29.04.2021 | Presseinfo Nr. 15

Corona erschwert den Ausgleich am Ausbildungsmarkt

Corona erschwert den Ausgleich am Ausbildungsmarkt
- weniger Bewerber*innen
- mehr Ausbildungsstellen

Im Zeitraum von Oktober 2020 bis zum April 2021 wurden in der Agentur für Arbeit Sangerhausen 339 Jugendliche als Bewerber*innen für eine Berufsausbildungsstelle registriert. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen im Landkreis Mansfeld-Südharz händeringend Berufsnachwuchs. Der Arbeitsagentur lagen bis April 575 Berufsausbildungsstellen vor. Das Verhältnis von Berufsausbildungsstelle zu Bewerber*in lag bei 1,70 und damit so gut wie nie.

Bewerberseite

Im Vergleich zum Vorjahr gab es im April 2021 132 weniger Bewerber*innen für eine Ausbildungsstelle. Von den 339 erfassten Ausbildungssuchenden verfügten 200 über einen Realschulabschluss und 58 über einen Hauptschulabschluss. In beiden Gruppen meldeten sich im Vergleich zum Vorjahr weniger Bewerber*innen für eine Ausbildung (Realschulabschluss -93, Hauptschulabschluss -33). 
Mit allgemeiner Hochschulreife wurden 44 Jugendliche erfasst und 90 Bewerber*innen besuchten bereits die berufsbildenden Schulen. Bei 88 Bewerber*innen lag das Schulabgangsjahr in früheren Jahren. Das waren 20 mehr als im Berichtsjahr 2019/2020.

Dazu sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung, Martina Scherer: 
„Seit einem Jahr erschwert die Corona-Pandemie die Arbeit unserer Berufsberater*innen mit den Jugendlichen. Nichts ist so effektiv wie der direkte Kontakt an den Schulen. Und der fehlt leider derzeit. Wir haben unsere online Angebote ausgeweitet und die Videoberatung eingeführt. Aber gerade für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf reicht das nicht aus. Bei einigen sind auch die Leistungen aufgrund Homeschooling schlechter geworden. Und damit rechnen sie sich weniger Chancen aus, die Wunschausbildung zu schaffen.“

Stellenseite

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in unserem Landkreis ist nach wie vor ungebrochen. Bis April 2021 gab es 41 mehr gemeldete Berufsausbildungsstellen als voriges Jahr. Der Demografie bedingte Fachkräftebedarf ist in unserer Region besonders hoch.

Von den insgesamt 575 gemeldeten Stellen waren in diesem Monat 386 noch unbesetzt. Die meisten freien Stellen entfielen auf folgende Bereiche:
Verkauf (72), Verkehr/Logistik/Schutz und Sicherheit (46), Lebensmittel- u. Genussmittelherstellung (19), Metallbau/Schweißtechnik (20), Mechatronik (21), Unternehmensorganisation/Buchhaltung/Recht/Verwaltung (37), Bau (21), Energietechnik (20), Handel (13) und Gastronomie (11).

„Auch für die Unternehmen ist es schwerer geworden, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten. Praktika, Tage der offenen Türen oder Messen an den Schulen können nicht stattfinden. Ich kann nur alle Partner ermutigen, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Ob Unternehmen, Schüler oder Eltern- nutzen Sie alle Wege, um den Jugendlichen einen Ausbildungsstart im Sommer zu ermöglichen,“ schließt die Agenturleiterin ihre Einschätzung ab.