29.10.2021 | Presseinfo Nr. 78

Ausbildungsmarkt – Bilanz und Entwicklung im Agenturbezirk Schwandorf

„Der Ausbildungsmarkt in der Region hat sich im vergangenen Jahr erneut gegenüber der Coronakrise relativ robust gezeigt. Ein großer Einbruch bei der Zahl der Stellenmeldungen ist ausgeblieben, auch wenn es einen leichten Rückgang gab. Dies hat vor allem einen Grund: die starke Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften. Die Betriebe wissen, dass die Ausbildung junger Menschen zu Fachkräften eine Investition in die Zukunft des eigenen Unternehmens ist“, sagt Silke Grimm, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.
 

Die Arbeitgeber im Agenturbezirk meldeten von Oktober 2020 bis Ende September 2021 insgesamt 4.420 Ausbildungsstellen. Das waren rund 180 Stellen bzw. vier Prozent weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber für eine Ausbildungsstelle um knapp 230 Jugendliche bzw. 10,2 Prozent auf rund 2.020 Personen. Ende September waren noch rund 840 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr zirka 960). Jedem Bewerber standen statistisch gesehen zwei Stellen zur Verfügung.

„Die Beratung junger Menschen auf dem Weg ins Berufsleben ist eine der wichtigsten Aufgaben der Arbeitsagentur. Hier haben wir unsere bereits bestehenden Angebote in der Krise noch weiter ausgebaut. So ist nun auch die Beratung per Videokommunikation möglich. Während sich die Situation für Bewerberinnen und Bewerber sehr komfortabel gestaltet, stehen die Unternehmen in unserer Region vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Für die Suche nach alternativen Besetzungsmöglichkeiten bietet der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter Unternehmen gerne seine Hilfe an“, berichtet die Agenturleiterin.

„Für den Arbeitsagenturbezirk Schwandorf ergibt sich ein Zuwachs an neu abgeschlossenen Lehrverträgen im Handwerk von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Damit hat sich die Ausbildungssituation zum Start des neuen Lehrjahres wieder spürbar verbessert. Dies verdanken wir vor allem der hohen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in der Region“, sagt Hans Schmidt, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

„Noch zu wenig im Bewusstsein der Bewerberinnen und Bewerber ist, dass die duale Berufsausbildung schon seit längerem zukunftsfähige und attraktive Abschlüsse bietet. Mit Einführung des Bachelor Professional und des Master Professional wird die Gleichwertigkeit beruflicher Fortbildung gegenüber akademischen Abschlüssen unterstrichen. Das sind echte Karriereperspektiven“, erklärt Ralf Kohl, Bereichsleiter Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.

BA unterstützt Jugendliche im Schul- und Ausbildungsjahr 2021/2022 auf vielfältige Weise

Ein Einblick in die Theorie und Praxis von Berufen ist sehr wichtig. Daher erhalten im Agenturbezirk 1.423 Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen und Förderzentren - einer Zielgruppe die überwiegend eine betriebliche Ausbildung anstrebt - mit Berufsorientierungsmaßnahmen einen realistischen Eindruck in verschiedene Berufe.

Für Jugendliche mit Schwierigkeiten, einen Hauptschulabschluss zu erwerben, in eine Ausbildung zu gelangen oder sich in einer Ausbildung zu bewähren stehen im Agenturbezirk insgesamt 445 Plätze für eine Berufseinstiegsbegleitung an Mittel- und Förderschulen zur Verfügung.

Neben dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), welches in der Regel in kooperativer Form (BVJ/k) durchgeführt wird und welches für Absolventen der allgemeinbildenden Schulen ohne Ausbildungsplatz in der Regel verpflichtend ist, können Jugendliche in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) eintreten (im Agenturbezirk stehen hierfür 48 Plätze zur Verfügung). Die Maßnahme enthält Praktikumsphasen und hat das Ziel, Jugendlichen möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber im nächsten Jahr, zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen.

Für besonders benachteiligte Jugendliche besteht die Möglichkeit der Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE). Hier können insgesamt zwölf Jugendliche im Agenturbezirk eine von der Agentur für Arbeit geförderte Ausbildung antreten. Ziel ist die Übernahme in ein reguläres Ausbildungsverhältnis.

Eine Einstiegsqualifizierung steht im kommenden Jahr für 25 Jugendliche zur Verfügung, bei denen die Ausbildungsreife bislang nicht im notwendigen Umfang vorhanden ist. Die Arbeitgeber vermitteln im Rahmen eines Langzeitpraktikums vorwiegend praktische Kenntnisse, sodass meist im Folgejahr die Aufnahme einer Ausbildung möglich ist. Im Falle einer sehr guten Entwicklung ist gegebenenfalls in Abstimmung mit den Kammern eine Anrechnung auf die Ausbildungsdauer möglich.

Für junge Menschen mit Behinderung gibt es in der mittleren Oberpfalz bei entsprechendem Förderbedarf durch die Agentur für Arbeit finanzierte Alternativen zu einem Direkteinstieg ins Arbeitsleben. Insgesamt 30 Plätze stehen in einer wohnortnahen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme zur Verfügung. Für weitere 30 Jugendliche gibt es eine gleichartige Maßnahme mit Internatsunterbringung. Ferner wird eine geförderte kooperative Ausbildung für 18 Jugendliche mit Handicap angeboten, bei der ein Bildungsträger und Betrieb zusammenwirken. Für bis zu 38 Personen besteht die Möglichkeit, eine integrative Ausbildung mit oder ohne Internatsunterbringung anzutreten.

Unterstützungsangebote während der Ausbildung

Die Agentur für Arbeit hat ihr Unterstützungsangebot für junge Menschen weiterentwickelt. Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und die Assistierte Ausbildung (AsA alt) sind nun im neuen Instrument Assistierte Ausbildung (AsAflex) vereint, um Jugendliche bei Schwierigkeiten während der Ausbildung zu unterstützen. Konnten zuvor nur lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene gefördert werden, entfällt mit der Assistierten Ausbildung flexibel diese Einschränkung. Die Arbeitsagentur stellt rund 600 Stundenkontingente zur Verfügung. Für Jugendliche mit Behinderung stehen zusätzlich nochmals im gesamten Agenturbezirk 70 Plätze bereit.