18.11.2020 | Presseinfo Nr. 95

Ausbildungsmarkt – Bilanz und Entwicklung im Agenturbezirk Schwandorf

„Das zurückliegende Ausbildungsjahr wird allen Akteuren sicherlich in besonderer Erinnerung bleiben. Durch die Pandemie mussten Arbeitgeber, Bewerberinnen und Bewerber sowie die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schwandorf neue Wege finden und entwickeln, um keinen Corona-Jahrgang entstehen zu lassen. Im Agenturbezirk Schwandorf ist dies gelungen“, sagt Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.
 

Die Arbeitgeber in der mittleren Oberpfalz meldeten von Oktober 2019 bis Ende September 2020 insgesamt 4.603 Ausbildungsstellen. Das waren 394 Stellen bzw. 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber für eine Ausbildungsstelle um 177 bzw. 7,3 Prozent auf 2.247 Personen. Jedem Bewerber standen somit statistisch gesehen zwei Ausbildungsstellen zur Auswahl (Vorjahr: 2,1 Prozent)

„Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber trotz der Pandemie im Vergleich zum Vorjahr erneut zurückgegangen ist. Lediglich acht Jugendliche waren am Ende des Jahres unversorgt. Ebenfalls positiv zu verbuchen ist die große Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, die trotz der Corona-Einschränkungen und wirtschaftlich herausfordernder Zeiten an den Ausbildungszusagen festgehalten haben. Ohne diese Bereitschaft wäre der Schwandorfer Ausbildungsmarkt deutlich schlechter durch die Krise gekommen. Honoriert wurde das Verhalten der Arbeitgeber durch die Ausbildungsprämien auch vom Gesetzgeber“, berichtet der Agenturleiter.

BA unterstützt Jugendliche im Schuljahr 2020/2021 auf vielfältige Weise

Ein Einblick in die Theorie und Praxis von Berufen ist sehr wichtig. Daher bekommen 1384 Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen und Förderzentren - eine Zielgruppe die überwiegend eine betriebliche Ausbildung anstrebt - mit Berufsorientierungsmaßnahmen einen realistischen Eindruck in verschiedene Berufe.

Für Jugendliche mit Schwierigkeiten einen Hauptschulabschluss zu erwerben, in eine Ausbildung zu gelangen oder sich in einer Ausbildung zu bewähren stehen insgesamt 432 Plätze für eine Berufseinstiegsbegleitung an Mittel- und Förderschulen zur Verfügung.

Insgesamt 48 Jugendliche können in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) eintreten. Die Maßnahme enthält Praktikumsphasen und hat das Ziel, Jugendlichen möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber im nächsten Jahr, zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen.

Für besonders benachteiligte Jugendliche besteht die Möglichkeit der Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE). Hier können insgesamt zwölf Jugendliche eine von der Agentur für Arbeit geförderte Ausbildung antreten. Ziel ist die Übernahme in ein reguläres Ausbildungsverhältnis.

Für eine Einstiegsqualifizierung stehen im kommenden Jahr 39 Plätze für Jugendliche zur Verfügung, bei denen die Ausbildungsreife bislang nicht im notwendigen Umfang vorhanden ist. Die Arbeitgeber vermitteln im Rahmen eines Langzeitpraktikums vorwiegend praktische Kenntnisse, sodass meist im Folgejahr die Aufnahme einer Ausbildung möglich ist.

Für junge Menschen mit Behinderung gibt es bei entsprechendem Förderbedarf durch die Agentur für Arbeit finanzierte Alternativen zu einem Direkteinstieg ins Arbeitsleben. Insgesamt 30 Plätze stehen in einer wohnortnahen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme zur Verfügung. Für weitere 30 Jugendliche gibt es eine gleichartige Maßnahme mit Internatsunterbringung. Ferner wird eine geförderte kooperative Ausbildung für 18 Jugendliche mit Handicap angeboten, bei der ein Bildungsträger und Betrieb zusammenwirken. Für bis zu 38 Personen besteht die Möglichkeit, eine integrative Ausbildung mit oder ohne Internatsunterbringung anzutreten.

Unterstützungsangebote während der Ausbildung

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) stellen eine zielführende Unterstützung dar, wenn der erfolgreiche Ausbildungsabschluss gefährdet ist oder Probleme auftreten. Die Agentur für Arbeit organisiert bei Bedarf kostenlose Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis. Flankierend kann zudem eine sozialpädagogische Betreuung in Anspruch genommen werden. Die Arbeitsagentur stellt 613 Plätze für abH-Maßnahmen zur Verfügung. Für Jugendliche mit Behinderung stehen zusätzlich nochmals 70 abH-Plätze bereit.

Durch die abH-Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Jugendliche ihre Ausbildung fortsetzen, auch wenn es Startschwierigkeiten ins Berufsleben gibt. Die Präventionsstrategie hat sich bewährt und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten der Agentur für Arbeit Schwandorf. Rund 80 bis 90 Prozent der geförderten Jugendlichen schaffen später die Abschlussprüfung und werden zu gefragten Fachkräften.

Das Instrument Assistierte Ausbildung (AsA), steht für zwölf Jugendliche zur Verfügung. Es richtet sich an Auszubildende, die während ihrer Lehrzeit auf besonders große Herausforderungen treffen und bei denen die ausbildungsbegleitenden Hilfen nicht ausreichen, um einen Abschluss zu ermöglichen.

Treffen Jugendliche während ihrer Ausbildung auf Probleme, empfiehlt es sich, dass sich die Auszubildenden bzw. der Betrieb frühzeitig bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden. Je früher die Unterstützungsangebote angenommen werden, desto schneller können mögliche Probleme gelöst werden.

„Passende Nachwuchskräfte zu finden, ist für Unternehmen in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, da die Demographie und der Trend zur Akademisierung sich immer stärker bemerkbar machen. Um die Zukunft des eigenen Betriebs zu sichern, lohnt es sich daher, die Suche möglichst offen zu gestalten. Wer auch Ausbildungen in Teilzeit anbietet und bereit ist schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben, erhöht seine Erfolgsaussichten im Wettbewerb um kluge Köpfe. Gerne beraten die Expertinnen und Experten im Arbeitgeber-Service interessierte Unternehmen, welche Unterstützungsangebote es derzeit gibt“, sagt Markus Nitsch.

Arbeitsagentur fördert Jugendliche mit 5,5 Millionen Euro

Zur Förderung der Berufsausbildung stellt die Agentur für Arbeit Schwandorf für den gesamten Agenturbezirk ein Budget in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses dient der Unterstützung Jugendlicher und trägt damit zur Fachkräftesicherung bei.

Regional betrachtet stellt sich die Situation am Ausbildungsstellenmarkt wie folgt dar:

Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf wurden seit Oktober des vergangenen Jahres 1.660 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind 48 Stellen bzw. 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 768, das sind 46 Personen bzw. 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ende September waren noch 402 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 338).

Stadt Amberg

In der Stadt Amberg wurden seit Oktober des letzten Jahres 620 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 174 Stellen bzw. 21,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 169, das sind 61 Personen bzw. 26,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September waren noch 80 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 86).

Landkreis Amberg-Sulzbach

Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden seit Oktober des letzten Jahres 761 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 20 Stellen bzw. 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 560, das sind 75 Personen bzw. 11,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September waren noch 164 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 163).