11.03.2019 | Presseinfo Nr. 55

„Woche der Ausbildung“ vom 11. bis 15. März 2019 mit Schwerpunkt MINT

Eine fundierte Ausbildung ist wichtig. Karrierechancen, Qualifizierung und Weiterbildung, vielleicht ein Studium oben draufgesattelt – vieles ist möglich, wenn erst der Grundstein gelegt ist. Dazu gehört, dass junge Menschen eine Orientierung erhalten, eigene Fähigkeiten und Talente entdecken und wissen, wo es beruflich für sie einmal langgehen könnte. Eine maßgebliche Hilfestellung bietet die „Woche der Ausbildung“. Zum sechsten Mal in Folge lenkt die Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsam mit den Partnern der Allianz für Aus- und Weiterbildung eine ganze Woche lang den Blick auf die aktuelle Situation und die anstehenden Herausforderungen am Ausbildungsmarkt. Unter dem Motto „#AusbildungKlarmachen“ wirbt auch die Agentur für Arbeit Saarland im Verlauf der bundesweiten Aktionswoche vom 11. bis 15. März für die duale Ausbildung und für Ausbildungsstellen in den Unternehmen der Region.
 
Qualifizierte Fachkräfte sind die Basis der Unternehmen. Sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit und gewährleisten die erforderliche Qualität der Arbeitsergebnisse. Doch die benötigten Fachkräfte sind schon jetzt zuweilen „Mangelware“. Hinzu kommen die Auswirkungen des demografischen Wandels, die den Wettbewerb um ausbildungsinteressierte Jugendliche weiter forcieren werden. „Umso wichtiger ist es für Unternehmen, frühzeitig in den eigenen Nachwuchs zu investieren und selbst auszubilden. Junge Menschen, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen morgen als Fachkräfte“, erläuterte Christina Arend, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Saarland.
 
Für Arbeitgeber bietet die Aktionswoche die Chance, ihre Ausbildungsberufe, ihre Arbeitsplätze und ihr Unternehmen zu präsentieren und einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Beim heutigen Betriebsbesuch machten sich Christina Arend, und Marianne Nicola, Ausbildungs- und Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeberservice Saarlouis, ein Bild von den vielfältigen Ausbildungsaktivitäten des Unternehmens Ford Central Garage Schaeffer in Dillingen. „Letztlich profitieren beide Seiten von einer Ausbildung: Die Betriebe gewinnen engagierte Fachkräfte und die Auszubildenden schaffen ihre Grundlage für eine eigenständige berufliche Existenz. Damit wirkt die Ausbildung gleich doppelt“, so Arend.
 
Das sieht Alexander Schaeffer, Geschäftsführender Gesellschafter der Schaeffer Central Garage, genauso: „Wir können auf eine sehr lange Ausbildungstradition zurückblicken. Als spezialisiertes Unternehmen würden wir sonst erhebliche Schwierigkeiten bekommen, von außen geeignete Fachkräfte zu gewinnen. Daher setzen wir auf die Ausbildung und wissen dann um die hohe Qualität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Mit Blick in die Zukunft ergänzt Markus Schaeffer, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter: „Digitalisierung und Elektromobilität – auf diese Megatrends und die damit verbundenen Herausforderungen können Unternehmen nur mit gut ausgebildetem Personal reagieren.“
 
Aktuell werden bei Ford Central Garage Schaeffer 14 junge Menschen ausgebildet - vier im kaufmännischen Bereich und zehn im gewerblichen Bereich. Unter den kaufmännischen Auszubildenden sind eine Automobilkauffrau, ein Automobilkaufmann, eine Kauffrau im Groß- und Außenhandel sowie ein Auszubildender zur Fachkraft für Lagerwirtschaft. Unter den zehn Azubis im gewerblichen Bereich ist eine Auszubildende im Bereich Kfz-Mechatronikerin Personenkraftwagentechnik - Antonia Gagliardi, die sich zurzeit im ersten Lehrjahr befindet. Im Januar 2019 haben zwei weibliche Azubis ihre Ausbildung im Bereich Kfz-Mechatronikerin Personenkraftwagentechnik erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden im Unternehmen bisher fünf junge Frauen im gewerblichen Bereich ausgebildet. Zwei davon wurden als Fachkräfte übernommen.
 
Gerade im MINT-Bereich, in Berufen, in denen Kenntnisse und Fähigkeiten aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik eine besondere Rolle spielen, fehlt es an Fachkräften. Der MINT-Bereich bietet eine der wichtigsten Grundlagen für Innovation und technischen Fortschritt. Deshalb ist es wichtig, möglichst viele Jugendliche für diesen Bereich zu interessieren. „Allerdings sind Frauen nach wie vor seltener in MINT-Berufen zu finden als Männer. Ein Grund ist, dass geschlechtsstereotype Berufsbilder immer noch stark in unserer Gesellschaft verankert sind. Unsere Gesellschaft ist aber auf den Ideenreichtum aller angewiesen“, erläutert Arend. „Gemeinsames Ziel der Akteure am Arbeitsmarkt muss es daher sein, junge Menschen dabei zu unterstützen, eine Berufswahl zu treffen, die zu ihren individuellen Fähigkeiten, Interessen und Potenzialen passt und frei von der Beeinflussung durch Geschlechterklischees ist. Weil Mädchen seltener eine MINT-Ausbildung wählen, sollten gemeinsam Anstrengungen unternommen werden, um ihr Interesse an dualen MINT-Berufen künftig noch stärker zu wecken und zu fördern“, appellierte Arend.
 
Schaeffer Central Garage ist im Themenfeld MINT bereits gut unterwegs: Dirk Servet, Serviceleiter, besucht z.B. Schulen in Dillingen, wenn diese Projektwochen durchführen. Er stellt den Betrieb und die angebotenen Ausbildungsberufe vor und motiviert insbesondere Mädchen und junge Frauen, sich für den Ausbildungsberuf Kfz-Mechatronikerin Personenkraftwagentechnik zu bewerben. Auch mit Plakataushängen in Schulen wird die Ausbildung beworben. Mit der Berufsschule in Dillingen existiert außerdem eine Kooperation für einen Schüleraustausch. Antonia Gagliardi und ein weiterer Azubis konnten in diesem Rahmen ein dreiwöchiges Praktikum auf La Réunion absolvieren.