23.02.2022 | Presseinfo Nr. 19

Der Landkreis Jerichower Land in Bewegung - Arbeitsagentur stellt neue Pendlerzahlen vor

Woher kommen die Menschen, die im Jerichower Land arbeiten? Wohin fahren die Einwohner zum Arbeiten? Eine nun veröffentlichte Statistik der Arbeitsagentur klärt auf.
 

Innerhalb Sachsen-Anhalts unterscheidet sich das Pendlerverhalten regional zum Teil deutlich. So üben vor allem die drei Oberzentren Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau eine Sogwirkung auf Beschäftigte aus. Magdeburg ist und bleibt aber weiterhin das beliebteste Pendler-Ziel in Sachen-Anhalt.

In den Landkreis Jerichower Land pendelten zuletzt 8.874 Menschen zum Arbeiten, im Vorjahr waren es 8.693. „Etwa 7.550 Menschen, die in den Landkreis Jerichower Land zum Arbeiten pendeln, sind gut ausgebildete Fachkräfte und Spezialisten. Am häufigsten sind die Einpendler im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe beschäftigt“, erklärt Matthias Kaschte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord.

Auspendler bieten Fachkräftepotential

16.198 Menschen, darunter fast 14.300 Fachkräfte und Spezialisten, pendelten im letzten Jahr oftmals täglich für den Job in eine andere Stadt oder einen anderen Landkreis. Das sind 79 weniger als vor einem Jahr.

Trotz der Einpendler ist es für Unternehmen zum Teil schwer Fachkräfte zu finden. Wenn es gelingt, Auspendler, die bisher zum Teil weite Fahrtwege auf sich nehmen, in den regionalen Unternehmen zu beschäftigen, ist dies ein Gewinn für die Menschen und die Betriebe. Sich für einen bestimmten Job zu entscheiden hängt beim Bewerber aber oft nicht mehr allein von der Bezahlung ab. „Auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein aktives Gesundheitsmanagement sowie Weiterbildungsangebote und Aufstiegsmöglichkeiten sind für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend relevant. Unternehmen, die dies berücksichtigen, können dadurch von der steigenden Attraktivität ihrer Arbeitsplätze profitieren“ so Kaschte.

Pendler bleiben meist in der umliegenden Region

„Viele Menschen nutzen bereits die Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihnen die Region bietet und pendeln zum Arbeiten innerhalb der umliegenden Landkreise“, stellt Matthias Kaschte fest. „In der Krise hat sich gezeigt, dass es in vielen Tätigkeiten durch die Digitalisierung möglich ist, mobil und über weite Distanzen zu arbeiten. Das ist eine Chance, denn es verkürzt den zeitlichen Aufwand der Pendler und vermeidet Umzüge in andere Orte, um eine geeignete Tätigkeit aufzunehmen“, ergänzt er.

Das TOP-Ziel für die 16.198 auspendelnden Landkreisbewohner ist Magdeburg (7.185 Auspendler), gefolgt vom Landkreis Börde (1.341 Auspendler) und dem Landkreis Stendal (811 Auspendler). Erst ab dem siebten Platz finden sich entferntere Regionen wie Berlin (465 Auspendler) oder die Region Hannover (189 Auspendler).

Die meisten Einpendler kommen aus Magdeburg (2.697 Einpendler), der Börde (922 Einpendler) und dem Landkreis Stendal (895 Einpendler).

Erläuterungen

Pendler werden nach Ein- und Auspendlern unterschieden: Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Arbeitsort wohnen. Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Wohnort arbeiten.