23.07.2021 | Presseinfo Nr. 57

Mittleres Einkommen in der Stadt Amberg ist 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken

Wie viel verdienten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Stadt Amberg im vergangenen Jahr pro Monat? Darüber gibt die neueste Entgeltstatistik der Agentur für Arbeit Auskunft.
 

Amberg. Zum Stichtag am 31.12.2020 erzielten die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten mit Arbeitsort in der Stadt Amberg ein mittleres Einkommen von 3.559 Euro pro Monat und somit 76 Euro weniger als im Vorjahr. Hierfür ist vor allem die Coronakrise verantwortlich.

Zahlreiche Beschäftigte haben statt ihres normalen Gehalts Kurzarbeitergeld bezogen und dadurch im Laufe des Jahres Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Die Krise hat sich allerdings in finanzieller Hinsicht nicht auf alle Beschäftigten negativ ausgewirkt. So haben Arbeitnehmer in einigen Branchen als Ausgleich für Pandemiebelastungen und Mehrarbeit Sonderzahlungen erhalten und so am Ende des Jahres ein höheres Entgelt erzielt.

Bei der Betrachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach verschiedenen Merkmalen, fallen deutliche Einkommensunterschiede auf.

Deutsche Staatsangehörige erwirtschafteten 3.641 Euro pro Monat und damit 64 Euro weniger als im Vorjahr. Ausländische Beschäftigte kamen hingegen nur auf ein Entgelt von 2.348 Euro und erzielten damit 80 Euro weniger als im Vorjahr.

Eine Rolle beim Einkommen spielte zudem das Geschlecht. Frauen erzielten im Mittel 3.222 Euro und somit acht Euro mehr als 2019. Männliche Beschäftigte verdienten 3.789 Euro und somit 109 Euro weniger als im Vorjahr.

Wie viel Beschäftigte verdienten, hing zudem stark von der jeweiligen Qualifikation ab. Während Menschen ohne Berufsabschluss 2.731 Euro und damit 165 Euro weniger als 2019 erzielten, lag der Verdienst bei Arbeitnehmern mit anerkanntem Berufsabschluss bei 3.473 Euro und damit 56 Euro unter dem Vorjahresniveau. Akademiker erzielten im Median 5.771 Euro und damit 289 Euro weniger als 2019.

„Die Entgeltanalyse bestätigt auch im Coronajahr 2020, dass sich der Erwerb einer höheren Qualifikation auszahlt. Zwar fiel der negative Pandemieeffekt aufs Einkommen im Vergleich zum Vorjahr bei Akademikern am höchsten aus. Die krisenbedingten finanziellen Belastungen trafen diese Gruppe angesichts des höheren Einkommensniveaus aber zugleich weniger stark als Beschäftigte mit geringem Einkommen“, sagt Silke Grimm, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Schwandorf. Sie empfiehlt daher Beschäftigten vor allem auch im Helferbereich, sich weiterzubilden. „Das zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Die Arbeitsagentur kann die Weiterbildung von Beschäftigten in ihrem Betrieb mithilfe des Qualifizierungschancengesetzes fördern. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung“, betont die Agenturleiterin.

Mit zunehmenden Lebensalter steigt bei den Beschäftigten das Entgelt. Arbeitnehmer unter 25 Jahren erzielten 2.767 Euro und somit 48 Euro weniger als im Vorjahr, 25- bis 55-Jährige mit 3.625 Euro insgesamt 89 Euro weniger als 2019. Die Arbeitnehmer 55-Jahre-plus erwirtschafteten 3.791 Euro und somit 24 Euro weniger als im Vorjahr.

Das mittlere Einkommen in Deutschland betrug 3.427 Euro, in Bayern lag es bei 3.572 Euro.