14.09.2022 | Presseinfo Nr. 77

Vom Helfer zur Fachkraft in zwei Jahren

Beschäftigtenqualifizierung der Agentur für Arbeit
 

Michael Czerwinski kam mit 27 Jahren zusammen mit seiner Frau aus Polen nach Deutschland. Die guten Jobperspektiven lockten die beiden her. Er startete als Helfer auf dem Bau. Heute – zehn Jahre später – ist Michael Czerwinski gelernter Maurer. Die Schlüssel zum Erfolg waren sein Ehrgeiz sowie die Unterstützung durch den Arbeitgeber und die Agentur für Arbeit. „Michael hat mich gefragt, wie er Fachkraft werden kann“, berichtet Manuel Stauch, Geschäftsführer bei der Alfred Link Hoch- und Tiefbau GmbH in Walldürn. Mit der Beschäftigtenqualifizierung der Agentur für Arbeit fand man einen Weg, der für den Familienvater bezahlbar war: Michael Czerwinski erhielt vom Arbeitgeber während der Umschulung seinen Helferlohn. Die Agentur für Arbeit erstattete dem Arbeitgeber 50 Prozent der Lohnkosten und dazu eine Sozialversicherungspauschale in Höhe von 20 Prozent. Kosten, die im Zusammenhang mit der Umschulung standen wie Lehrgangsgebühren, Lernmaterial und Fahrkosten, erstattete die Agentur für Arbeit ebenso. „Ziel der Beschäftigtenqualifizierung ist es, dass die oder der Beschäftigte keine Zusatzkosten hat. Wer eine Familie ernähren muss, könnte sich sonst kaum eine Umschulung leisten. Als weiteren Anreiz gibt es für bestandene Prüfungen eine Weiterbildungsprämie“, erklärt Dr. Traute Gastmann vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit. Und weiter: „Die Beschäftigtenqualifizierung ist für uns ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung. Es fehlt an Nachwuchs, deshalb haben wir auch ein Auge auf Ungelernte, die das Potential haben, Fachkraft zu werden.“

Doch leicht war der Weg für Michael Czerwinski nicht. Als er nach Deutschland kam, sprach er kein Wort Deutsch. Das musste er erst lernen. Eine Umschulung ist immer ein Drittel kürzer als die normale Ausbildungszeit. Er stieg also im zweiten Ausbildungsjahr ein. Seine Mitschüler waren deutlich jünger und hatten ein Jahr Vorsprung, diesen musste er aufholen. „Manchmal war mein Sohn traurig, weil ich für ihn in den letzten zwei Jahren kaum Zeit hatte“, so Michael Czerwinski, der auch am Wochenende über den Schulbüchern saß. „Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Ich verdiene jetzt mehr Geld, trage mehr Verantwortung, leite Kollegen an und die Arbeit macht mich noch zufriedener.“ Zufrieden ist auch sein Chef Manuel Stauch: „Michael hat die Chance genutzt und die zwei Jahre mit viel Engagement durchgezogen. Am Ende hat er die Ausbildung mit sehr guten Noten abgeschlossen. Ich bin sehr stolz auf meine neuen Gesellen.“ Zusammen mit Michael hatte ein weiterer Auszubildender seinen Abschluss gemacht. Beiden hat Manuel Stauch sofort Verantwortung übertragen. „Gemeinsam sind sie für die komplette Abwicklung des Neubaus einer großen Halle zuständig. Dabei arbeiten sie eng mit dem Bauleiter zusammen, der bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite steht.“

36 Beschäftigte hat die Alfred Link Hoch- und Tiefbau GmbH. Ausgebildet werden Straßenbauer und Maurer. „Es gibt immer weniger Auszubildende“, stellt Manuel Stauch fest. Für Interessierte bietet er Praktika und Ferienjobs an. „Die Arbeit auf dem Bau ist abwechslungsreich, und jede Baustelle bringt neue Herausforderungen mit sich. Wer gerne an der frischen Luft und im Team arbeitet, ist bei uns willkommen.“ Unterstützung erhält er von seinem Mitarbeiter Michael Czerwinski, der aus tiefster Überzeugung heraus versucht, die ungelernten Kollegen von den Vorteilen eines Berufsabschlusses zu überzeugen.“

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