10.05.2021 | Presseinfo Nr. 43

Forum für Unternehmen:

Karrierewebsite ist die Visitenkarte eines Unternehmens
 

Heutzutage informieren sich junge Arbeitnehmer*innen auf der Karrierewebsite über potenzielle Arbeitgeber. Dabei gilt oft der bekannte Spruch: „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Wem nicht gefällt was er sieht, der wird sich wahrscheinlich nicht bewerben. Dies war eine Erkenntnis beim Live-Online-Vortrag von Dr. Anika Jansen und Christoph Heuer vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft. Bei diesem Vortrag im Rahmen des Forums für Unternehmen erfuhren rund 70 Personalverantwortliche, wie man Arbeitnehmer*innen der Generationen Y und Z am besten rekrutiert und wie man erfolgreich in altersgemischten Teams arbeitet. In unserer Region werden 90 Prozent aller Fachkräftestellen in sogenannten Engpassberufen ausgeschrieben. Das heißt: auf eine Stelle kommen weniger als zwei Arbeitslose. Der Arbeitsmarkt wurde längst zum Arbeitnehmermarkt. Heute müssen nicht nur Arbeitnehmer einen guten Eindruck hinterlassen. Auch Unternehmen sollten sich zielgruppengerecht und ansprechend präsentieren.

Die beiden Referenten erklärten, welche Erwartungen die unterschiedlichen Generationen haben und wie man sie am besten anspricht. Die Generation Y (1981 bis 1995-Geborene) ist von der digitalen Revolution und ökonomischen Krisen geprägt. Auch Millenials genannt strebt diese Generation nach einem Job, der Spaß macht und sich mit dem Privatleben vereinbaren lässt. Bevorzugte Medien sind Twitter, Instagram und Facebook. Wer ab 1996 geboren ist gehört zur Generation Z (auch Generation YouTube genannt). Selbstdarstellung im Netz ist für diese Generation selbstverständlich. Sie ist es gewohnt, umworben zu werden. Ihr Fokus liegt auf dem privaten und sozialen Umfeld, der Beruf steht im Hintergrund. Snapchat. Spotify, Whisper, YouTube und Tumbir sind die favorisierten Kanäle. Doch nicht alle Mitglieder einer Generation lassen sich über einen Kamm scheren: sie teilen bestimmte Erfahrungen und Prägungen, sind aber in vielerlei Hinsicht sehr heterogen. Um mehr über die Erwartungen zu erfahren hilft ein Blick auf die sogenannten Sinus-Milieus. Die Bildung sowie die Haltung, die traditionell, modern und postmodern sein kann, spielen dabei eine Rolle. Dr. Anika Jansen erklärte: „Wer konservativ-bürgerlich ist, hat Familie und Heimat im Blick, materialistischen Hedonisten steht der Sinn nach der neusten Mode und für sozialökologische Menschen steht das Gemeinwohl an erster Stelle.“ Ihr Tipp an die Unternehmer: „Der erste Schritt bei der Personalrekrutierung ist die Überlegung, wer in Ihr Team und zu Ihren Werten passt. Und dann holen Sie Ihre Zielgruppe da ab, wo sie unterwegs ist.“ 90 Prozent der 14 bis 23Jährigen nutzt Instagram. Mit kreativen und emotionalen Inhalten kann man hier die Menschen nachhaltig erreichen. „Zeigen Sie echte Mitarbeiter und echte Arbeitsplätze“, empfahl Christoph Heuer. „Je authentischer, desto besser!“. Dazu gab es noch einen Tipp für die Corona-Zeit: digitale Praktika sind in vielen Bereichen möglich. Dazu gehören virtuelle Betriebsrundgänge, Auszubildende, die aus ihrem Berufsalltag berichten und Aufgaben für zu Hause. Tutorials zeigen Anleitungen beispielsweise wie ein elektrischer Schaltkreis funktioniert und mit einer Materialbox wird den Praktikanten das erforderliche Material nach Hause geliefert. Wer einmal dafür ein Konzept erstellt hat, kann dies immer wieder nutzen.

Am Ende haben die Zuhörer*innen viele Puzzleteile für die erfolgreiche Personalrekrutierung kennengelernt: Schulkooperationen, Stellenanzeigen, Speed-Dating, Social-Media und mehr. Christoph Heuer fasste zusammen: „Das Gießkannenprinzip hilft Ihnen bei der Rekrutierung der Generationen Y und Z nicht weiter. Sie müssen zielgenau vorgehen und die passenden Puzzleteile auswählen.“

Gemeinsame Veranstalter des Forums für Unternehmen sind die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, das Jobcenter Hohenlohekreis, das Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall, die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken, das Landratsamt Hohenlohekreis sowie die Stadt Schwäbisch Hall, die sich im Aktionsbündnis Frau und Beruf zusammengeschlossen haben.