10.05.2019 | Presseinfo Nr. 29

Deutlich mehr weibliche als männliche Pflegekräfte im Landkreis Schwandorf

Schwandorf. Pflegekräfte kümmern sich um kranke Menschen, helfen bei der Geburt von Kindern und ermöglichen älteren Mitbürgern die Gestaltung des Lebensabends in Würde. Ohne sie und ihr tagtägliches Engagement würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Dass sie und ihre Fähigkeiten immer dringender gebraucht werden, verdeutlichen die neuesten Arbeitsmarktzahlen (Stichtag 30. Juni 2018), die die Bundesagentur für Arbeit im Vorfeld des Tags der Pflege veröffentlicht hat.
 

Im Landkreis Schwandorf hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen gegenüber dem Vorjahr von zirka 2.260 auf nunmehr rund 2.350 erhöht. Davon waren zirka 1.280 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich der Gesundheit, Krankenpflege, dem Rettungsdienst sowie der Geburtshilfe tätig und 1.070 Personen im Bereich der Altenpflege.

Beim Blick auf die Zusammensetzung der Pflegekräfte im Landkreis Schwandorf fällt ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern auf. Unter den Pflegekräften befanden sich rund 2.050 Frauen, aber nicht einmal 310 Männer.

Ein Verhältnis, das auch mit Blick auf den Bedarf verwundert. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt deutschlandweit an. Bleibt die Pflege ein Frauenberuf, droht ein Engpass. Es braucht mehr Männer in der Pflege.

Ein Blick auf die Statistik macht das deutlich: In den kommenden fünfzehn Jahren wird die Zahl pflegebedürftiger Menschen in der Bundesrepublik von 2,5 auf 3,5 Millionen Menschen steigen. Eine Entfeminisierung der Pflege, wie es in der Fachsprache heißt, wird in den kommenden Jahren dringend nötig sein; allein schon, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken.

 

 

Krisensicherer und abwechslungsreicher Beruf

„Oft entscheiden sich männliche Arbeitnehmer nicht bewusst gegen einen Pflegeberuf, sondern ziehen ihn erst gar nicht für sich in Betracht. Dabei hat der Beruf viel zu bieten. Wer gerne mit Menschen arbeiten, Verantwortung tragen und einer sinnhaften Beschäftigung nachgehen möchte, für den ist der Beruf des Pflegers eine sehr gute Wahl“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Darüber hinaus handelt es sich um einen abwechslungsreichen und krisensicheren Beruf, der den Beschäftigten vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten in Praxis, Lehre und Wissenschaft bietet.

Nicht immer müssen Pflegekräfte den Beruf von der Pike auf lernen. Gerade Berufsrückkehrerinnen und Wiedereinsteiger, die Angehörige gepflegt haben, verfügen bereits über viele wichtige Kompetenzen. Sie bringen die idealen Voraussetzungen mit, um als Pflegekraft zu arbeiten. Bei dieser Personengruppe bietet es sich daher besonders an, eine Ausbildung als Pflegekraft in Betracht zu ziehen. Nicht immer muss diese in Vollzeit erfolgen. Immer häufiger werden flexible Teilzeit-Modelle angeboten. Es lohnt sich, sich bei der Agentur für Arbeit zu informieren.

 

Um schon bei Jugendlichen das Interesse für einen Pflegeberuf zu wecken, können Schüler einmal im Jahr beim "Boys' Day" in Pflegeberufe hinein schnuppern. Im Agenturbezirk Schwandorf bieten an diesem Berufsorientierungstag Krankenhäuser und Seniorenheime zahlreiche Plätze an.

Junge Menschen die darüber nachdenken, später einen Pflegeberuf zu ergreifen, können im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs erste Erfahrungen und Eindrücke sammeln. So lernen sie die Abläufe in einer Pflegeeinrichtung kennen und merken, ob es für sie der richtige Beruf ist. Falls nicht, haben sie dennoch keine Zeit verloren. Viele Arbeitgeber honorieren bei Bewerbungen soziales Engagement, wodurch die Chance steigt, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

 

 

Kooperationen zur Gewinnung von ausländischen Pflegekräften

Um den Fachkräftebedarf der Pflegeeinrichtungen zu decken, beteiligt sich die Bundesagentur für Arbeit an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte. Seit fast fünf Jahren qualifizieren die BA und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Programms „Triple Win“ Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. In diesen Ländern gibt es einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden.