24.03.2022 | Presseinfo Nr. 29

Jobtausch bei Hofmann Blechbearbeitung: Bock auf Metall

Beruf mit spannenden Herausforderungen und Zukunft
 

„Hier wird auf den Millimeter genau gearbeitet“, ermahnt Ausbilder Swen Winter seine Praktikantinnen. Schritt für Schritt entstehen aus einer Edelstahlplatte zwei hübsche Handyhalter. Swen Winter erklärt jeden Arbeitsvorgang, dann dürfen die beiden Praktikantinnen selbstständig die Metallplatten zuschneiden, mit der Feile entgraten und die Falze und Bohrlöcher anreißen. Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim ist für einen Tag in Arbeitskleidung geschlüpft, um den Beruf der Metallbauerin in der Fachrichtung Konstruktionstechnik kennenzulernen: „Wir unterstützen Unternehmen bei ihrer Suche nach Fachkräften. Dabei hilft es uns, die Abläufe im Betrieb genau zu kennen und die Sorgen der Unternehmen in Bezug auf fehlende Fachkräfte sozusagen aus erster Hand zu hören.“ Begleitet wird sie von der Berufsberaterin Katharina Roeschke: „Berufskunde live ermöglicht mir in der Beratung, Jugendlichen ein authentisches Bild von den Berufen zu vermitteln.“ Beide tragen selbstverständlich Sicherheitsschuhe. Sicherheit wird im Betrieb großgeschrieben, so hat ihr Arbeitstag auch mit einer ausführlichen Sicherheitsunterweisung begonnen. Erst danach durften die beiden Praktikantinnen in die Produktion. Dort erlebten sie, wie aus Edelstahl mit Hilfe von modernsten Maschinen Komponenten für den Apparate- und Anlagenbau entstehen. Vom Kleinstteil bis zum acht Tonnen schweren Produkt fertigt Hofmann im Auftrag beispielsweise für Maschinenbauer im Pharma- und Lebensmittelbereich. An den Maschinen treffen sie gut gelaunte und selbständig arbeitende Mitarbeiter. Die Geschäftsleitung legt großen Wert auf Eigenständigkeit und hört sich Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur an, sondern greift diese auch regelmäßig auf. „Viele gute Ideen kommen aus unserer Belegschaft. Wir beziehen unser Team in Entscheidungen mit ein und Transparenz wird bei uns großgeschrieben,“ so Geschäftsführer Oliver Lehrach. Regelmäßig finden Teambesprechungen statt, bei denen auch die Auszubildenden dabei sind und ihre Ideen einbringen können.

Nachdem die Markierungen auf den Metallteilen für die folgenden Arbeitsschritte unter dem strengen Blick von Swen Winter einigermaßen dem Plan entsprechend angerissen wurden, geht es für die Praktikantinnen an der Bohrmaschine weiter. „Wir müssen ein bisschen flotter arbeiten, Zeit ist Geld,“ treibt der Ausbilder seine Praktikantinnen an. „Wir sind hier nicht auf dem Amt.“ Doch es ist gar nicht so einfach, die Bohrlöcher gemäß der Vorlage zu setzen. Als dieser Arbeitsgang geschafft ist, geht es zum Abkanten. Es beginnt ein kleiner Wettstreit zwischen den Beiden darum, wer das größere Lob vom Ausbilder erhalten wird. Der prüft beide Ergebnisse skeptisch, ist am Ende aber doch zufrieden. Für den Feinschliff geht es jetzt noch zum Glasperlenstrahlen. Jetzt wird das Edelmetall richtig hübsch gemacht und nach einer sorgfältigen Pflege mit Öl halten Elisabeth Giesen und Katharina Roeschke stolz zwei wunderschöne Handyhalter in Händen.

Im anschließenden Gespräch mit der Geschäftsleitung erzählt Heiner Hofmann wie dringend das Unternehmen Arbeitskräfte sucht. „Wir sind gefragt wie nie und haben Pläne für einen Neubau auf der grünen Wiese in der Schublade, doch diese können wir nur mit ausreichend Fachkräften umsetzen.“ Ausbildung spielt in dem Unternehmen mit 90 Beschäftigten eine große Rolle. Die Lehrwerkstatt wurde erweitert. „Wir könnten im Jahr bis zu fünf Auszubildende Metallbauer einstellen, wenn wir genügend Bewerbungen hätten.“ Auch die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Hofmann im Blick. Beraten wird er dabei vom Qualifizierungsberater der Agentur für Arbeit Erich Schumacher und seiner Kollegin im Arbeitgeber-Service Stefanie Konieczny. Bei der Personalrekrutierung konkurriert der Familienbetrieb Hofmann mit den großen Unternehmen der Region. „Ein kollegiales Miteinander und gutes Betriebsklima sind uns wichtig. Regelmäßige Betriebsausflüge, Familienfeste und leistungsgerechte Bezahlung sind nur ein paar Beispiele unserer Unternehmenskultur.“

Info-Box

Die Ausbildung zum Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik dauert 3,5 Jahre. Im ersten Lehrjahr besuchen die Auszubildenden die einjährige Berufsfachschule Metall und haben einen Vorvertrag mit ihrem Betrieb abgeschlossen. Die Berufsschule ist in Crailsheim. In die Ausbildung einsteigen kann man mit einem Hauptschulabschluss und der mittleren Reife. Räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse für Mathematik sind wichtig. Im Anschluss an die Ausbildung gibt es die Möglichkeit durch verschiedene Weiterbildungen Führungskraft oder Spezialistin oder Spezialist zu werden.

Sollte es während der Ausbildung Probleme wie beispielsweise schlechte Noten in der Berufsschule geben, dann stellt die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Nachhilfe und – nach Bedarf – sozialpädagogische Betreuung in Zusammenarbeit mit dem Kolping Bildungswerk zur Verfügung.

Anlage: Foto (Quelle: Agentur für Arbeit, Petra Fischer)

Bildunterschrift:

Mit Feingefühl an der Bohrmaschine: Elisabeth Giesen achtet darauf, Kratzer zu vermeiden, Katharina Roeschke und Swen Winter schauen ihr dabei über die Schulter.