29.07.2022 | Presseinfo Nr. 59

Arbeitsmarktbericht Geschäftsstellenbezirk Amberg

Arbeitslosigkeit steigt weiterhin an
 

Auch in diesem Monat ist die Arbeitslosigkeit wieder leicht gestiegen. Dazu Stefanie Neufeld, die Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Amberg: „Auch wenn die Zahlen in diesem Monat gestiegen sind, ist der Anstieg der Jahreszeit geschuldet und der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin recht stabil. So meldeten sich laut Neufeld einige Auszubildende nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung. Die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises ist aber häufig nur von vorübergehender Natur, nachdem viele bereits eine feste Zusage für eine Arbeitsstelle für den Herbst haben, eine neue Ausbildung machen bzw. wieder auf die Schule gehen“, meint Neufeld.

Die Arbeitslosigkeit nahm binnen Monatsfrist um rund 90 Personen bzw. fünf Prozent zu. Mitte des Berichtsmonats waren zirka 1.920 Personen arbeitslos gemeldet, rund 90 Arbeitnehmer bzw. 4,7 Prozent mehr als im Juli 2021. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich binnen Monatsfrist um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 3,4 Prozent. Im Juli 2021 lag die Quote bei 3,2 Prozent.

Beim Blick auf den Stellenzugang ist auffällig, dass wieder verstärkt Ausbildungsstellen gemeldet werden. Dies sind zum einen noch vereinzelte Stellen für 2022 und gerade die größeren Firmen melden laut Neufeld ihre Stellen bereits für das kommende Jahr. Frau Neufeld rät Arbeitgebern, die 2023 ausbilden wollen, dass sie rechtzeitig ihre Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit melden. Da die SchulabgängerInnen in den nächsten Jahren nicht wesentlich mehr werden, lohnt es sich laut der Geschäftsstellenleiterin auf jeden Fall, schnell zu sein.

Mitte Juli waren im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters rund 1.580 Stellenangebote gemeldet, zirka 390 Offerten bzw. 33,1 Prozent mehr als im Juli 2021. Seit Jahresbeginn meldeten die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen rund 1.680 Stellen und somit zirka 260 Offerten bzw. 18,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei den Stellenzugängen wurden aus den unterschiedlichen Wirtschaftsklassen Stellen gemeldet. Im vergangenen Monat wurden auch viele Stellen im Bereich Handel, aber auch im Maschinenbau und in der Metallerzeugung gemeldet, wie Neufeld berichtet.

Bewegungszahlen: Mehr Arbeitslosmeldungen als im Vorjahr

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich aus der Erwerbstätigkeit heraus rund 200 Personen arbeitslos und somit zirka 10 Arbeitnehmer bzw. 5,9 Prozent mehr als im Juli 2021. Im Gegenzug beendeten knapp 130 Personen ihre Arbeitslosigkeit, um direkt ins Berufsleben zurückzukehren oder einzusteigen. Dies waren 70 Arbeitnehmer bzw. 35,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Ausbildung: Mehr Ausbildungsstellen als im Vorjahr

In der Region Amberg-Sulzbach, zu der die Geschäftsstellenbezirke Amberg und Sulzbach-Rosenberg gehören, sind bis zum Berichtsmonat rund 1.460 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet worden, das sind 170 Stellen bzw. 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber zirka 580, das sind knapp 60 Bewerber bzw. 8,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zahl der Kurzarbeiter in der Region hat insgesamt abgenommen

Im Februar 2022 befanden sich der neuesten Hochrechnung der BA-Statistik zufolge in der Stadt Amberg rund 210 Beschäftigte in zirka 40 Betrieben in Kurzarbeit. Die Kurzarbeiterquote betrug 0,8 Prozent, im Januar 2022 lag sie bei 0,9 Prozent.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach belief sich die Zahl der Kurzarbeiter im Januar auf rund 480 Beschäftigte in zirka 70 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote betrug 1,6 Prozent, im Januar 2022 lag sie bei 1,4 Prozent.

Fluchtbewegung aus der Ukraine spürbar

Mitte Juli waren im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg rund 490 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet. Damit stellten sie 22,4 Prozent aller Arbeitslosen in der Region.

In die Region sind allerdings noch mehr Menschen aus der Ukraine gekommen, die teils nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und daher nicht in der Zahl der Arbeitslosen erfasst sind, so zum Beispiel viele Frauen mit Betreuungspflichten für Kinder. Eine bessere Näherung an den tatsächlichen Wert der Ukrainerinnen und Ukrainer vor Ort bietet daher die Zahl der gemeldeten erwerbsfähigen Personen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft.

In der Region Amberg-Sulzbach stieg die Zahl der gemeldeten erwerbsfähigen Personen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft von Mitte Februar bis Mitte Juli von zirka 20 auf zirka 810 Betroffene. Diese Zahl enthält alle Arbeitslosen, Arbeitsuchenden sowie Personen, die einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung gestellt haben, auch wenn dieser noch nicht bewilligt wurde. Zudem sind in der Zahl volljährige Ukrainerinnen und Ukrainer enthalten, die noch zur Schule gehen, Betreuungspflichten gegenüber Kindern haben oder langfristig erkrankt sind.