30.10.2019 | Presseinfo Nr. 73

Ausbildungsmarkt

Bilanz und Entwicklung im Agenturbezirk Schwandorf
 

Rund 2.420 Bewerber treffen auf knapp 5.000 Ausbildungsstellen

 

Der Ausbildungsstellenmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf hat sich im vor Kurzem zu Ende gegangenen Berichtsjahr aus Sicht der Bewerber sehr günstig dargestellt. Es gab deutlich mehr offene Stellen als Interessenten. Um den Fachkräfteengpässen in vielen Branchen zu begegnen und das eigene Unternehmen fit für die Zukunft zu machen, zeigten die Unternehmen ein großes Engagement bei der Personalgewinnung.

Das Angebot an gemeldeten Stellen ist erneut gewachsen, wenn auch nur geringfügig. Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Bewerber ging im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurück. Ursächlich hierfür sind vor allem zwei Entwicklungen. Zum einen stehen dem Ausbildungsmarkt durch den demographischen Wandel weniger Jugendliche zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Zum anderen hält die Tendenz hin zur Akademisierung an. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich für ein Studium, statt einen Ausbildungsberuf zu ergreifen.

Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Schwandorf von Oktober 2018 bis Ende September dieses Jahres 4.997 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren sechs Stellen bzw. 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber für eine Ausbildungsstelle um 226 bzw. 8,5 Prozent auf 2.424 Personen. Das Verhältnis zwischen Ausbildungsstellen und Bewerbern gestaltete sich noch günstiger als im Vorjahr für die Bewerber. Auf je 100 gemeldete Stellen kamen 49 Bewerber (Vorjahr 53).

Die aus Bewerbersicht verbesserte Situation am Ausbildungsmarkt sowie der Einsatz von Maßnahmen sorgten dafür, dass mit zehn als unversorgt geltenden Jugendlichen für fast alle Bewerber ein passendes Angebot gefunden werden konnte.

„Es ist leichter als noch vor einigen Jahren für junge Menschen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Den Wunschausbildungsplatz zu ergattern ist jedoch oft noch genauso herausfordernd. Weiterhin sind gute schulische Leistungen, ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben sowie der persönliche Eindruck des Jugendlichen entscheidend bei der Ausbildungsstellensuche“, betont Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Nicht alle Jugendlichen, die als Bewerber bei der Agentur für Arbeit gemeldet sind, haben mittlerweile einen Ausbildungsvertrag unterschieben. Ein Teil der Jugendlichen hat sich für einen alternativen beruflichen Weg entschieden. Teils wiederholten Jugendliche, die als Bewerber für den diesjährigen Ausbildungsbeginn gemeldet waren, die letzte Jahrgangsstufe, um im nächsten Jahr mit besseren Noten eine Ausbildung anzutreten oder sie besuchen eine weiterführende Schule.

 

Zahlreiche Jugendliche nahmen Angebote der Agentur für Arbeit an

Den Jugendlichen, die keinen Ausbildungsvertrag abschließen konnten, bietet die Agentur für Arbeit verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an. 60 Jugendliche können ab Herbst in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) eintreten. Die Maßnahme enthält Praktikumsphasen und zielt darauf ab, Jugendlichen möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber im nächsten Jahr zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ein Großteil der Jugendlichen nach oder bereits während dieses Lehrgangs den erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben schafft.

Für besonders benachteiligte Jugendliche besteht die Möglichkeit der Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE). Hier können insgesamt 16 Jugendliche eine von der Agentur für Arbeit geförderte Ausbildung antreten. Ziel ist die Übernahme in ein reguläres Ausbildungsverhältnis nach dem ersten Ausbildungsjahr.

Eine Einstiegsqualifizierung steht im kommenden Jahr für 41 Jugendliche zur Verfügung, bei denen die Ausbildungsreife bislang nicht im notwendigen Umfang vorhanden ist. Die Betriebe vermitteln im Rahmen eines Langzeitpraktikums vorwiegend praktische Kenntnisse, sodass in der Regel im Folgejahr die Aufnahme einer Ausbildung möglich ist.

