Anhalt-Bitterfeld: Mehr Arbeitslose – Weniger Jobs

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht einerseits auf die Erfassung von schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainer zurück. Andererseits meldeten sich wieder saisontypisch mehr junge Menschen arbeitslos.

01.08.2023 | Presseinfo Nr. 101

„Die Arbeitslosigkeit ist erneut leicht gestiegen. Dieser saisonale Anstieg im Sommer und der Start der Sommerferien war auch in den letzten Jahren vor den Krisen zu erkennen und ist somit kein Grund zu Beunruhigung. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht einerseits auf die Erfassung von schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainer zurück. Andererseits meldeten sich wieder saisontypisch mehr junge Menschen arbeitslos. Das ist eine Überbrückungsphase zwischen Schule oder Ausbildung und Ausbildung- oder Arbeitsaufnahme. Dennoch hat sich infolge der Energiekrise die Arbeitsmarktentwicklung abgeschwächt. Der Bestand an Stellenmeldungen ist noch hoch, doch die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich gegenüber dem Vorjahr verringert. Ob sich die Arbeitslosigkeit weiter verfestigt oder eine Herbstbelebung zu erwarten ist, hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab,“ analysiert der operative Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Ost, Uwe Prochnow.

Arbeitslosigkeit

Im Juli waren 5.729 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat stieg die Anzahl um 141 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 457 Frauen und Männer gestiegen.
Die Arbeitslosenquote lag bei 7,5 Prozent, 0,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. 
Damit ist die Arbeitslosenquote in Anhalt-Bitterfeld analog dem Wert des Agenturbezirkes Sachsen-Anhalt Ost.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juli bei 7.777.
Das waren 501 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 9,4 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.

Einstellungen und Entlassungen

Im Juli wurden 376 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 50 mehr als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 232 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 12 weniger als im Juni.

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen sank im Juli im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 187 neue Stellen. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und die öffentliche Verwaltung haben im Juli die meisten Stellen gemeldet.

Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat im vergangenen Monat einen Rückgang an Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im Juli 8.825 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 2.778 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) sank ebenfalls. Aktuell werden 7.038 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Juni waren es 59 Bedarfsgemeinschaften weniger.

„Wir müssen weiter auf individuelle Betreuung, Vermittlung und Qualifizierung setzen“, sagt Uwe Prochnow, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt Ost. „Es werden weniger Jobs angeboten, während mehr Menschen arbeitslos sind. Umso wichtiger ist eine qualifizierte Ausbildung für eine nachhaltige Beschäftigung. Nicht nur Arbeitslose haben die Möglichkeit, durch unsere Unterstützung eine Qualifikation zu erlangen, auch ungelernte Berufstätige können gefördert werden, um anschließend als Fachkräfte ihre Erwerbstätigkeit langfristig zu sichern."

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