29.04.2020 | Presseinfo Nr. 61

Wechsel an der Spitze der Agentur für Arbeit Saarland

Jürgen Haßdenteufel kann auf eine bewegte Zeit zurückblicken, in der er die BA aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt und mitgestaltet hat. Zur damaligen Bundesanstalt für Arbeit kam Haßdenteufel 1987 nach einer Bankausbildung und einer Tätigkeit als Gymnasiallehrer. Seine Berufsbiografie bei der Bundesagentur war facettenreich: Angefangen als Berufsberater für Abiturienten und Hochschüler, war Haßdenteufel später in unterschiedlichen Leitungsfunktionen sowohl in verschiedenen Arbeitsagenturen (u.a. Annaberg-Buchholz und Bad Kreuznach), als auch im ehemaligen Landesarbeitsamt und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland tätig. Im Sommer 2013 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, einer der mit fast tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größten Verwaltungen im Saarland.
 
 

Zu den herausgehobenen Themen, die ihn in seiner Zeit als Vorsitzender der Geschäftsführer begleitet haben, gehören neben dem demografischen Wandel und dem eng damit verbundenen Fachkräftebedarf vor allem auch die Zuwanderung geflüchteter Menschen im Jahr 2015. In seine Amtszeit fiel die Schaffung des sogenannten Ankunftszentrums in Lebach, in dem gemeinsam mit weiteren Partnern neu angekommenen Flüchtlingen frühzeitig erste Angebote zur beruflichen Integration im neuen Aufnahmeland unterbreitet wurden. Die Einrichtung diente in der Folge als Blaupause für zahlreiche vergleichbare Angebote bundesweit. Die guten Erfolge bei der Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt gerade auch im Saarland dürften maßgeblich auf diese frühe Unterstützung zurückzuführen sein.

Eine enge Kooperation mit Partnerorganisationen spielte auch bei der flächendeckenden Einführung sog. Jugendberufsagenturen auf Landkreisebene eine Rolle, die in die Amtszeit von Haßdenteufel fiel. In ihnen arbeiten die Arbeitsagentur, die Jugendämter und die Jobcenter gemeinsam bei der Betreuung junger Menschen auf ihrem Weg in Richtung Ausbildung und Arbeit. Bis dahin getrennt durchgeführte Aktivitäten werden nunmehr gebündelt angeboten und erreichen damit eine größere Zahlunger Männer und Frauen.

Eine sehr stark auf die Besonderheiten des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts ausgerichtetes Handlungsfeld war in der Amtszeit von Jürgen Haßdenteufel auch der Ausbau der Arbeitsvermittlung und der Ausbildungsstellenvermittlung über die lothringische Grenze hinweg. Gemeinsam mit den Schwesterverwaltungen der saarländischen Arbeitsagentur auf französischer Seite entstanden tragfähige grenzüberschreitende Vermittlungsstrukturen.

Für Jürgen Haßdenteufel steht eins fest: „Gerade das Saarland hat, mit seinen immer wieder zu Tage tretenden Besonderheiten in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur, berechtigt besondere Erwartungen an die Arbeitsagentur. Denen galt und gilt es Rechnung zu tragen“, ergänzt Haßdenteufel. „Der Abschied aus der Agentur für Arbeit Saarland fällt mir nicht leicht. Ich blicke auf intensive, aber vor allem interessante und spannende Jahre zurück.“

Jürgen Haßdenteufels Nachfolgerin ist Madeleine Seidel. Seidel übernimmt ab 01. Mai 2020 den Vorsitz der Geschäftsführung. Bisher war sie operative Geschäftsführerin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland.