29.10.2020 | Presseinfo Nr. 76

Die Arbeitslosigkeit sinkt weiterhin

Die Arbeitslosigkeit sinkt weiterhin - verbleibt jedoch auf hohem Niveau

„Ich freue mich mitteilen zu können, dass sich die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiter verbessert hat. Aufgrund der anhaltend milden Temperaturen konnte in den witterungsabhängigen Berufen weitergearbeitet werden. Deshalb ist es im Betrachtungszeitraum vom 11. September bis 12. Oktober in den von Winterarbeitslosigkeit betroffenen Wirtschaftsbereichen wie dem Tourismus sowie den Außenberufen, wie Garten- und Landwirtschaftsbau oder Baugewerbe, noch kaum zu Kündigungen gekommen“, sagt Michael Schankweiler, der Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheimer, und weiter: „Bis zum Stichtag am 12. Oktober – das war bevor die Anzahl der Covid19-Infektionen leider wieder stark angestiegen ist – ist die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Rosenheim um 470 Personen auf 9.780 zurückgegangen. Der Wert liegt damit zwar nach wie vor deutlich über dem vor einem Jahr (knapp 3.000), jedoch unterschreitet er die maximale Arbeitslosenzahl vom Monat August (10.850) um mehr als 1.000. Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahresmonat – bei einer nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit – zeigt sich auch in der prozentualen Relation: Die Arbeitslosenzahl liegt im Oktober um 44,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch dieser Wert ist damit niedriger als in den letzten fünf Monaten“, so Schankweiler.

Der Agenturleiter erklärt mit Blick auf die nach wie vor hohe Arbeitslosenzahl weiter: „Der Wert ist zum einen darauf zurückzuführen, dass sich bis zum Stichtag am
12. Oktober 2.900 Personen weniger aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet haben als in dem Zeitraum vor einem Jahr. Zum Vergleich haben sich von Januar bis Oktober diesen Jahres 30 Personen weniger arbeitslos gemeldet als 2019“, sagt Schankweiler und fügt hinzu: „Viele Menschen nutzen die Zeit der Arbeitslosigkeit auch für Weiterbildungen. Somit ist auch erklärlich, dass die Zahl der Teilnehmer*innen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat.“  

Schankweiler freut sich, dass die Arbeitslosigkeit bei der Personengruppen der unter 25Jährigen auch im Oktober weiter deutlich um 200 Personen (15,8 Prozent) auf 1.040 zurückgegangen ist. „Viele junge Menschen haben eine Arbeit aufgenommen, besuchen eine höhere Schule (Fach-oder Berufsoberschule) oder eine (Fach)Hochschule oder haben eine Ausbildung begonnen“, erklärt der Agenturleiter und appelliert an diejenigen jungen Frauen und Männer, die noch nach einem Ausbildungsplatz für heuer suchen: „Rufen Sie am besten gleich unter der Nummer 08031 / 202-222 bei unseren Berufsberatern*innen an. Es sind noch attraktive Lehrstellen mit Starttermin sofort gemeldet und ein Einstieg ist oft noch bis Jahresende möglich.“

(Der Abschlussbericht zum Berufsberatungsjahr 2019/2020 wird in diesem Monat separat veröffentlicht).

Die Arbeitslosenquote sank im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres: 2,2 Prozent) und liegt damit unter den Werten der vergangenen fünf Monate.

Der Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim sagt weiter mit Blick auf den Arbeitsmarkt: „Das Instrument der konjunkturellen Kurzarbeit hat in den vergangenen Monaten elementar dazu beigetragen, dass Unternehmen ihr angestammtes Personal trotz schwierigster wirtschaftlicher Bedingungen weiter beschäftigen konnten. Bis zum Stichtag am 25. Oktober hatten 6.931 Betriebe aus unserem Agenturbezirk für insgesamt 68.020 Mitarbeiter*innen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Dabei kann diese Zeit der Kurzarbeit sinnvoll genutzt werden, um Mitarbeiter*innen zu qualifizieren“, sagt Schankweiler und fügt hinzu: „Es gibt generell vielfältige Qualifizierungsmöglichkeiten für Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz. Die Kollegen*innen vom Arbeitgeberservice beraten unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 darüber.“

Der Agenturleiter wirft auch einen Blick auf den Stellenmarkt und sagt: „Auch wenn der Stellenbestand mit 3.920 noch um ein Fünftel unter dem Vorjahresbestand liegt, spüren wir eine Dynamik im Zugang. Die Betriebe im Agenturbezirk haben dem Arbeitgeberservice im Oktober 980 neu zu besetzenden Stellen gemeldet, 150 mehr als im Vormonat und fast so viele wie vor einem Jahr. Den deutlichsten Stellenzuwachs gab es in den Berufsbereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (+66), Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (+40) und Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung (+37). Die meisten Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit erfolgten in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (-128), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (-77) und Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (-49).“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent (Vormonat: 5,5; Oktober 2019: 3,8 Prozent). Derzeit sind 1.904 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 71 auf 1.083 Betroffene. Für 821 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, neun weniger als im September, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.069 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.628 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Oktober: 996 Anzeigen für Kurzarbeit für 9.839 Mitarbeiter*innen.

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (Vormonat: 3,2; Oktober 2019: 2,0 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.321. Hier sind 3.076 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 195 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.245 arbeitslose SGB II-Kunden*innen registriert, 67 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.139 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.544 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Oktober: 3.050 Anzeigen für Kurzarbeit für 31.176 Mitarbeiter*innen.

  • Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 3,0 Prozent Vormonat: 3,0; Oktober 2019 Prozent). Das entspricht 2.112 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 1.546 Männer und Frauen, 46 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 566 Betroffene, 12 mehr als im September, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.849 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.480 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Oktober: 1.430 Anzeigen für Kurzarbeit für 12.994 Mitarbeiter*innen.

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.445 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,8; Oktober 2019: 2,0 Prozent) entspricht. Davon sind 1.032 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 95 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 413 Arbeitslose gemeldet, 5 mehr als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.068 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 861 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Oktober: 1.455 Anzeigen für Kurzarbeit für 14.011 Mitarbeiter*innen.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2020 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeits­losenquote aktualisiert.
  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosig­keit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammenge­führt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zu­grunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden