23.12.2019 | Presseinfo Nr. 192

Ausbildung und Umschulung in Teilzeit: Keine halben Sachen

Dorothee Merziger, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Saarland, informiert Ausbildungssuchende, Umschulungsinteressierte und Unternehmen am Donnerstag, dem 09. Januar, zu den Themen Ausbildung und Umschulung in Teilzeit. Die rund zweistündige Veranstaltung findet im Sitzungssaal der Agentur für Arbeit (1. OG), Hafenstr. 18, 66111 Saarbrücken, statt. Beginn ist 9 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sowohl die Teilzeitberufsausbildung wie auch die Teilzeitumschulung führen zu einem vollwertigen Berufsabschluss. Sie sind grundsätzlich in allen anerkannten Berufen des dualen Ausbildungssystems und bei einigen schulischen Ausbildungsgängen möglich. Eine betriebliche Erstausbildung ist gegenüber einer Einzelumschulung vorrangig. Für beide Optionen gilt, dass die Zeiten der praktischen Ausbildung im Betrieb reduziert werden. Unterschiede zwischen den beiden Ausbildungsmodellen ergeben sich in den finanziellen Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten.

An einer Teilzeitberufsausbildung konnten bislang schon Menschen teilnehmen, die wegen familiärer Gründe (Kinderbetreuung, pflegebedürftige Angehörige) oder individueller Lebensumstände (Behinderung, Leistungssportler/innen) keine Vollzeitausbildung absolvieren oder fortsetzen können. Diese Möglichkeiten sollen künftig erweitert werden und insbesondere auch geflüchteten und lernbeeinträchtigten Menschen offenstehen. Voraussetzung für eine Ausbildung in Teilzeit ist aber, dass der Ausbildungsbetrieb zustimmt. Die Teilzeitausbildung ist ein modernes Instrument der Ausbildungspolitik, das der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechnung trägt.

Eine Ausbildung oder Umschulung in Teilzeit bietet viele Vorteile für Unternehmen und die Auszubildenden: Die Auszubildenden können passend zur Betriebsstruktur eingesetzt werden. Wann sie ihre Ausbildungszeit ableisten, sprechen Unternehmen und Azubi individuell miteinander ab. Ein Ausbildungsverhältnis, das wegen Elternzeit oder Pflegetätigkeit unterbrochen wurde, kann in Teilzeit fortgesetzt werden. Der Ausbildungsbetrieb profitiert vom hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein und Organisationstalent, über das Eltern oder Pflegepersonen aufgrund ihrer Rolle verfügen. Für Betriebe ist diese Form der Ausbildung ein klarer Wettbewerbsvorteil und nicht zuletzt auch ein Imagegewinn.