27.04.2020 | Presseinfo Nr. 41

Die häufigsten Fehler bei Kug-Anträgen

Viele Unternehmen müssen sich aufgrund von Arbeitsausfällen in der Corona-Krise zum ersten Mal in ihrer Firmengeschichte mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigten. Dabei ist es nur allzu verständlich, dass manchmal Fehler passieren. Um die Unternehmen bei der Beantragung zu unterstützten und unnötige Verzögerungen zu vermeiden, hat die Agentur für Arbeit Schwandorf die häufigsten Fehler und einige wichtige Hinweise zusammengestellt.
 

Es wird nur ein Teil des Antrags eingereicht:

Der Antrag besteht aus den beiden Vordrucken Kug 107 – „Kurzantrag auf Kug“ und Kug 108 – „Kug-Abrechnungsliste“, die beide zusammen eingereicht werden müssen. Wo auf den Formularen vermerkt, sind Unterschrift und Stempel zwingend erforderlich. Immer wieder vergessen werden zudem Vollmachten für Steuerberater bzw. Steuerkanzleien, welche von Firmen mit der Kug-Bearbeitung beauftragt wurden.

 

 

Es wird Kug für Auszubildende und geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer beantragt:

Hier ist zu beachten, dass geringfügig Beschäftigte grundsätzlich keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Auszubildende bekommen immer erst nach dem sechswöchigen Entgeltfortzahlungszeitraum Kurzarbeitergeld, siehe § 19 Abs. 1 Nr.2 BBiG. Generell muss die Gesamtzahl der Beschäftigten im Antrag derjenigen entsprechen, die in der Anzeige genannt wurde.

 

 

Es wird Kug für gekündigte Arbeitnehmer abgerechnet:

Gekündigte Arbeitnehmer haben keinen Anspruch, da der Sinn des Kurzarbeitergeldes in diesen Fällen nicht erreicht werden kann. Dieser liegt im Erhalt des Beschäftigungsverhältnisses.

 

 

Bei der Kug-Berechnung werden auch sozialversicherungsfreie Entgeltbestandteile sowie Einmalzahlungen mit herangezogen:

Auf diesen Punkt ist bei der Berechnung besonders zu achten. Grundlage für die Kug-Berechnung ist das laufende sozialversicherungspflichtige Entgelt.

 

 

Tatsächlich gezahltes Arbeitsentgelt wie Feiertagsvergütung wird nicht als Ist-Entgelt aufgeführt:

Auch bei sog. Kurzarbeit 0, wenn also gar nicht mehr gearbeitet wird, fällt Feiertagsvergütung an, die als erzieltes Entgelt bei der Berechnung zu berücksichtigen ist.

 

 

Es werden veraltete Vordrucke verwendet:

Es sollten generell nur folgende Formulare genutzt werden:

Antrag: www.arbeitsagentur.de/datei/antrag-kug107_ba015344.pdf

Kurzantrag: www.arbeitsagentur.de/datei/kurzantrag-kug-107_ba146383.pdf

Abrechnungsliste: https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug108_ba013010.pdf .

 

 

Antrag per eService oder Post:

Damit der eigene Antrag möglichst schnell bearbeitet werden kann, empfiehlt es sich für Arbeitgeber, diesen per eService oder postalisch zu stellen. Beim Versand per Mail oder Fax sind vonseiten der Arbeitsagentur zusätzliche Arbeitsschritte nötig, welche die Bearbeitungsdauer erhöhen.

 

 

Dokumente nur einmal senden:

Um sicherzugehen, dass der Antrag die BA erreicht, senden einige Arbeitgeber ihre Dokumente mehrfach, zum Teil per Mail und auf dem Postweg. Dadurch geht wertvolle Zeit für die Bearbeitung verloren. Anträge sollten daher nie in doppelter Ausführung gesandt werden.

 

 

Bearbeitung ist erst nach dem Abrechnungsmonat möglich:

Einige Arbeitgeber reichen ihre Abrechnungslisten frühzeitig in der Hoffnung ein, dass so eine schnellere Auszahlung erfolgt. Dies ist leider nicht möglich. Die Bearbeitung vonseiten der BA erfolgt stets nach Ende des Abrechnungsmonats.

 

 

Änderung von Firmendaten über Betriebsnummernservice:

Änderungen der Adresse oder des Firmennamens sind über den Betriebsnummernservice möglich, jedoch nicht im Rahmen des Antrags auf Kurzarbeitergeld.