betriebliche Ausbildung bildet eine gute Grundlage für die weitere berufliche Karriere, beispielsweise durch die Weiterbildung zum/r Techniker/in oder Meister/in oder die Aufnahme eines Studiums.“ Mit Blick auf den Stellenmarkt fügt er hinzu: „Die Unternehmen in unserem Agenturbezirk halten an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest, um sich so ihre Fachkräfte für Morgen zu sichern. Betriebe, Verwaltung und sogenannte „freie Berufe“ haben uns im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr 3.823 zu besetzende Berufsausbildungsstellen gemeldet, 122 mehr als vor einem Jahr. Rein rechnerisch kamen damit 1,7 Berufsausbildungsstellen auf jede/n Bewerber/in und die jungen Menschen konnten häufig sogar zwischen mehreren Angeboten auswählen.“

Der Agenturleiter führt weiter aus: „Die 883 jungen Frauen, die bei uns gemeldet waren, suchten am häufigsten eine Ausbildung in den Berufen Medizinischer Fachangestellter (es gilt jeweils auch die weibliche Form) (108), Kaufmann  Büromanagement (84), Friseur/in (46), Kaufmann Einzelhandel (44) und Verkäufer (44). Bei den 1.345 jungen Männern standen die Berufe Kfz-Mechatroniker – PKW-Technik (108), Verkäufer (80), Kaufmann Einzelhandel (77), Fachinformatiker-Systemintegration (64) und Kaufmann Büromanagement (44) oben auf der Wunschliste der Zielberufe. Jugendliche äußern teilweise mehrere Berufswünsche und die Zuordnung erfolgt dann grundsätzlich nach dem Hauptberufswunsch.“ Mit Blick auf den Stellenmarkt für Ausbildungsplätze fügt Schankweiler hinzu: „Die meisten Angebote gab es in den Berufen Kaufmann Einzelhandel (357), Verkäufer (197), Kaufmann Büromanagement (161), Medizinischer Fachangestellter (143) und Zahnmedizinischer Fachangestellter (143).“

Zur Situation zum Ende des Berufsausbildungsjahres sagt er: „Ende September waren in unserem Agenturbezirk noch 630 Ausbildungsplätze unbesetzt, 17 weniger als vor einem Jahr. Viele offene Lehrstellen gibt es noch in den Berufssegmenten Koch (40), Zahnmedizinischer Fachangestellter (35), Hotelfachmann (33), Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk-Fleischerei (30) und Kaufmann Einzelhandel (29). Aber auch in den Berufsgruppen Fahrzeugtechnik (u.a. Kfz-Mechatroniker), Energietechnik (u.a. Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik) und Büro/Sekretariat sind noch Ausbildungsplätze unbesetzt.“ An die jungen Menschen gewandt, die noch nach einem Ausbildungsplatz für heuer suchen, fügt Schankweiler hinzu: „Sie sehen, dass es noch unbesetzte Ausbildungsplätze in vielen Berufen gibt. Der Einstieg in die Ausbildung ist oft bis Jahresende möglich. Melden Sie sich am besten gleich unter der Rufnummer 08031/202-222 (Montag - Donnerstag 8.00 Uhr - 12.00 Uhr; 13.00 Uhr - 16.00 Uhr; Freitag 8.00 Uhr - 12.00 Uhr) oder per Mail an „Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de“ bei unseren Berufsberatern*innen. Die Kolleginnen und Kollegen helfen Ihnen bei der Stellensuche und der Bewerbung. Wenn Sie ein wenig flexibel sind, kann der Start in die Ausbildung noch in diesem Jahr gelingen. Ich drücke Ihnen die Daumen!“ Der Agenturleiter wendet sich auch an die Arbeitgeber*innen und sagt: „Wir wissen, dass sie alle in der aktuellen Situation vor großen Herausforderungen stehen und sich die Suche nach dem/r passenden Bewerber/in manchmal schwierig gestaltet. Wir möchten Sie gerne dabei unterstützen, die passende Nachwuchskraft zu finden und über Fördermöglichkeiten während der Lehre, wie die Assistierte Ausbildung (AsA), informieren. Die Kollegen*innen vom erreichen Sie unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20.“

Schankweiler nennt den Besuch einer höheren Schule (Fachoberschule/ Berufsoberschule), den Beginn eines Studiums oder eines Praktikums,  Arbeitsaufnahme, Berufsvorbereitungs- oder Berufsgrundbildungsjahr an der Berufsschule, bzw. den Besuch einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung und die Aufnahme von gemeinnützigen, bzw. sozialen Diensten als weitere Berufswege, die die Jugendlichen eingeschlagen haben. 41 junge Menschen, 20 weniger als vor einem Jahr, sind nach wie vor auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für heuer. „Unsere Berufsberater/innen stehen in engem Kontakt zu ihnen und unterstützen sie dabei, im Idealfall noch heuer eine Ausbildung zu beginnen oder eine berufliche Alternative zu finden“, sagt er.

Das neue Berufsberatungsjahr hat am 1. Oktober begonnen. Der Agenturleiter wendet sich an die jungen Menschen, die im kommenden Jahr ihren Schulabschluss machen: „Es sind schon viele Ausbildungsplätze mit Starttermin im September gemeldet. Diese gehen vom Anlagenmechaniker über den Fachinformatiker und den Kaufmann ecommerce sowie den Industriekaufmann und den Kfz-Mechatroniker bis zum Zahnmedizinischen Fachangestellten. Melden Sie sich am besten gleich bei unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern (Tel. 08031 / 202-222).  Diese halten die Angebote bereit und geben wertvolle Tipps zu Bewerbungen. Wer sich frühzeitig um einen Ausbildungsplatz kümmert, kann in der Regel aus einer Vielzahl an attraktiven Angeboten auswählen.“

Die Abschlussbilanz des Ausbildungsstellenmarktes in den einzelnen Regionen:

Stadt und Landkreis Rosenheim: 343 unbesetzte Stellen (-3 ggü. VJ); circa 27 Jugendliche (-7 ggü. VJ), die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

Landkreis Miesbach: 151 unbesetzte Stellen (-10 ggü. VJ); circa 5 Jugendliche (-6 ggü. VJ), die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 136 unbesetzte Stellen (-4 ggü. VJ); circa 9 Jugendliche (-7 ggü. VJ), die noch einen Ausbildungsplatz suchen.