30.09.2020 | Presseinfo Nr. 67

Entwicklung Arbeitsmarkt im September

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit jahreszeitlich bedingt
 
 12.952 Frauen und Männer ohne Beschäftigung

Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte

Mehr Menschen nehmen Erwerbstätigkeit auf
 

12.952 Männer und Frauen waren im September in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg arbeitslos gemeldet, 5.015 Personen mehr als noch im Vorjahresmonat. „Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem deutlich höheren Niveau als vor einem Jahr, bedingt durch die Kombination von konjunkturellen Effekten und den Folgen der Corona-Pandemie“, beschreibt Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil - Villingen-Schwenningen die Entwicklung. Während Baden-Württemberg insgesamt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 42,7 Prozent verzeichnet, ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk mit einem Plus von 63,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich stark gestiegen. 

Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,5 Prozent 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im August. „Der leichte Rückgang der Arbeitslosenquote ist für diese Jahreszeit üblich“, erläutert Scholz die saisonal bedingte Schwankung. „Das Ende der Betriebsferien, Schulbeginn und der Beginn des neuen Ausbildungsjahres wirken sich im September positiv aus.“

Trotz der insgesamt deutlich gestiegenen Arbeitslosigkeit deuten bestimmte Entwicklungen auf eine leichte Erholung hin: Im September konnten wieder mehr Menschen aus dem Agenturbezirk ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine Beschäftigung aufnehmen (267 Personen mehr als im Vormonat und 64 mehr als im Vorjahresmonat). Die Zahl der Personen, die sich im September neu arbeitslos gemeldet haben, ist parallel dazu gesunken (392 weniger Neuzugänge als im Vormonat und 100 weniger als im Vorjahresmonat). Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen erhöht sich langsam aber stetig – im September kamen 1.076 neue Stellenangebote hinzu, 58 mehr als im August. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich wieder aufnahmefähiger“, fasst Scholz zusammen. „Die weitere Entwicklung ist jedoch mit vielen Fragezeichen versehen – angefangen vom weiteren Verlauf der Corona-Einschränkungen, über das weltwirtschaftliche Geschehen bis hin zur Frage, ob sich die derzeit zu beobachtende konjunkturelle Aufhellung auf die Betriebe in unserer Region nachhaltig auswirkt.“

 

Entwicklung Ausbildungsmarkt

„Wir lassen mit unseren Vermittlungsaktivitäten für bisher unversorgte Bewerber nicht nach“, betont Scholz. „Unsere Berater und Vermittler kümmern sich intensiv um die Nachvermittlung im sogenannten 5. Quartal, um die Verzögerungen, die in den letzten Monaten durch Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen entstanden sind, aufzuholen und einen Jahrgang Corona zu verhindern.“ Abschließende Daten zum Ende des aktuellen Ausbildungsjahres werden zum 30. September erhoben und am 29. Oktober veröffentlicht.

 

Entwicklung in den Landkreisen

Von den drei Landkreisen im Agenturbezirk verzeichnet der Schwarzwald-Baar-Kreis im September die höchste Arbeitslosenquote – diese beläuft sich auf 5 Prozent, ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Aktuell sind 6.123 Personen in diesem Landkreis arbeitslos. Im Kreis Rottweil liegt die Arbeitslosenquote weiterhin konstant bei 3,9 Prozent. Insgesamt sind 3.157 Menschen arbeitslos gemeldet. Auch im Kreis Tuttlingen bleibt die Quote bei 4,5 Prozent. 3.672 Personen sind im Kreis Tuttlingen von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ging die Arbeitslosigkeit im September leicht zurück: 8.416 Personen waren im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet, das sind 168 weniger als im Vormonat aber 3.895 mehr als im Vorjahr (plus 86,2 Prozent). Im Bereich der Grundsicherung gab es im Monatsvergleich dagegen einen leichten Anstieg: Im Rechtskreis SGB II wurden 4.536 Arbeitslose gezählt, das sind 32 Personen mehr als im August; im Vergleich zum Vorjahr waren es 1.120 Arbeitslose mehr (plus 32,8 Prozent).

Betrachtet man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen bezogen auf die Landkreise, lässt sich im Vergleich zum Vorjahresmonat die unterschiedliche regionale Betroffenheit feststellen: Der Anstieg der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) liegt im Schwarzwald-Baar-Kreis bei 94,5 Prozent, im Landkreis Tuttlingen bei 80,9 Prozent und im Kreis Rottweil bei 78,8 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) liegt der Anstieg im Schwarzwald-Baar-Kreis bei 37,2 Prozent, im Kreis Tuttlingen bei 33,9 Prozent und im Kreis Rottweil bei 21,7 Prozent.

 

Kurzarbeit

Die Zahl der Beschäftigten, für die Betriebe im vergangenen Monat Kurzarbeit angemeldet haben, pendelt sich auf niedrigem Niveau ein. Im September sind bei der Agentur für Arbeit Rottweil - Villingen-Schwenningen 42 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 385 Beschäftigte eingegangen (im Vormonat: 37 Anzeigen für 343 Beschäftigte). „Die Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes hilft vielen Betrieben weiterhin, ihre Beschäftigten zu halten und sorgt für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes“, unterstreicht Scholz die Bedeutung für Betriebe und Beschäftigte. „Ohne dieses arbeitsmarktpolitische Instrument müssten Betriebe deutlich mehr Entlassungen vornehmen.“ Seit Beginn der Corona-Pandemie im März sind insgesamt 5.965 Anzeigen für 90.591 Personen bei der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen eingegangen. Im Vorjahreszeitraum waren es 163 Anzeigen für 2.525 Personen.

 

Stellenmarkt

Im September waren insgesamt 4.089 zu besetzende Arbeitsstellen im Agenturbezirk gemeldet (2.145 Stellen weniger als im Vorjahr). Neu hinzugekommen sind im September insgesamt 1.076 Stellenangebote (58 mehr Zugänge als im Vormonat). Neue Stellenangebote im September wurden vor allem für die Berufsbereiche Metallbearbeitung, Metallbau und Maschinenbau sowie Lagerwirtschaft und Logistik gemeldet.