29.10.2020 | Presseinfo Nr. 33

Rostocker Arbeitsmarkt zeigt sich bisher robust

Weitere Entwicklung von den Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie abhängig

„Ungeachtet der vielen Unsicherheiten hinsichtlich des Corona-Infektionsgeschehens zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Region Rostock weitgehend robust", so die Einschätzung von Anke Diettrich, Leiterin der Rostocker Arbeitsagentur. „Die stark erhöhte Arbeitslosigkeit konnte zuletzt wieder langsam abgebaut werden. Inwieweit sich die in den letzten Wochen exponentiell gestiegenen Infektionszahlen und die Entscheidungen der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten zur Eindämmung der Pandemie in den nächsten Monaten auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, ist nicht abschätzbar."

14.217 Männer und Frauen sind aktuell in der Stadt und im Landkreis Rostock arbeitslos gemeldet, das sind 300 weniger als im September, aber immer noch 19,5 Prozent mehr als im Oktober 2019. In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock waren im Oktober 8.287 Personen arbeitslos (Arbeitslosenquote 7,6 Prozent), im Landkreis Rostock waren es 5.930 Männer und Frauen (Arbeitslosenquote 5,4 Prozent).

Die Arbeitsagentur ist auf die weiteren Entwicklungen in der Corona-Pandemie vorbereitet. Viele Dienstleistungen, Anträge und ausführliche Informationen, u.a. zum Kurzarbeitergeld, stehen online unter www.arbeitsagentur.de zur Verfügung. Bei Fragen erreichen Unternehmerinnen und Unternehmer den Arbeitgeber-Service unter der Telefonnummer 0800 4 5555 20.

Personalbedarf / Stellensituation

Die Beschäftigungsrisiken bleiben gerade im Dienstleistungssektor hoch. Besonders für das Gastgewerbe, die Veranstaltungsbranche sowie Teile des Einzelhandels können die Herbst- und Wintermonate noch einmal zur Belastungsprobe werden.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich bisher dennoch dynamisch. So meldeten die Unternehmen in der Region Rostock im Oktober 981 offene Arbeitsstellen. Damit befinden sich 3.850 Stellenangebote im Bestand der Arbeitsagentur. Das Gesundheits- und Sozialwesen sucht mit 376 offenen Stellen die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gefolgt vom Gastgewerbe (361 offene Stellen) und dem Verarbeitenden Gewerbe (344 offene Stellen).

Ausbildungsmarkt

Das Arbeits- und Fachkräftethema bewegt die regionalen Unternehmen selbst in dieser schwierigen Zeit. Deshalb investieren Firmen nach wie vor in die eigene Ausbildung und bieten jungen Menschen viele Ausbildungschancen an.

Von Oktober 2019 bis September 2020 wurden der Rostocker Arbeitsagentur 2.551 Ausbildungsstellen aus fast allen Branchen gemeldet. Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung im Handel, im Gastgewerbe und in der Lagerlogistik wurden am häufigsten gesucht. Für 260 Lehrstellen konnte bis Ende September keine passende Bewerberin und kein passender Bewerber gefunden werden. Die meisten unbesetzten Be-rufsausbildungsstellen gibt es in den Berufen Restaurant- sowie Hotelfachmann / -frau, Koch / Köchin und Fachkraft - Lagerlogistik.

Bis zum September 2020 meldeten sich 1.168 junge Menschen bei der Berufsberatung mit der Bitte um Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche. 56 Prozent von ihnen haben eine Berufsausbildung begonnen, 6,3 Prozent der jungen Menschen haben sich für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entschieden, 5,7 Prozent besuchen nun eine weiterführende Schule oder nahmen ein Studium auf und jeweils etwa 2 Prozent der Bewerber/innen nehmen nun eine berufsvorbereitende Förderung wahr bzw. absolvieren ein gemeinnütziges / soziales Jahr. Deutlich zurückgegangen ist die Anzahl der unversorgten Bewerber (30 Jugendliche).

„Unsere Berufsberater/innen informieren die Schülerinnen und Schüler zu beruflichen Wegen nach dem Abschluss." Die Leiterin der Arbeitsagentur betont weiter: „Eine rechtzeitige und umfassende Berufsorientierung ist wichtig. Ich lade alle an einer Ausbildung interessierten jungen Frauen und Männer ein, unsere Berufsberatung zu nutzen. Termine können unter 0800 4 5555 00 vereinbart werden."

Kurzarbeit

Zum Abschluss stellte Anke Diettrich die aktuellen Daten zur Kurzarbeit vor. „Seit Beginn der Corona-Krise im März haben in der Region Rostock insgesamt 4.971 Betriebe für 53.396 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt."

Nach erster Hochrechnung haben im Monat Juni 1.998 Betriebe für 15.449 Arbeitnehmer/innen Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Rostock abgerechnet. Das entspricht einer Quote von 9,5 Prozent gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region. Zum Vergleich: Im Mai lag die Quote bei 14,4 Prozent, im April beim bisherigen Höchstwert von 15,3 Prozent.
Die Schwerpunkte lagen im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Gesundheitswesen. Dabei betrug der tatsächliche Arbeitsausfall überwiegend 25 bis 50 Prozent für eine Dauer von drei Monaten.