18.06.2019 | Presseinfo Nr. 41

In welchen Branchen fehlen Fachkräfte?

In welchen Berufsbereichen suchen Unternehmen besonders lange nach einer Fachkraft?

Die Engpassanalyse der Agentur für Arbeit Schwandorf gibt Antwort.

Das Qualifizierungschancengesetz hilft dabei, Arbeitgeber und Beschäftigte weiterzubringen.
 

Schwandorf. Der Fachkräftemangel ist deutschlandweit in aller Munde. Zahlreiche Unternehmen sehen ihn als eine der größten Herausforderungen für ihre Zukunft an. Doch wie sieht die Situation in der mittleren Oberpfalz aus, zu der die Landkreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und die kreisfreie Stadt Amberg gehören? Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit liefert Antworten.

 

Im Jahr 2018 waren bei der Agentur für Arbeit Schwandorf durchschnittlich rund 3.120 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen für Fachkräfte gemeldet. Ein hoher Bestand an offenen Stellen signalisiert allerdings noch keinen Fachkräftemangel. Ergänzend muss die Vakanzzeit betrachtet werden. Dies ist die Zeitspanne vom gewünschten Besetzungstermin bis zur Abmeldung der offenen Stelle bei der Arbeitsagentur. Bei knapp der Hälfte der Stellen für Fachkräfte betrug die durchschnittliche Vakanzzeit mehr als 150 Tage und zwar in folgenden Berufssegmenten:

 

Fertigungsberufe (170 Tage)

Bau- und Ausbauberufe (168 Tage)

Sicherheitsberufe (163 Tage)

Fertigungstechnische Berufe (156 Tage)

Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe (155 Tage)

Medizinische- und nicht medizinische Gesundheitsberufe (154 Tage)

 

Je länger die Vakanzzeit dauert, umso größere Probleme können sich für ein Unternehmen ergeben: Aufträge bleiben liegen, vorhandene Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter müssen zusätzliche Aufgaben übernehmen und verlassen im schlimmsten Fall aufgrund der Überbelastung selbst das Unternehmen.

Arbeitgeber müssen dem nicht tatenlos zusehen und hoffen, dass sich doch noch eine Fachkraft bewirbt. Sie können selbst aktiv werden. Anfang des Jahres ist hierfür das Qualifizierungschancengesetz in Kraft getreten. Die Agentur für Arbeit fördert Unternehmen nun unabhängig von der Betriebsgröße, wenn ihre Beschäftigten eine Anpassungsqualifizierung durchlaufen oder einen Berufsabschluss nachholen.

„Dank ausgezeichneter Fördermöglichkeiten ist es für Arbeitgeber derzeit so attraktiv wie selten zuvor, selbst zu Fachkräftemachern zu werden. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung wird es immer wichtiger, seine Beschäftigten und damit den Betrieb fit für die Zukunft zu machen. Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, sagt Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Die Initiative kann auch von Arbeitnehmern ausgehen. „Besonders beschäftigte Hilfskräfte haben jetzt die Chance, bei voller Gehaltsweiterzahlung, einen Berufsabschluss nachzuholen. Deshalb rate ich jedem Weiterbildungswilligen, mit seinem Arbeitgeber ein Gespräch über die eigene Zukunft zu führen und die Fördermöglichkeiten des Qualifizierungschancengesetzes zu nutzen“, führt der Agenturleiter aus.

Der gemeinsame Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern beantwortet gerne Fragen zum Thema unter der Telefonnummer 0800 45555 20 oder im persönlichen Beratungsgespräch.