07.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarkt bleibt im Dezember weiter stabil, aber auch angespannt

Arbeitslosigkeit geht weiter leicht zurück
Unterstützungsmöglichkeiten für Weiterbildung und Qualifizierung nutzen
 

Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 11.870 gesunken. Das sind 76 Arbeitslose (Minus 0,6 Prozent) weniger als im Vormonat, 2.572 mehr als im Dezember 2019 (Plus 27,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat auch bei 3,5 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil, aber auch angespannt“, kommentiert Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, die aktuellen Statistikzahlen.

„Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe, vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise sowie der Einsatz des Impfstoffes stützen den Willen zum „Durchhalten“ und verstärken noch einmal die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten“, führt die Agenturleiterin an.

Ein massives Ansteigen der Arbeitslosenzahlen konnte verhindert werden. Im Agenturbezirk sind die Arbeitslosenzahlen sogar zum vierten Mal in Folge leicht gesunken.

Hing die weitere Entwicklung in der Finanzkrise davon ab, wie schnell es gelang, das Finanzsystem zu stabilisieren, so hängt jetzt alles davon ab, wie schnell es gelingt, die Pandemie erfolgreich einzudämmen“, so Elisabeth Giesen. Eine weitere Herausforderung liege darin, die durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft gut umzusetzen.

Für Giesen nimmt die Arbeitsagentur hierbei die Rolle des Weichenstellers und Unterstützers ein. „Berufliche Qualifizierung bleibt unsere Königsdisziplin. Wir appellieren, die Zeit der Kurzarbeit als Chance für berufliche Weiterbildung zu nutzen. Und setzen alles daran, unsere Kundinnen und Kunden für berufliche Qualifizierung zu gewinnen und begleiten sie während der Maßnahme bis zur Integration“, betont sie. Dabei sei es wichtig, nicht am „Markt“ vorbei zu qualifizieren. Handlungsleitend sind für sie die Bedarfe der Wirtschaft.

In der derzeit wirtschaftlich angespannten Lage wechseln weniger Menschen ihren Arbeitsplatz. Diese niedrigere Fluktuation trägt neben dem geringeren Bedarf an zusätzlichem Personal dazu bei, dass weniger Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu besetzen sind.

So wurden im Dezember wurden 872 neue Arbeitsstellen gemeldet, 68 weniger als im Vormonat (Minus 7,2 Prozent), 350 (Minus 28,6 Prozent) weniger als im Dezember 2019. Insgesamt waren 4.768 offene Stellen gemeldet, 101 weniger (Minus 2,1 Prozent) als im Vormonat, 493 (Minus 9,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im Dezember 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,5 Prozent.

Kurzarbeit

Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen im Dezember im Vergleich zum Vormonat wegen der neuen Einschränkungen und Geschäftsschließungen deutlich.  Die Zahl der Menschen, die tatsächlich in Kurzarbeit ist, liegt erfahrungsgemäß niedriger. Die Unternehmen melden die Kurzarbeit oft vorsorglich an.

Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 6.612 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 115.141 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 119 Anzeigen für 3.644 Personen.

Im Landkreis Schwäbisch Hall sind seit März 2.068 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 34.803 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 45 Anzeigen für 882 Personen.

Im Hohenlohekreis sind seit März 1.189 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 28.587 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 30 Anzeigen für 1.137 Personen.

Im Main-Tauber-Kreis sind seit März 1.714 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 30.190 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 17 Anzeigen für 653 Personen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind seit März 1.641 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 21.561 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 27 Anzeigen für 972 Personen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 3.949 Menschen arbeitslos gemeldet, 26 oder 0,7 Prozent weniger als im November und 868 (Plus 28,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

811 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 836 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 299 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 533), 93 oder 23,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.847; 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 2.266 Menschen arbeitslos gemeldet, 51 oder 2,2 Prozent weniger als im November und 688 (43,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

388 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 430 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 115 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 173), drei oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 843; 1,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 2.625 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 oder 1,1 Prozent mehr als im Vormonat und 558 (27,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

588 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 565 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 351 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 336), 56 oder 19,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.501; 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,7 Prozent). Im Dezember waren 3.030 Menschen arbeitslos gemeldet, 27 oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat, 458 (17,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

623 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 644 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 107 Stellenangebote gemeldet (Dezember 2019: 180), 28 oder 20,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 577; 27,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Eckwerte nach Rechtskreisen

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.418 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7.452. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 37,2 Prozent.

Von den 3.949 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.644 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (November 2020: 1.700). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.305 Arbeitslose (November 2020: 2.325).

Von den 2.266 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 684 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (November 2020: 698). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.582 Arbeitslose (November 2020: 1.619).

Von den 2.625 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 927 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (November 2020: 904). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.698 Arbeitslose (November 2020: 1.693).

Von den 3.030 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1.163 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (November 2020: 1.157). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1.867 Arbeitslose (November 2020: 1.900).