Für junge Menschen mit Behinderung gibt es bei entsprechendem Förderbedarf durch die Agentur für Arbeit finanzierte Alternativen, wenn ein Einstieg direkt in eine Ausbildung nicht möglich ist. Insgesamt 30 Plätze stehen in einer wohnortnahen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme zur Verfügung, für weitere 30 Jugendliche gibt es eine gleichartige Maßnahme mit Internatsunterbringung. Ferner wird eine geförderte kooperative Ausbildung für 21 Jugendliche mit Handicap angeboten, bei der ein Bildungsträger und ein Betrieb zusammenwirken. Für bis zu 38 Personen besteht die Möglichkeit, eine integrative Ausbildung mit oder ohne Internatsunterbringung anzutreten.

 

Unterstützungsangebote enden nicht mit dem Beginn der Ausbildung

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) stellen eine effektive Unterstützung dar, wenn das Erreichen des Ausbildungsziels gefährdet ist oder Probleme auftreten. Die Agentur für Arbeit organisiert bei Bedarf für die Teilnehmer kostenlose Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis. Flankierend kann zudem eine sozialpädagogische Betreuung in Anspruch genommen werden. Wie bereits im Vorjahr stellt die Arbeitsagentur 613 Plätze für abH-Maßnahmen zur Verfügung. Für Jugendliche mit Behinderung stehen zusätzlich nochmals 70 abH-Plätze bereit.

Durch die abH-Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Jugendliche ihre Ausbildung nicht aufgrund von Problemen abbrechen, die mit Hilfe überwunden werden können. Die Präventionsstrategie hat sich bewährt und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten der Agentur für Arbeit Schwandorf. Rund 80 bis 90 Prozent der geförderten Jugendlichen schaffen erfahrungsgemäß die Abschlussprüfung und werden später zu gefragten Fachkräften.

Das Instrument Assistierte Ausbildung (AsA), steht für zwölf Jugendliche zur Verfügung. Es richtet sich an Auszubildende, die während ihrer Lehrzeit auf besonders große Herausforderungen treffen und bei denen die ausbildungsbegleitenden Hilfen nicht ausreichen, um einen Abschluss der Ausbildung zu ermöglichen.

Treffen Jugendliche während ihrer Ausbildung auf Schwierigkeiten, empfiehlt es sich, dass sich die Auszubildenden bzw. der Betrieb frühzeitig bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden. Je früher die Unterstützungsangebote angenommen werden, desto schneller können mögliche Probleme gelöst werden.

Arbeitgebern raten die Experten der Agentur für Arbeit, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. Oft ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Jugendlichen Startschwierigkeiten überwinden und zu wichtigen Fachkräften im Betrieb werden.

 

Investition in die Zukunft

Im Rahmen der Förderung der Berufsausbildung stellt die Agentur für Arbeit Schwandorf ein Budget in Höhe von 5,8 Millionen Euro zur Verfügung, das für die Unterstützung Jugendlicher und damit letztlich für die Fachkräftesicherung aktiv eingesetzt wird.

Regional betrachtet stellt sich die Situation am Ausbildungsstellenmarkt wie folgt dar:

 

Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf wurden seit Oktober des vergangenen Jahres 1.708 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind 23 Stellen bzw. 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 722, das sind 78 Personen bzw. 9,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September waren noch 338 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 326).

 

Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach

In der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden seit Oktober des letzten Jahres 1.535 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 92 Stellen bzw. 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 865, das sind 80 Personen bzw. 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September waren noch 249 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 293).

 

Landkreis Cham

Im Landkreis Cham wurden seit Oktober des letzten Jahres 1.754 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind 63 Stellen bzw. 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 837, das sind 68 Personen bzw. 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September waren noch 209 freie Ausbildungsstellen gemeldet (im Vorjahr 348).